Fans lehnen Montag ab

Fußball: Montagsspiele in der Bundeliga

Erste Liga am Montagabend – bei den Bundesligavereinen und ihren Fans derzeit ein Reizthema. Doch wie sieht es die Basis hier im Fußballkreis?

Ahaus

, 27.02.2018, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Plätze blieben am Montag im Dortmunder Signal Iduna Park frei. Die Botschaft auf dem Banner spricht auch vielen Fußballern aus dem Verbreitungsgebiet aus der Seele.

Viele Plätze blieben am Montag im Dortmunder Signal Iduna Park frei. Die Botschaft auf dem Banner spricht auch vielen Fußballern aus dem Verbreitungsgebiet aus der Seele. © picture alliance / Ina Fassbende

Etliche Fans blieben dem Montagsspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg fern. Der neue Termin im Bundesliga-Kalender stößt auf einigen Widerstand. Wir haben uns bei Fußballern, Fans und Verantwortlichen im Verbreitungsgebiet umgehört und gefragt: Was halten Sie von Bundesligaspielen Montagabend?

Dennis Falk (Torwart SC Südlohn): „Ich war am Montag selbst im Stadion und es war eine Katastrophe. Die Stimmung war nicht annähernd so gut wie sonst in Dortmund. Ich halte die Montagsspiele für reine Geldmacherei und befürchte, dass auch Proteste nichts daran ändern werden. Die Fans sind den Leuten bei der DFL, glaube ich, ziemlich egal.“

Rainer Hackenfort (Spielertrainer TuS Wüllen): Für richtige Fans ist die Ansetzung Gift. Genauso wie Sonntagsspiele Gift für den Amateurfußball sind. Meiner Meinung nach sollte die Bundesliga samstags um 15.30 Uhr spielen, das hat sich über Jahrzehnte bewährt. Wie die Fans in Frankfurt letzte Woche und jetzt in Dortmund reagiert haben, sollte der DFL zu denken geben. Ich glaube trotzdem nicht, dass sich daran was ändern wird. Der Fußball wird irgendwie entfremdet.“

Tobias Haverkock (Trainer SC Ahle): „Für die Zuschauer ist es nicht schön, dass der ganze Spieltag so zerpflückt wird. Die DFL geht aber nicht nach den Fans, die sich für so ein Spiel teilweise zwei Tage Urlaub nehmen müssen. Ich kann es verstehen, wenn man dann, gerade als Gästefan, nicht mehr zu den Spielen fährt. Das kann dann für die Mannschaft natürlich ein Nachteil sein, wenn sie kaum Unterstützung von den Rängen kriegt. Grundsätzlich geht es dabei nur um Kommerz, das finde ich schade.“

Lee Roy Klein (Spieler SuS Stadtlohn II, Geschäftsführer Stadtlohner BVB-Fanclub): Wir haben uns als Fanclub an der Aktion der Südtribüne beteiligt und waren am Montag nicht im Stadion. Viele haben sich das Spiel auch nicht im Fernsehen angeschaut. Wir sind der Meinung, dass die Bundesliga aufs Wochenende gehört, wobei wir mit Freitagsspielen noch leben können. Aber unter der Woche ist mit Champions League und Euro League schon genug Fußball geboten wird.“

Andre Hippers (Co-Trainer Eintracht Ahaus): „Wenn das Stadion in Dortmund so leer ist, dann ist das schon was Besonderes. Und ich kann die Fans absolut verstehen, die die weggeblieben sind. Bundesliga am Montag – das passt einfach nicht. Für die Zweite Liga ist der Termin sicher in Ordnung, daran hat man sich ja auch schon gewöhnt. Aber ich glaube, dass die Fankultur in der Bundesliga schon darunter leidet. Für uns als Fußballer, die gleichzeitig Fans von Bundesligisten sind, ist aber auch der Sonntag schon ein schwieriger Termin.“

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