Gelbe und Rote Karten für Trainer: Die Meinungen im Kreis sind geteilt

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Ab dieser Saison können auch Trainer Gelb und Rot sehen. Wir haben uns bei Trainern im Fußballkreis und dem Schiedsrichter-Lehrwart dazu umgehört.

Kreis

, 07.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Wochenende hat es den ersten Prominenten erwischt: ManCity-Trainer Pep Guardiola sah im Duell mit dem FC Liverpool die Gelbe Karte, nachdem er an der Seitenlinie gewütet hatte. Das kann jetzt auch den Trainern im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld blühen. Wir haben einige von ihnen dazu befragt – und auch den Schiedsrichter-Lehrwart.

Zu viel Meckerei von der Seitenlinie wurde bislang mit einer Verwarnung und schlimmstenfalls mit einem Innenraumverweis geahndet. Künftig haben die Schiedsrichter die Möglichkeit, den Offiziellen, also Trainern oder Mannschaftsbetreuern, Karten zu zeigen. Während die Gelbe Karte ohne Folgen bleibt, führen die Gelb-Rote und Rote Karte zu einem Ordnungsgeld. „Eine Spielsperre gibt es im Verband Westfalen nicht. Beleidigungen, Bedrohungen und so weiter landen allerdings vor dem zuständigen Sportgericht“, erklärt Daniel Fischer, Schiedsrichter-Lehrwart im Fußballkreis.

Hochrangigster Trainer wird bestraft

Kann der Unparteiische den Schuldigen nicht identifizieren, erhält immer der hochrangigste Trainer auf der Bank die jeweilige Karte. Das betrifft bei einem Trainergespann den Trainer, der im Spielbericht als erster aufgeführt ist und, sofern ein Spielertrainer auf dem Platz steht, seinen ersten Vertreter.

Gelbe und Rote Karten für Trainer: Die Meinungen im Kreis sind geteilt

Pep Guardiola, Trainer von Manchester City, sah am Sonntag die Gelbe Karte. © picture alliance/dpa

Diese Tatsache findet etwa Uwe Stampfer, Trainer des TuS Wüllen, etwas ungerecht: „Wenn irgendjemand etwas reinruft, bin ich als Trainer dran? Das ist schon komisch.“ Er sieht sich selbst eher als emotionalen Motivator von der Seitenlinie und befürchtet, dass ihm, etwa durch Gelbe Karten, ein Mittel genommen werden könnte.

„Werden jetzt nicht mit Karten um uns werfen“

Hierzu sagt Daniel Fischer: „Ich habe noch am Montagabend unsere Schiedsrichter zu dem Thema geschult und ganz klar gesagt, dass wir wegen der neuen Regel jetzt nicht plötzlich anfangen sollten, mit Karten um uns werfen.“ Er verweist darauf, dass die Unparteiischen im Kreis „die Trainer in 80 bis 90 Prozent der Spiele gar nicht ansprechen müssen.“

Dass Karten die Ausnahme bleiben hofft auch Franz-Josef Becking vom SuS Stadtlohn II. „Für mich bringt ein persönliches Gespräch immer mehr als eine Karte. Klar müssen wir Trainer auch bestraft werden, wenn wir uns daneben benehmen. Aber dass ein Schiedsrichter mehr Ruhe in ein Spiel bekommt, indem er eine Karte zeigt, bezweifle ich.“

„Keine Probleme“

„Völlig entspannt“ sieht Matthias Wesseler, Trainer der Sportfreunde Ammeloe, der neuen Regel entgegen. „Bei uns geht es an der Seitenlinie immer ruhig zu, daher denke ich nicht, dass wir dadurch Probleme bekommen.“ Auf die Schiedsrichter in der Kreisliga, der die Spiele in der Regel ohne Assistenten leiten, prassele schon genug ein. „Die haben es oft schwer und deshalb ist es wichtig, dass wir respektvoll mit ihnen umgehen.“

Ein Befürworter der neuen Regel ist Frank Wegener, Trainer bei Eintracht Ahaus. „Ich kann an der Linie auch mal impulsiv werden. Aber grundsätzlich haben wir Trainer eine Vorbildfunktion. Da wir den Spielern immer predigen, dass zu heftige Diskussionen mit dem Schiedsrichter Tabu sind, sollten wir selbst auch nicht wie die HB-Männchen an der Linie rumtoben.“ Eine Gelbe Karte könne dabei helfen, einen Trainer etwas zu beruhigen.

„Verhältnis wird nicht belastet“

Das sieht auch Daniel Fischer so. „Es ist ja genau wie bei den Spielern auch: Wenn ich schon Gelb gesehen habe, halte ich mich zurück.“ Der Lehrwart glaubt nicht, dass das Verhältnis zwischen Schiedsrichtern und Trainern durch die neue Regel belastet wird.

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