Für Torjäger Cihan Bolat ist alles perfekt

Fußball-Westfalenliga: SuS Stadtlohn

Stadtlohns Stürmer hat sich sportlich und privat bestens eingelebt. Bei seinen vergangenen Stationen war das nicht immer so.

Stadtlohn

22.11.2017, 17:55 Uhr / Lesedauer: 3 min
Hier feiert Cihan Bolat (2.v.r.) einen seiner bislang neun Saisontreffer mit Patryk Niedzicki, Stephan Hartmann und Niklas Hilgemann (v.l.) Foto: Sascha Keirat

Hier feiert Cihan Bolat (2.v.r.) einen seiner bislang neun Saisontreffer mit Patryk Niedzicki, Stephan Hartmann und Niklas Hilgemann (v.l.) Foto: Sascha Keirat

Seine Tore sind derzeit ein wichtiger Faktor für den Aufwärtstrend beim SuS Stadtlohn. Bei den zuletzt drei Siegen in Serie traf Cihan Bolat immer – am Sonntag gegen den TuS Hiltrup sogar per Doppelpack innerhalb von drei Minuten. Neun Tore stehen bislang für den Stürmer zu Buche.

Nachdem der 26-Jährige in seiner Laufbahn schon viele Vereinswechsel hinter sich hat, sogar in der dritten türkischen Liga unter Vertrag stand, scheint seine Station im Westmünsterland eine längerfristige zu werden: Sein Vertrag beim SuS läuft noch bis 2019, seit Juli dieses Jahres wohnt er in Ahaus und absolviert gerade eine Ausbildung als Industriekaufmann bei Stapelbroek in Legden. „Momentan ist alles perfekt, wie es ist“, sagt Bolat.

Zu Beginn seiner Laufbahn hatte der gebürtige Nordhorner nicht unbedingt damit gerechnet, einmal in Stadtlohn zu kicken. Nachdem er in der Jugend beim SV Bad Bentheim in der höchsten niedersächsischen Jugendklasse kickte, sammelte er gleich im ersten Seniorenjahr Oberliga-Erfahrung bei Eintracht Nordhorn. Mit der Aussicht, den Sprung in den Profikader zu schaffen, wechselte Bolat dann 2011 zur Reserve von Preußen Münster in die Westfalenliga. Mit 22 Treffern krönte er sich zum Torschützenkönig 2012 und ließ damit unter anderem die Stadtlohner Konkurrenten Markus Krüchting und Niklas Hilgemann hinter sich. „Bei den Preußen habe ich regelmäßig unter Marc Fascher mittrainiert und Einblicke ins Profi-Geschäft erhalten, leider aber keinen Einsatz in der 3. Liga bekommen.“

Viele Tore

Wegen seiner vielen Tore wurde der damalige Meister SV Rödinghausen auf Bolat aufmerksam und holte ihn in sein Regionalliga-Team. „Da lief es gut, in der Hinrunde habe ich neunmal getroffen. Danach wurde ich aber kaum noch berücksichtigt.“ So folgte zur Saison 2014/15 der nächste Vereinswechsel zu Arminia Bielefeld. Wie in Münster hieß das Ziel auch hier, sich über die Reserve für den Profikader zu empfehlen. Immerhin brachte es der Stürmer unter Coach Norbert Meier auf zwei Einsätze in der 3. Liga. „Das Gefühl, als ich auf der Alm eingewechselt wurde und die Fans meinen Namen riefen, ist unvergesslich“, sagt Bolat. Doch da die Arminia in die 2. Liga aufstieg, schwand auch hier die Perspektive. Bolats nächste Station war Regionalligist RW Ahlen. Hier wurde er aber ebenso wenig glücklich wie beim anschließenden Abenteuer in der Türkei bei Gümüshanespor. „Da habe ich mich richtig gut in Form gebracht, leider aber keine Chance bekommen. Es war schwierig, so weit weg von Familie und Freunden zu sein. Deshalb bin ich nach einem halben Jahr zurück nach Deutschland gekehrt“, erinnert sich Bolat.

SuS Stadtlohn

Und hier kam der SuS Stadtlohn ins Spiel. Der Sportliche Leiter Markus Plate hatte mitbekommen, dass Bolat ohne Verein war und rief ihn sofort an. „Ich bin dann direkt nach Nordhorn gefahren und wir waren uns schnell einig“, so Plate. Zur Spielzeit 2016/17 wechselte Bolat also zum damaligen Oberligisten. Zwar konnten seine 14 Saisontreffer den Abstieg nicht verhindern, doch spricht Plate heute noch von einem Glücksgriff. „Cihan spielt eine ganz wichtige Rolle in unserer Mannschaft. Wenn er in Strafraumnähe den Ball kriegt, ist er brandgefährlich.“ Fast noch wichtiger als das: „Er ist ein guter Junge und überall super-beliebt. Wir sind froh, dass wir ihn bei uns haben.“

Bolat hat sich beim SuS und in der Region bestens eingelebt. Besonders freut er sich schon jetzt auf das Rückspiel gegen die SpVgg Vreden. Dann kommt es wieder zum „Familien-Duell“ mit Jannik Enning von der SpVgg, mit dessen Schwester Bolat zusammen ist. Bis dahin hofft der Stürmer, dass der SuS-Aufschwung anhält und er noch einige Treffer beisteuern kann. Am besten auch im Pokalspiel am Donnerstag beim SC Südlohn.