Florian Räckers (15) lässt sich von Tätlichkeit bei seinem Schiri-Debüt nicht abschrecken

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Erstmals leitete Florian Räckers aus Legden ein Seniorenspiel. Nachdem er einem Spieler des ASC Schöppingen Gelb-Rot gezeigt hatte, verlor der die Beherrschung – und ist nun lange gesperrt.

Legden

, 08.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst seit März 2018 ist Florian Räckers vom SuS Legden Schiedsrichter. Durch die Leitung mehrerer Jugendspiele empfahl er sich für seinen ersten Einsatz bei einem Meisterschaftsspiel der Senioren. Dabei machte er direkt eine unschöne Erfahrung.

In der Kreisliga D-Partie SW Holtwick III gegen den ASC Schöppingen III Ende September (Endstand 6:0) zeigte er einem Gästespieler in der 62. Minute die Gelb-Rote Karte. Der war damit offenbar überhaupt nicht einverstanden, verlor die Beherrschung und schubste den erst 15-jährigen Schiedsrichter mit beiden Händen weg. „Ich musste erst mal zwei Schritte zurückweichen, um das Gleichgewicht zu halten“, erinnert sich Florian Räckers.

Vorher noch ermahnt

Eigentlich sei das Spiel aus seiner Sicht gut und ziemlich einseitig für die Holtwicker gelaufen, sagt Florian Räckers. „Der Schöppinger Spieler hatte schon die Gelbe Karte gesehen und ich habe ihn nach einem weiteren Foul ermahnt, dass er Gelb-Rot sieht, wenn noch so eine Aktion folgt.“ Und die folgte in der 62. Minute.

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Dennoch hatte der ASC-Akteur kein Einsehen. Nach dem Schubser komplimentierten Mitspieler den Übeltäter vom Platz, die Lage beruhigte sich wieder und die Partie ging ohne weitere Vorfälle zu Ende.

Sperre bis August 2020

Mit dem Vorfall befasste sich am Montagabend das Kreissportgericht in Coesfeld und hörte dazu mehrere Zeugen. Das Urteil: „Wegen Tätlichkeit in einem minderschweren Fall gegen den Schiedsrichter“ ist der Schöppinger nun bis zum 6. August 2020 gesperrt.

Dabei hatte der Spieler keine Einsicht gezeigt und den Vorfall gänzlich anders beschrieben als der Unparteiische und dessen Zeugen. Er habe dem Schiedsrichter nach dem Platzverweis lediglich die Hand auf die Schulter gelegt und nachgefragt, warum der ihm Gelb-Rot gezeigt habe. Dabei sei er von hinten geschubst worden. Das erzählte auch „sein“ Zeuge so.

Version des Schiedsrichters bestätigt

Doch sowohl ein Holtwicker Spieler als auch der „Pate“, ein erfahrener Schiedsrichter, der Debütant Räckers während des Spiels beobachtet hatte, bestätigten die Version des 15-Jährigen. Diesem schenkte das Sportgericht dann auch Glauben und sprach eine zehnmonatige Sperre aus. Eine Entschuldigung hat Florian Räckers bis heute nicht gehört.

Trotzdem: Der junge Legdener lässt sich von diesem Schrecken nicht unterkriegen. „Ich pfeife auf jeden Fall weiter“, sagt er – und kann dem Vorfall in Holtwick sogar etwas Positives abgewinnen: „So habe ich zumindest schon mal eine Erfahrung gemacht und weiß, was im Seniorenbereich auf mich zukommen kann.“

Schiri-Chef begrüßt das Urteil

  • Paulo Goncalves, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses, begrüßt die zehnmonatige Sperre für den Spieler und lobt Florian Räckers, dass der sich von dem Vorfall nicht abschrecken lässt.
  • In der laufenden Saison musste sich das Kreissportgericht bereits mit neun Vergehen gegen Schiedsrichter befassen – viermal Beleidigung und fünfmal Verdacht auf Tätlichkeit. Goncalves: „Die Zahl ist so hoch wie nie zuvor.“
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