Erbärmliche Attacke gegen einen 15-Jährigen

mlzKommentar

Allein diese Woche hat das Kreissportgericht vier Urteile veröffentlicht, die sich mit verbalen oder körperlichen Vergehen gegen Schiedsrichter befassen – ein trauriger Trend im Fußballkreis

Kreis

, 08.11.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Chef der Kreisschiedsrichter, Paulo Goncalves, berichtet über bisher neun dieser Verfahren in der laufenden Saison, so viele habe es noch nie gegeben. Ein besonders bitterer Fall ist der, der sich beim D-Liga-Spiel in Holtwick ereignet hat. Da steht ein 15-jähriger Junge erstmals als Schiedsrichter in einem Seniorenspiel auf dem Platz – und ein erwachsener Mann im Trikot des ASC Schöppingen findet kein anderes Mittel, seinen Unmut über eine Gelb-Rote Karte auszudrücken, als den jungen Debütanten zu attackieren. Und hinterher steht er noch nicht mal zu seinem Fehlverhalten. Sorry, aber das ist doch erbärmlich.

Dem Nachwuchs-Schiri gebührt großer Respekt dafür, dass er nach diesem Vorfall nicht gleich seine Pfeife an den Nagel hängt, sondern weitermacht. Das ist jedoch absolut nicht die Regel. Von den vielen Schiedsrichtern, die der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld allein im vergangenen Jahr verloren hat, haben etliche aus genau diesem Grund aufgehört, ihr Hobby auszuüben. Und wen wundert’s? Regelmäßige Attacken, ob verbal oder gar körperlich, wegzustecken – dafür braucht man schon ein dickes Fell.

Das scheint der junge Mann aus Legden zu haben. Dennoch sollten sich alle Aktiven im Fußballkreis noch mehr Gedanken darüber machen, wie dieser traurige Trend zu stoppen ist.

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