Stefan Bennink zur Lüntener Tabellenführung: „Wir sind da gebrandmarkt“

mlzFußball-Kreisliga A

Spielertrainer Bennink spricht im Interview über den perfekten Saisonstart der Grün-Weißen. Doch mit Blick auf die Vergangenheit genießt der Coach die aktuelle Lage mit Vorsicht.

Lünten

, 20.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn erst zwei Spieltage absolviert sind, darf GW Lünten in der Kreisliga A1 wohl als Team der Stunde bezeichnet werden. Die Mannen vom Mergelkamp stehen nach ihrem fulminanten 8:0-Erfolg gegen den SuS Stadtlohn II an der Tabellenspitze. Über den perfekten Saisonstart haben wir mit Spielertrainer Stefan Bennink gesprochen.

Stadtlohn II ist normalerweise keine Laufkundschaft. Wie konnte ihr Team am Sonntag einen 8:0-Sieg einfahren?
Die sind definitiv keine Laufkundschaft! Aber das war so ein Tag, an dem bei den Stadtlohnern absolut nichts zusammenlief und bei uns einfach alles. Mit der ersten Aktion nach zehn Sekunden haben wir schon das 1:0 gemacht und dann nahm alles seinen Lauf. Wir hatten nicht mal mehr Chancen als beim 2:1 in Ahaus am ersten Spieltag, haben sie aber ausnahmsweise mal konsequent genutzt.

Zwei Siege im Kreispokal, zwei in der Meisterschaft. Grundsätzlich läuft es bislang rund bei Grün-Weiß. Worauf führen Sie den guten Saisonstart zurück?
Wir haben nicht am großen Rad gedreht, aber schon ein paar Dinge verändert. Zum einen haben wir unser System ein bisschen umgestellt, die Mannschaft fühlt sich darin wohler. Außerdem machen wir jetzt eine Trainingseinheit pro Woche in Zusammenarbeit mit der Praxis Rietfort, wo wir im Kraft-Ausdauerbereich arbeiten. Ich denke, dadurch sind die Jungs einen Tacken fitter. Ein wichtiger Faktor ist sicher auch der Kopf. Das erste Pokalspiel gegen Hiddingsel war ein Pflichtsieg, der Sieg danach gegen den FC Vreden hat aber sicher noch mal Kräfte freigesetzt, da fällt dann vieles leichter.

Was macht Ihre Mannschaft denn schon gut, und wo sehen Sie noch Nachholbedarf?
Die Defensive war in den letzten 10, 15 Jahre nicht das Prunkstück bei GW Lünten. Daran haben wir viel gearbeitet und ich merke schon, dass wir da zuletzt deutlich stabiler geworden sind. Gut ist auch, dass wir uns in allen Spielen dieser Saison fünf bis zehn richtig klare Torchancen erspielt haben, die wir insgesamt aber noch konsequenter nutzen könnten. Außerdem wünsche ich mir im Ballbesitz noch mehr Kontrolle und Ruhe.

Der Kader hat sich im Vergleich zur Vorsaison nur leicht verändert. Thorben Stratmann kam als einziger externer Zugang aus der Landesliga von Eintracht Ahaus. Welchen Anteil hat er am gelungenen Start?
Ich bin immer auf dem Standpunkt, dass ein externer Neuzugang schon ein, zwei Klassen besser sein muss. Das ist bei Thorben der Fall. Ich kenne ihn ja noch aus meiner Zeit in Ahaus und muss sagen, dass er ein überragender Fußballer ist mit klarem Kopf und sehr viel Ruhe am Ball. Er ist ein Gewinn für uns und hat sich in den paar Wochen schon ein hohes Standing in der Mannschaft erarbeitet.

Am Wochenende steht das Duell beim FC Vreden an, dann folgt das Derby gegen Ellewick. Was rechnen Sie sich in diesen Partien aus?
Grundsätzlich bin ich froh, dass diese beiden Derbys jetzt kommen. Es sind beides starke Gegner, aber ich bin mir sicher, dass keiner der beiden uns vom Platz schießen kann. Ich erwarte enge Spiele, so wie fast jede Woche in dieser Liga. Gerade der FC wird noch eine richtige Krawatte nach dem Pokalspiel gegen uns haben.

Wie sieht es denn nach diesem Start mit der Zielsetzung für Ihr Team aus?
Die werden wir natürlich nicht ändern, sondern weiterhin versuchen, Punkte zu sammeln, um nicht wieder in den Tabellenkeller abzurutschen. Da sind wir ja leider aus den letzten Jahren gebrandmarkt. Vorletzte Saison zum Beispiel waren wir am elften Spieltag Tabellenführer und haben auch an dieser Stelle darüber geredet – danach ging es steil bergab. Ich hoffe, dass das diesmal nicht passiert.

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