Grenzerfahrung bei WM: Sergej Gessler meistert im Extrem-Parcours 76 Hindernisse

mlzExtrem-Hindernislauf

Einen Lebenstraum erfüllte sich Sergej Gessler mit der Teilnahme an der WM im Extrem-Hindernislauf. Er machte dabei Grenzerfahrungen – speziell dem „typisch englischen Wetter“ geschuldet.

Ahaus

, 24.10.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war sicher das Härteste, was ich bisher mitgemacht habe.“ Sergej Gessler, Extrem-Hindernisläufer aus Ahaus (Münsterland Zeitung berichtete), hat bei der Obstacle Course Racing-Weltmeisterschaft in Brentwood bei London besondere Grenzerfahrungen gemacht. Dabei seien die Hindernisse mit wenigen Ausnahmen gar nicht einmal so schwierig gewesen wie bei der EM in Polen zuletzt.

Allerdings machten die „typisch englischen Bedingungen“ den Athleten, darunter rund 80 aus Deutschland, das Leben schwer: „Eine Woche Dauerregen hatte schon Wirkung gezeigt. Vom ursprünglichen Rasen war nach dem ersten Lauf nicht mehr viel zu sehen, alles war matschig, die Hindernisse entsprechend dreckig und glatt“, so Gessler.

Tortur nach Dauerregen

Als „lockerer Aufgalopp“ dienten dabei noch die drei Kilometer am ersten Tag, die Kurzdistanz. 15 Kilometer und 76 Hindernisse sollten am zweiten folgen. „Rund drei Viertel der Teilnehmer hat gar nicht erfolgreich gefinisht, das sagt schon viel aus“, wankte auch der Ahauser immer wieder „zwischen Aufgabe und Weitermachen“ hin und her. „Da geht einem so viel durch den Kopf. Am Ende fragt man sich auch, wofür man den ganzen Aufwand vorher betrieben hat“, so Gessler.

Grenzerfahrung bei WM: Sergej Gessler meistert im Extrem-Parcours 76 Hindernisse

© privat

Diese Motivation und das nötige Adrenalin sorgten auch dafür, dass der 31-jährige ehemalige Boxer die Schmerzen nach zwei Stürzen auf den Arm nicht mehr spüren sollte. Aus diesem Grund musste Gessler am letzten Wettkampftag im Team-Relay auch passen. „Am Ende ging es bei den meisten gar nicht mehr um die Zeit, alle wollten ihr Bändchen behalten“, so Gessler.

Zum Hintergrund: Jedes Hindernis auf der Strecke kann so häufig wie nötig in Angriff genommen werden, es muss nur auch gemeistert werden – sonst droht die Disqualifikation. Sprich das Startband wird entzogen, man darf dennoch außer Konkurrenz den Lauf beenden. „Ich habe dann irgendwann den Kopf ausgeschaltet und es letztlich irgendwie geschafft“, freut sich der Extremsportler. Nach gut dreieinhalb Stunden überwand er die Ziellinie.

Grenzerfahrung bei WM: Sergej Gessler meistert im Extrem-Parcours 76 Hindernisse

© privat

Der Lohn: Unter 787 Finishern auf den drei Kilometern wurde Sergej Gessler 183., in der Altersklasse der 31- bis 39-Jährigen 74. von 243 Finishern. Bei den 15 Kilometern wurde er letztlich insgesamt 478., fast 2000 hatten ursprünglich den Versuch gestartet. „Wie gesagt: Bei der Vielzahl an Aufgaben bin ich einfach zufrieden, schade um die Verletzung am zweiten Tag. Das alles wäre ohne die Unterstützung meiner Familie, meines Teams und meines Trainers Jan Willem Hengeveld nicht möglich gewesen. Auch das hat mich angetrieben.“

WM in USA nächster Traum

Sergej Gessler blickt bereits voraus. In den kommenden Wochen will der Ahauser den Fokus auf das Laufen legen – „da ist die Konkurrenz schon extrem schnell unterwegs“. Anfang 2020 geht er dann zum Kraft- und Techniktraining über – alles in Vorbereitung auf die EM in Italien (Trentino). Ein nächster Traum wäre die WM 2020 in den USA (Vermont): „Das ist natürlich auch sehr kostspielig. Da haben die Pros schon andere Möglichkeiten in diesem Sport.“

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