Hilgemann zum Vredener Höhenflug: „Einen Aufstieg kann man nicht planen“

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Als Tabellenführer fährt die SpVgg Vreden am Sonntag zum Topspiel nach Hiltrup. Wir haben den Vredener Kapitän Niklas Hilgemann zu den Aussichten und seiner persönlichen Rolle befragt.

Vreden

, 30.11.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie oft haben Sie sich die Tabelle während der zwei spielfreien Wochen angeschaut?
Es hielt sich in Grenzen. Unser Trainer hat ja auch schon gesagt, dass die Tabelle erst mal zweitrangig ist. Schade ist, dass wir jetzt zwei Wochen nicht spielen konnten, weil wir gut drauf waren und gerne wieder den Rhythmus aufgenommen hätten. Trainiert haben wir aber trotzdem ganz normal und freuen uns jetzt auf das Spiel am Sonntag.

Als Tabellenführer fährt die SpVgg nun nach Hiltrup zum Vierten. Wie schätzen Sie die Aufgabe ein, auch nach der 1:4-Pleite im Hinspiel?
Das Hinspiel habe ich ja leider verpasst, aber das war wirklich ein schlechtes Spiel. Das ist jetzt für uns erst recht Motivation, das Rückspiel positiv für uns zu gestalten und Revanche zu nehmen. Aber Hiltrup ist ein guter Gegner, der mittlerweile den Weg nach oben in der Tabelle gefunden hat und meines Erachtens dort auch bis zum Schluss bleiben wird. Es ist jedenfalls immer schön, da zu spielen.

Warum läuft es in dieser Saison in Vreden so viel besser als im Vorjahr, als zwischenzeitlich sogar fast Abstiegskampf angesagt war?
Hauptsächlich dadurch, dass wir uns in der Breite verstärkt haben, das ist sehr wichtig. Ein anderer Punkt ist sicher auch, dass es letztes Jahr viele Umstellungen und auch Anpassungsprobleme gab. Wenn von elf Spielern nur sieben die Taktik richtig umsetzen, dann bekommst Du halt Probleme. Wir hatten sicherlich auch letzte Saison schon gute Spiele, aber jetzt bekommen wir das Ganze konstanter auf den Platz und setzen es mannschaftstaktisch besser um. Jeder weiß jetzt besser, wie der andere tickt. Aber Potenzial nach oben gibt es immer.

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Was muss denn noch besser werden, damit die SpVgg noch lange ganz oben steht, vielleicht sogar am Saisonende?
Wichtig ist, dass wir weiter Punkte sammeln, unabhängig vom Tabellenplatz. Irgendwann wird sich dann herauskristallisieren, ob wir weiter oben dabei sind oder nicht. Aber einen Aufstieg kann man nicht planen. Besser werden können wir sicher noch in der Offensive, wo wir unsere Chancen nicht immer gut genutzt haben. Oft fehlten in einem Spiel auch nur Nuancen, wie bei unserer Niederlage gegen Herford; ein Spiel, das man einfach gewinnen muss. Da fehlten die letzten paar Prozente.

Sie haben rund zehn Jahre beim SuS Stadtlohn gespielt, die SpVgg war immer der große Konkurrent in der Nachbarschaft. Fühlen Sie sich jetzt nach anderthalb Jahren in Vreden schon als Blau-Gelber?
So würde ich es jetzt nicht ausdrücken. Der Wechsel hatte ja damals sportliche Gründe. Aber ich habe mich hier bestens eingelebt und kann mich glücklich schätzen, hier zu spielen. Der Verein ist wirklich gut strukturiert, es geht familiär zu und es macht Spaß, mit den Leuten in der Mannschaft und auch im Umfeld zusammenzuarbeiten. In Stadtlohn hatte ich eine schöne Zeit, aber das ist jetzt ein neuer Lebensabschnitt.

Mit 27 Jahren haben Sie im Fußball schon einiges erlebt und erreicht. Wie lauten Ihre persönlichen Ziele für die kommenden Jahre?
Gesund bleiben, das ist eigentlich das Hauptziel und daraus ergibt sich dann alles andere. Ich hoffe natürlich, dass ich noch lange auf hohem Niveau spielen kann, weil‘s mir einfach Spaß macht. So langsam stehen auch schon Überlegungen an, ob es für mich irgendwann auch in Richtung Trainer geht. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Zum Abschluss noch mal zum Duell in Hiltrup am Sonntag: Wie geht das Spiel aus?
Ich glaube, wir schaffen es, die Null zu halten und machen vorne zwei Tore. Also 0:2.

Immer spezielle Spiele gegen Hiltrup

Ein Duell zweier guter Westfalenligisten erwartet der Vredener Trainer Rob Reekers am Sonntag. Die Partien gegen Hiltrup waren in den vergangenen Jahren oft „spezielle Spiele“, so Reekers. Dabei denkt er etwa an das Vredener 7:1 in der Vorsaison oder das 1:4 im Hinspiel, das wohl schwächste SpVgg-Spiel dieser Saison. Seine Spieler sollten das Rückspiel gegen einen spielstarken Gastgeber dennoch angehen wie jedes andere und nicht übermotiviert auftreten. „Es wäre schön, wenn wir an die guten Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen.“
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