Ordnung muss sein: Fehlender Eintrag kostet Fußballvereine seit 1. Januar Geld

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Einen „Leiter Ordnungsdienst“ müssen seit dem 1. Januar alle Fußballvereine für jedes Heimspiel in den Spielbericht eintragen. Tun sie das nicht, ist ein Ordnungsgeld fällig.

Kreis

, 31.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die ersten Testspiele im Januar absolviert sind, hat der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld auch erste Ordnungsgelder von den Vereinen eingezogen. In mehreren Spielberichten hatten Vereine das Feld „Leiter Ordnungsdienst“ nicht ausgefüllt. Das ist aber seit dem 1. Januar 2020 verpflichtend. Wer das nicht tut, zahlt ein Ordnungsgeld. Hier sind Fragen und Antworten zu dem Thema.

Warum müssen die Vereine seit Jahresbeginn einen „Leiter Ordnungsdienst“ benennen?
Vor allem reagiert der Fußballkreis Ahaus/Coesfeld damit auf die gestiegene Anzahl an Unsportlichkeiten – auch gegen Schiedsrichter – auf den Plätzen der Region im vergangenen Jahr. „Die Vereine waren auch vorher natürlich schon verpflichtet, für die Ordnung und Sicherheit auf ihrer Anlage zu sorgen. Aber durch das Ausfüllen im Spielbericht sollen sie weiter dafür sensibilisiert werden, dass es so wie im letzten Jahr nicht weitergehen kann“, sagt der Kreisvorsitzende Willy Westphal. Diese Entscheidung habe der Kreisvorstand im Einvernehmen mit den Vereinen gefällt.

Welche Aufgaben haben diese Leiter?
Sie kümmern sich im Namen des gastgebenden Vereins um alle Fragen der Sicherheit im Stadion beziehungsweise am Sportplatz oder in der Sporthalle und sind Ansprechpartner für die Schiedsrichter. Bei Verstößen wie dem Abrennen von Pyrotechnik, Beleidigungen aus dem Zuschauerraum oder körperlicher Gewalt sollen sie und/oder die weiteren Ordner nach Möglichkeit einschreiten.

In welchen Spielen müssen Ordner eingesetzt werden?
Grundsätzlich muss es in jedem Seniorenspiel einen Ordnungsdienst geben, selbst bei Freundschaftsspielen. Wie viele Ordner eingesetzt werden, das entscheidet jeder Klub selbst. „Die Vereine müssen ihre Risikospiele kennen“, sagt Willy Westphal. In der Regel sei es aber ausreichend, wenn ein oder zwei Personen als Ordner auftreten.

Müssen diese Ordner als solche erkennbar sein?
Ja, laut Durchführungsbestimmungen müssen sie Ordnerwesten in Leuchtfarben tragen. Und laut Willy Westphal seien diese auch hilfreich. „Ein Verein hier im Kreis, der des Öfteren Probleme mit seinen Zuschauern hatte, berichtet, dass er erstaunlich positive Erfahrungen mit Ordnern in gelben Westen gemacht hat. Das kann also ein entscheidender Faktor sein“, so Westphal. Diese Westen stellt der Fußballkreis den Vereinen kostenlos zur Verfügung.

Wer darf überhaupt als Leiter des Ordnungsdienstes eingesetzt werden?
Theoretisch jeder. Sinnvoll ist es aber, dass Vereinsmitglieder diese Aufgabe übernehmen, vor allem wegen des Versicherungsschutzes.

Kann der Leiter persönlich haftbar gemacht werden, wenn in Sachen Ordnungsdienst etwas falsch läuft?
Nein, zumindest sportrechtlich nicht. Haftbar ist immer der Verein, auf dessen Gelände etwas passiert.

Was kostet es die Vereine, wenn sie keinen „Leiter Ordnungsdienst“ in den Spielbericht eintragen?
Hier kommt der Passus „Nicht ordnungsgemäße Ausfüllung des Spielberichtes“ zum Tragen. Das fällige Ordnungsgeld steigt mit der Spielklasse: 5 Euro in der Kreisliga, 10 in der Bezirksliga, 15 in der Landesliga und so weiter. Im Wiederholungsfall verdoppelt sich der Betrag. Fehlt der Ordnungsdienst bei einem Spiel laut Eintragung des Schiedsrichters komplett, dann kommt ein Ordnungsgeld von 30 Euro in der Kreisliga und je fünf Euro mehr pro höherer Spielklasse auf die Vereine zu.

Überprüft der Fußballkreis, ob die Vereine Ordner einsetzen?
Nein, das tut er nicht. „Das wollen wir auch gar nicht“, sagt Willy Westphal. „Aber jedem Verein sollte klar sein, dass es, wenn das zum Beispiel im Falle einer Spruchkammersitzung auffällt, eine erhöhte Strafe nach sich ziehen kann.“

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