Titelverteidiger des DJK-Turniers trat nicht an, spielte aber zeitgleich beim SuS

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Der SV Schermbeck II testete am Samstag beim SuS Stadtlohn. Dabei hatte der SV auch für das parallel laufende Hallenturnier der DJK zugesagt. Dort fehlten nun Titelverteidiger und Pokal.

Stadtlohn

, 13.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen 13.30 Uhr habe Günter Boll eine Whatsapp-Nachricht erhalten. „Der Schermbecker Trainer teilte mir mit, dass er leider nicht genügend Spieler hätte, um zu kommen“, so der Abteilungsleiter der DJK Stadtlohn. Zum Testspiel beim SuS Stadtlohn, nur wenige Hundert Meter von der Halle entfernt, trat der Schermbecker A-Ligist aber noch am selben Nachmittag mit 16 Spielern an.

Für die DJK und ihr Turnier um den Sparkassen-Cup hatte die kurzfristige Absage Folgen. Der Turnierplan der Vorrunde musste umgestrickt werden, zumal ja nur noch elf statt wie geplant zwölf Teams am Start waren. „Wir hätten sogar noch einen Nachrücker in der Hinterhand gehabt“, so Günter Boll, „aber so kurz vor Turnierstart brauchte ich da natürlich nicht mehr anrufen“.

Der Schermbecker Trainer Sleiman Salha erklärte auf Nachfrage, er habe wegen eines Magen-Darm-Virus‘ sechs kurzfristige Ausfälle gehabt. Ansonsten sei der Plan gewesen, sowohl das Turnier als auch das Testspiel zu bestreiten. Nach den Ausfällen habe er aber das Spiel vorgezogen und wollte nicht „vier Spieler zum Turnier schicken, die dann da durchspielen müssen“.

Titelverteidiger des DJK-Turniers trat nicht an, spielte aber zeitgleich beim SuS

DJK-Abteilungsleiter Günter Boll (r.) und das Orgateam mussten bei der Pokalübergabe an Kapitän Nico Schemmick improvisieren, da der Wanderpokal noch in Schermbeck stand. © Johannes Kratz

Wäre die Absage aus diesem Grund noch verständlich gewesen, ärgerte sich die DJK aber darüber, dass neben dem Titelverteidiger auch der Wanderpokal für den Sieger fehlte. „Ich war nach der Absage am Samstag davon ausgegangen, dass wir den Pokal wohl noch rechtzeitig zur Endrunde zurückbekommen“, so Günter Boll. Am Sonntag musste er dann feststellen, dass das ein Irrglaube war. „Die Schermbecker hatten angeblich keine Möglichkeit, ins Vereinsheim zu kommen, um den Pokal da rauszuholen“, so der Stadtlohner.

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Nun musste das Orgateam kurzfristig improvisieren und dem Siegerteam, der ersten Mannschaft der DJK, einen anderen Pokal überreichen. Der Freude über den ersten Turniersieg des Ausrichters, der im Endspiel die Reserve des Ortsnachbarn besiegt und erstmals seit 2006 wieder das Turnier gewonnen hatte, taten die ungewöhnlichen Umstände allerdings keinen Abbruch.

Günter Bolls Resümee: „Sportlich war das Turnier durchaus gelungen, auch das Zuschauer-Interesse war in Ordnung. Ein bisschen enttäuscht waren wir von der Resonanz der Vereine aus unserem Fußballkreis. Da erhoffen wir uns im nächsten Jahr wieder mehr und werden und jetzt in der Nachbetrachtung überlegen, was wir dafür tun können.“

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