13 Spiele ohne Sieg: Warum Ottensteins Trainer Thomas Gerwing trotzdem Hoffnung hat

mlzFußball-Kreisliga A

Selbst eine 2:0-Führung im Kellerduell in Epe genügte nicht, um den Trend zu stoppen. Der FC Ottenstein steckt im Tabellenkeller fest. Trainer Thomas Gerwing glaubt aber weiter an sein Team.

Ottenstein

, 05.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn eine Mannschaft als festes Inventar der Kreisliga A bezeichnet werden darf, dann der FC Ottenstein. Seit 1987 spielen die „Wotteln“ ununterbrochen im Kreisliga-Oberhaus. Die aktuelle sportliche Krise lässt aber durchaus Zweifel daran aufkommen, dass diese Dauermitgliedschaft auch 2020, im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums, weiter besteht.

Seit dem ersten Spieltag (2:1 gegen Ammeloe) hat der FC nicht mehr gewonnen und steht mit acht Punkten auf dem vorletzten Rang. Zuletzt unterlagen die Ottensteiner dreimal in Serie mit dem gleichen Ergebnis, 2:3. Bei der jüngsten Niederlage am Sonntag im Kellerduell mit Vorwärts Epe II verspielte der FC gar eine 2:0-Führung. Von einer Kehrtwende unter Trainer Thomas Gerwing, der Ende April für das geschasste Duo Dominik Kalitzki/Niko Reder eingesprungen war und die Saison auf Platz zwölf beendete, kann aktuell kaum die Rede sein.

„Das hat sich jeder anders vorgestellt“

„Nach dem guten Ausgang der Vorsaison herrschte schon ein bisschen Euphorie und die Hoffnung, in der neuen Saison mal nicht gegen den Abstieg spielen zu müssen. Jetzt ist es wieder so – das hat sich jeder anders vorgestellt“, hält Thomas Gerwing fest. In seinen Augen ist das Hauptproblem die fehlende Hierarchie innerhalb der Mannschaft.

Diese aufzubauen, falle aus verschiedenen Gründen schwer. „Wir haben einfach keine Konstanz im Kader, immer wieder fallen Spieler aus, die eine tragende Rolle einnehmen könnten, andere stecken im Leistungstief und wieder andere können sich, zum Beispiel weil sie gerade ein Haus bauen, nicht zu 100 Prozent auf den Fußball konzentrieren.“ Den jungen Spielern fehle daher die Orientierung.

Beleg für die fehlende personelle Konstanz ist die Tatsache, dass in dieser Saison bereits 27 verschiedene FC-Spieler in der A-Liga zum Einsatz gekommen sind – der Kader umfasst eigentlich nur 18 Akteure. Gerwing sieht aber bei jedem Kicker, ob aus der Reserve oder der A-Jugend dazugekommen, die Qualität für die Kreisliga A.

13 Spiele ohne Sieg: Warum Ottensteins Trainer Thomas Gerwing trotzdem Hoffnung hat

Trainer Thomas Gerwing © Johannes Kratz

Dass diese auf dem Platz bislang nur für acht Punkte reichte, hat für Gerwing auch mit den Köpfen zu tun. „Es ist einfach schwer, sich jede Woche nach einer Niederlage oder einem unglücklichen Unentschieden wieder neu zu motivieren und weiterzumachen.“

Vorstand will mit der Mannschaft sprechen

Doch den Willen dazu erkenne er bei all seinen Akteuren. Und auch von Vereinsseite spüre er trotz der misslichen Lage keinen Gegenwind. „Die Verantwortlichen sind ja fast immer am Platz und sehen, was passiert. Wir sind ja in fast keinem Spiel chancenlos. Sie stärken uns als Trainer schon den Rücken und bieten Hilfe an.“ Am Dienstagabend wolle der Vorstand das Gespräch mit der Mannschaft suchen und die Meinung der Spieler zur Situation hören.

Auch wenn in den nächsten zwei Partien mit Schöppingen und Heek zwei starke Gegner warten, bleibt Gerwing positiv. „Ich glaube fest daran, dass wir die Klasse halten können. Dazu müssen wir den Teufelskreis durchbrechen. Und das geht am besten mit einem Sieg. Warum nicht gegen Schöppingen oder Heek?“

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