Bernd Meyer nach seiner Freistellung: „Schade, dass es so enden muss“

Fußball-Kreisliga A

Bernd Meyer ist nicht mehr Trainer beim FC Epe II. Der Grund liegt aber nicht im sportlichen Abschneiden des A-Ligisten, vielmehr geht es um die Zusammenarbeit mit der ersten Mannschaft.

Epe

von Stefan Hoof

, 05.11.2019, 11:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bernd Meyer nach seiner Freistellung: „Schade, dass es so enden muss“

© Angelika Hoof

Ganz unterschiedliche Vorstellungen herrschen innerhalb des Trainerstabs der Seniorenabteilung des FC Epe darüber, wie die Zusammenarbeit funktionieren soll. Redakteur Stefan Hoof sprach darüber mit Bernd Meyer (63), früher unter anderem lange Trainer beim SC Ahle, der im zehnten Jahr für die Reserve verantwortlich war.

Bernd Meyer, wie kam es zur Trennung?
Am Donnerstag um 11.30 Uhr haben sich Sven Terglane und Reinhard Sundermann bei mir eingefunden, um mir die sofortige Freistellung mitzuteilen.

Der FC Epe spricht davon, dass es unterschiedliche Auffassungen von der Zusammenarbeit im Trainerstab gab...
So ist es. Vor wenigen Wochen haben sich Sven Terglane und der Trainer der 1. Mannschaft (André Hippers ; Anm. der Red.) schon mit mir unterhalten und eingefordert, dass ich Spieler, die sich im Überhang der 1. Mannschaft befinden, einzusetzen habe.

Und das haben Sie abgelehnt?
Das hat vor neun Jahren schon mal dazu geführt, dass die 2. Mannschaft ein Strukturproblem bekommen hat. Da waren nur noch vier bis fünf Spieler regelmäßig beim Training, weil viele meinten, sie würden ja eh nicht zum Einsatz kommen. Damals habe ich als Sanierer die Zweite übernommen und ihr ein neues Gesicht gegeben. Bei mir haben auch nur die Spieler gespielt, die bei mir trainiert haben.

Wie ist denn mit dieser Situation in früheren Jahren umgegangen worden?
Mit jedem Trainer der ersten Mannschaft war das ein Grabenkampf. Aber meine Mannschaft hat es mir gedankt mit guter Trainingsbeteiligung und gutem Teamspirit. Schließlich sind zwei Aufstiege während dieser Zeit ein sportlicher Beweis. Da ich bei meinen Spielern im Wort stehe, kommt eine andere Geisteshaltung für mich nicht infrage.

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Das Ansinnen des Trainers der 1. Mannschaft, dass seine Leute Spielpraxis bekommen, ist aber nicht unüblich und von der Hand zu weisen?
Der Trainer der 1. Mannschaft hat es da meiner Meinung nach leicht. Er nominiert seine 15 oder 16 Spieler und sagt den weiteren aus seinem großen Kader, dass sie Sonntag in der Zweiten spielen. Er hat so eine hohe Trainingsbeteiligung und keine Probleme. Der frühere Sportvorstand des FC Epe vertrat die Ansicht, dass 16 Spieler für die 1. Mannschaft reichen würden. Jetzt ist es halt anders.

Und die jetzige Vorgehensweise lehnen Sie ab?
Ja. Ich soll Spieler, die keine Bindung zu meiner Mannschaft haben, positionsunabhängig Sonntag für Sonntag einbauen und andererseits Spieler, die bei mir regelmäßig trainieren, dafür auf die Bank setzen. Dafür bin ich nicht zu haben. Mag sein, dass es kurzfristig zu einem sportlichen Höhenflug führt, aber mittelfristig ist das der Tod der Reserve.

Nach dem Gespräch zuvor mit Sven Terglane und André Hippers kam die Reaktion des FC Epe nicht überraschend für Sie?
Von vornherein habe ich den sportlich Verantwortlichen mitgeteilt, dass ihre Lösung für mich nicht infrage kommt, selbst dann nicht, wenn man mich freistellt. Da verbiege ich mich nicht. Schade, dass diese erfolgreiche Zusammenarbeit so enden muss.

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