Vom Tor in den Sturm: Wie Nike Weßels die Liga kurz und klein schießt

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25 Tore in neun Spielen hat Nike Weßels vom TuS Wüllen bislang erzielt. An sich schon kurios. Doch noch mehr erstaunt, dass die gelernte Torhüterin noch gar nicht lange im Feld spielt.

Wüllen

, 12.11.2019, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit 9:5 haben die Frauen des TuS Wüllen am Wochenende die SF Ammeloe geschlagen. Fünfmal trug sich dabei Nike Weßels in den Spielbericht ein. Mit nunmehr 25 Treffern führt die 17-Jährige in ihrem ersten Jahr bei den Frauen die Torjägerliste der Kreisliga B1 an. In die Rolle der Goalgetterin ist sie vor zweieinhalb Jahren aber eher zufällig geschlüpft.

Bereits als Vierjährige fing Nike Weßels, vollständig Nike-Marie, mit dem Fußballspielen an. Bei der DJK Stadtlohn hütete sie von den Minikickern bis zur C-Jugend durchgängig das Tor – bis zur D-Jugend immer in Jungenmannschaften. Und das durchaus erfolgreich. Beim Talentförderzentrum für Mädchenfußball in Rheine trainierte sie ebenso wie bei der Westfalenauswahl. An der Position gab es erst mal keinen Zweifel: „Im Tor zu spielen, hat mir immer viel Spaß gemacht“, sagt Nike Weßels.

Zwei Torwarttore

Allerdings deutete die Stadtlohnerin ihre Torgefahr auch schon in dieser Zeit an. Bei einem Spiel gegen Fortuna Seppenrade, das 2:2 endete, erzielte Nike Weßels beide Treffer für ihr Team mit direkten Freistößen.

Doch die Zeit zwischen den Pfosten endete im Sommer 2017. Bei der DJK Stadtlohn gab es keine Mädchenmannschaft mehr, so wechselte Nike Weßels zum TuS Wüllen. Hier war der Posten im Tor bereits gut besetzt, so spielte sie fortan im Sturm. Und schlug ein wie eine Bombe. Im ersten Jahr bei den B-Junioren gelangen direkt 59 Tore, im zweiten folgten weitere 39. So hatte Nike Weßels auch großen Anteil am Gewinn der Hallenkreismeisterschaft, der Feldkreismeisterschaft und letztlich auch am Aufstieg in die Bezirksliga im Sommer dieses Jahres.

Vom Tor in den Sturm: Wie Nike Weßels die Liga kurz und klein schießt

In diesem Sommer feierte Nike Weßels (unten links) den Bezirksliga-Aufstieg mit den B-Juniorinnen des TuS. © privat

Der Wechsel zu den Frauen habe schon einige Veränderungen mit sich gebracht, wie Nike Weßels erzählt. „Das ist ganz anders als bei den Mädchen. Zum einen sind die Spielerinnen oft viel älter, zum anderen ist das Spiel viel körperbetonter.“ Außerdem galt es, sich erst mal mit den neuen Sturmpartnerinnen Hannah Rudde und Maria Dörken einzuspielen. Doch das gelang recht schnell. Nicht nur aus dem Spiel heraus trifft Nike Weßels am Fließband, auch das ein oder andere Standardtor gelang schon mit der linken Klebe.

Die starke Torquote habe auch schon bei höherklassigen Klubs Begehrlichkeiten geweckt. „Ein Wechsel ist für mich im Moment aber kein Thema, weil ich mich in Wüllen sehr wohlfühle“, so Nike Weßels. Einen anderen Grund nennt auch ihr Vater Klaus, gleichzeitig ihr Trainer beim TuS. „In der Jugend hatten wir schon sehr viel Fahrerei nach Kaiserau und so weiter. Das muss jetzt nicht mehr sein.“

Vom Tor in den Sturm: Wie Nike Weßels die Liga kurz und klein schießt

Nike Weßels (v.) im Zweikampf © Sascha Keirat

Außerdem gehe es für die 17-Jährige nun auch darum, den Fokus auf das anstehende Abitur zu richten. Die Schule nimmt neben dem Fußball – Nike Weßels trainiert auch noch eine F-Jugend-Mannschaft bei der DJK Stadtlohn – viel Zeit in Anspruch.

Talent von den Eltern

Das Talent hat sie übrigens auch von ihren Eltern geerbt: Vater Klaus war früher als Stürmer aktiv, Mutter Birgit, ebenfalls Linksfuß, spielte auch lange bei der DJK. Beide beobachten derzeit zufrieden, wie ihre Tochter die Liga kurz und klein schießt. Und vielleicht mit dem TuS, aktuell Zweiter hinter der SG Heek/Oldenburg, einen weiteren Aufstieg feiern kann.

Nike Weßels selbst betont: „Ein persönliches Ziel, was die Tore angeht, habe ich nicht. Ich will nur meinen Teil zum Erfolg der Mannschaft beitragen.“

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