Gegen den Schwund: FC Oeding stellt Kodex für Umgang mit Schiedsrichtern auf

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Als Reaktion auf den Schiedsrichterschwund im Kreis hat der FC Oeding einen Verhaltenskodex für den Umgang mit den Unparteiischen zu Papier gebracht. Dabei zählt er gar nicht zu den Problemvereinen.

Oeding

, 05.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schiedsrichter auf der Anlage empfangen, sie vor, während und nach dem Spiel fair behandeln und ihre Fehler akzeptieren – alles Dinge, die selbstverständlich sein sollten. Doch vor allem aufgrund des dramatischen Rückgangs an Schiedsrichtern im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld (etwa 80 von rund 300 allein vergangenen Jahr), auch infolge von Fehlverhalten gegenüber den Unparteiischen, hat sich der FC Oeding dazu entschlossen, diese und andere Punkte in einem Verhaltenskodex schriftlich festzuhalten.

Dazu trafen sich am Montag im Klubheim an der Winterswyker Straße Trainer und Betreuer aus allen Bereichen der Oedinger Fußballabteilung mit Vorstandsvertretern und Schiedsrichtern. „Heraus gekommen ist ein Verhaltenskodex, an den sich alle halten wollen“, erklärt Burkhard Kiss, Abteilungsleiter der Senioren.

Gegen den Schwund: FC Oeding stellt Kodex für Umgang mit Schiedsrichtern auf

Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Oedinger Fußballabteilung haben den Kodex im Klubheim diskutiert. © FC Oeding

Im Vorwort des Kodex‘ geht es auch um die Folgen, die ein weiterer Rückgang der Schiedsrichterzahl im Kreis haben könnte; etwa, dass es möglicherweise keine Ansetzungen mehr im Jugend- sowie im unterklassigen Seniorenbereich geben könnte. Die Regeln sollen für alle Mannschaften im Verein gelten. Die Nicht-Einhaltung zieht demnach Konsequenzen nach sich.

So sollen etwa körperliche Angriffe jeglicher Art künftig den Vereinsausschluss nach sich ziehen. Neben einer Kontaktperson, die sich um das ganze Spiel herum um die Belange des Schiedsrichters (Kabine, Computer, Verpflegung und weiteres) kümmert, sollen künftig bei Spielen der ersten Mannschaft immer drei Personen mit deutlich sichtbaren Ordnerwesten „für den Schutz des Schiedsrichters eintreten“.

Mit Bannern im Eingangsbereich des Grenzstadions will der Klub auf diese Regeln aufmerksam machen. Der genaue Wortlaut ist in diesem Facebookpost des FC Oeding zu lesen:

Willy Westphal, Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld, begrüßt das Vorgehen der Oedinger sehr. „Solche Aktionen stimmen uns als Kreisvorstand natürlich froh und zeigen, dass die Vereine selbst erkennen, dass sie etwas tun müssen. Dass gerade ein Verein wie der FC Oeding, der eigentlich nie durch grobes Fehlverhalten gegenüber Schiedsrichtern aufgefallen ist, einen solchen Kodex aufstellt, davor kann man nur den Hut ziehen.“

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