Heeks Routinier Kai Epping: „Man spürt die Euphorie im ganzen Dorf“

mlzFußball-Kreisliga A

Seit 13 Jahren spielt Kai Epping schon in der ersten Mannschaft des SV Heek. So rosige Zeiten wie jetzt hat er selten erlebt, wie er im Interview verrät.

Heek

, 25.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit zuletzt sechs Siegen in Folge ist der SV Heek eindeutig in der Erfolgsspur. So gut wie aktuell stand die erste Mannschaft lange nicht da. Wir haben bei einem nachgefragt, der auch schon andere Zeiten im Dinkelstadion miterlebt hat: Kai Epping (31) spricht über die aktuelle Lage.

Kein anderer Spieler ist so lange in der ersten Mannschaft dabei wie Sie. Wie erleben Sie die aktuelle Situation?
Das stimmt, ich bin schon seit 13 Jahren in der ersten Mannschaft, habe Auf- und Abstiege miterlebt und in der Kreisliga A war oft Abstiegskampf angesagt. In den letzten drei Jahren haben wir einen Aufschwung erlebt, sind erst Elfter geworden, dann Sechster und jetzt spielen wir mal oben mit. Man spürt echt eine Euphorie im ganzen Dorf.

Sechs Siege gelangen zuletzt nach der Niederlage in Gronau zum Saisonstart. Hatten Sie damit gerechnet, dass sich das Team mit dem neuen Trainer und den Neuzugängen so schnell findet?
Also, dass wir unten den ersten Fünf landen können, damit habe ich schon gerechnet. Vieles hat tatsächlich schon gut gefunden, was die Abstimmung und die Laufwege angeht. Was mich aber am meisten überrascht, ist, dass wir so deutliche Siege einfahren. 4:0 in Schöppingen, jetzt 6:1 gegen Wessum – das sind Gegner, gegen die wir uns in den letzten Jahren immer richtig schwergetan haben.

Der HSV stellt mit 29:5 Toren die beste Abwehr und den besten Angriff der Liga, trotzdem steht der ASV Ellewick auf Platz eins…
Genau, die meisten Punkte haben wir leider noch nicht. Ich gehe aber nicht davon aus, dass die Ellewicker jedes Spiel gewinnen werden, genauso wie wir auch. Ich rechne eigentlich mit einem Vierkampf um den Aufstieg zwischen Ellewick, Schöppingen, Gronau und uns.

Sie selbst agieren als Verteidiger. Was hat sich für Sie in dieser Saison verändert?
Obwohl ich gar nicht so groß bin, habe ich in den letzten Jahren meistens in der Innenverteidigung gespielt, auch weil die Alternativen fehlten. Jetzt haben wir mit Robin Kersting einen dazubekommen, sodass ich wieder als Außenverteidiger spielen kann, was mir eigentlich besser liegt.

In den vergangenen Jahren waren Sie noch Kapitän, jetzt trägt Jonas Bomkamp die Binde. Ist das für Sie ein Problem?
Nee, überhaupt nicht. Jonas ist erster Kapitän und ich zweiter. Da er als Sechser oder Zehner eine zentralere Rolle auf dem Platz einnimmt, macht das auch Sinn. Unser Trainer Rainer Hackenfort hat mich vor der Saison auch angerufen und die Situation mit mir besprochen. Ich denke, es ist auch durchaus normal, dass es unter einem neuen Trainer auch einen neuen Kapitän gibt. Von daher ist alles gut

Jetzt lesen

Sie haben von einer Euphorie gesprochen. Inwiefern spürt man die auch im Umfeld?
Man wird im Dorf häufig auf den aktuellen Erfolg angesprochen, sei es morgens beim Bäcker oder abends in der Kneipe. Auch die Zuschauerzahlen sind deutlich gestiegen. Beim letzten Heimspiel hatten wir über 200 Leute da, manche sagen sogar über 300. Beim Auswärtsspiel in Schöppingen waren die Heeker Zuschauer in der Überzahl und auch in Südlohn war die Tribüne voll. Das ist schon eine super Sache.

Sie haben mit der Mannschaft auch schon in der B-Liga gespielt, sind 2012 und 2015 aufgestiegen. Worauf führen Sie die positive Entwicklung der letzten Jahre zurück?
Da muss man auf jeden Fall die verbesserte Jugendarbeit erwähnen. Zuletzt sind viele gute Spieler aus der Jugend aufgerückt – und vor allem auch geblieben. Da kann man Matteo Schultewolter nennen, der trotz Angeboten aus höheren Ligen immer bei uns bleiben wollte. Ich war mit 25 Jahren schon der älteste Spieler der Mannschaft, weil es in den Jahrgängen über mir eine große Lücke gab. Das füllt sich jetzt von unten wieder auf, was sehr positiv ist. Und zum anderen kommen Heeker wie Jonas Bomkamp oder Luka Kösters zurück, obwohl sie bei größeren Vereinen ausgebildet wurden.

Sie haben seit der Jugend für den HSV gespielt. Welche Ziele verfolgen Sie noch mit dem Verein?
Aufzusteigen und Bezirksliga zu spielen, das wäre natürlich noch mal was. Und natürlich von schweren Verletzungen verschont bleiben, sonst kann es in meinem Alter schnell vorbei sein. Für die Zeit danach könnte ich mir vorstellen, wieder einen Trainerposten zu übernehmen. Ich bin ja vor einige Jahren schon mal als C-Jugendtrainer in die Bezirksliga aufgestiegen und haben auch schon die B-Jugend trainiert. Mal schauen, was kommt.

Lesen Sie jetzt