Heinz Woltering: Ahauser Dauerläufer hat auch mit 80 noch nicht genug

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Im Schnitt läuft er immer noch 2500 Kilometer pro Jahr. Und das, obwohl Heinz Woltering in diesem Jahr bereits seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Der Ahauser hat noch immer nicht genug.

Ahaus

, 26.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Den bislang letzten Start bei einem Wettkampf hat Heinz Woltering vom Lauftreff des VfL Ahaus in diesem Jahr kurz vor seinem 80. Geburtstag beim 50. Volkslauf des TV Vreden absolviert. Er ging Ende Februar im Widukindstadion zusammen mit 113 weiteren Landstrecklern die Zehn-Kilometer-Distanz an und erreichte das Ziel nach 1:02.32 Stunden.

Das war Rang 98 in der Gesamtwertung und Platz eins in der Altersklasse M 80. Woltering war mit sich zufrieden. „Alles von einer Stunde bis eine Stunde und zehn Minuten ist meinem Alter gut“, sagte er kurz nach dem Zieleinlauf.

Für den Ahauser sollte der Start in Vreden ein Trainingslauf für den Enschede-Marathon Mitte April sein. Da wollte er zusammen mit einer großen Gruppe des Ahauser Lauftreffs den Halbmarathon laufen. Der Start hat dann aber wegen der Corona-Pandemie nicht mehr stattfinden können. Weitere Starts hat der Ahauser Hobbyläufer im Moment nicht geplant. „Es ist ja alles abgesagt worden. Vielleicht geht es Ende des Jahres mit dem Silvesterlauf in Stadtlohn weiter.“

Wieder voll im Training

Nach der Corona-Pause hat jetzt vor Kurzem auch das Training beim VfL-Lauftreff wieder begonnen. Heinz Woltering ist wieder dabei. Er geht seit dem Jahr 2002 einmal pro Woche zum Krafttraining und absolviert vier Laufeinheiten, ungefähr 50 Kilometer pro Woche.

Mit dem Laufsport hat der Ahauser vor 44 Jahren begonnen. Vorher hatte der Sport im Leben des viel beschäftigten Hülsta-Abteilungsleiters im Werk Ottenstein keinen Platz. Damals wurde gerade der Lauftreff des VfL Ahaus gegründet und Heinz Woltering nahm 1976 einen Zeitungsartikel mit dem Lauftreff-Gründungsaufruf zum Anlass, es selbst einmal mit dem Laufen zu probieren.

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Nur wenig später lief die ganze Familie. Ehefrau Gerda und die beiden Kinder Stefanie und Frank gingen mit zum Training. „Die Bewegung ist für mich Entspannung pur und ein sehr guter Stressabbau. Schon nach einem Kilometer ist der Kopf frei“, sagt Woltering. Einen Zeitmesser auf der Strecke braucht er nicht. „Ich habe Laufen noch ohne Uhr gelernt.“ Er ist bis heute aktiv geblieben und hat den Lauftreff in den Jahren von 1986 bis 2003 geleitet.

Im Lauf der Jahre hat Heinz Woltering bis heute 51 Marathonstarts, 110 Halbmarathons und 120 Läufe über zehn Kilometer hinter sich gebracht und dabei viele Urkunden und über 50 Medaillen gesammelt.

Über 50 Medaillen hat Heinz Woltering auf den verschiedensten Laufstrecken gesammelt.

Über 50 Medaillen hat Heinz Woltering auf den verschiedensten Laufstrecken gesammelt. © Johannes Kratz

Seinen ersten Marathon ist er 1981 in Dülmen gelaufen. Dabei hat er für die 42 Kilometer 3:45 Stunden benötigt. In den nächsten Jahren folgten Starts bei den großen Stadtmarathonläufen in Berlin, Hamburg, Wien, Rotterdam und Amsterdam. Beim London-Marathon war auch Tochter Stefanie mit dabei. „Meine Bestzeit liegt bei 2:53 Stunden, die bin ich 1985 in Berlin gelaufen.“

In Essen ist der Ahauser im Jahr 2010 zum letzen Mal bei einem Marathon an den Start gegangen. Dabei hat er in 3:45 Stunden Platz zwei in der Altersklasse M 70 belegt. „Der Sieger war eine Minute schneller als ich.“ Danach war Schluss mit den Marathon-Starts. „Ich will keine vier Stunden lang Marathon laufen. Darum habe ich aufgehört“, erklärt Woltering.

Zwei Ultraläufe gemeistert

Mit dem Swiss-Alpine-Lauf in Davos (1991) und dem Rennsteiglauf in Eisenach (1997) hat Heinz Woltering auch zwei Ultraläufe über 68 und 74 Kilometer gemeistert. „Sowas macht man nur einmal im Leben.“ Beim Swiss-Alpine-Lauf haben die Teilnehmer auf ihrem Weg zum Ziel zwischenzeitlich 2600 Höhenmeter über einige Alpenpässe zu bewältigen.

„Das ist der härteste Berglauf der Welt. Das war sehr anstrengend. Ich bin nach 7:56 Stunden ins Ziel gelaufen“, schildert der Ahauser seine Eindrücke. „Auf der Strecke habe ich regelmäßig alle fünf Kilometer eine Trinkpause eingelegt, das ist sehr wichtig. Danach geht es direkt weiter.“

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Nach mehr als 40 aktiven Jahren als Langstreckenläufer kennt der Ahauser alle Volksläufe in der näheren und weiteren Umgebung. „Den ältesten Volkslauf gibt es beim TV Vreden. Da bin ich schon an die 40 Mal an den Start gegangen.“ Auch beim Silvesterlauf des SuS Stadtlohn war Woltering von Beginn an mit dabei. Er hat alle Läufe von der Premiere 1984 bis zum Jahr 2019 mitgemacht.

Überall in der Region unterwegs

„Ich bin aber auch regelmäßig in Epe, Gronau. Legden und Coesfeld gelaufen“, sagt Woltering. „Später ist noch Ellewick dazugekommen. Meine Bestzeit über zehn Kilometer steht bei 37:06 Minuten und im Halbmarathon auf 1:22,37 Stunden.“

Die Grundlagen für seine Starts erarbeitet sich Woltering weiterhin im regelmäßigen Training. „Ich habe in den Jahren von 1976 bis 2019 insgesamt 106.490 Trainingskilometer hinter mich gebracht“, hat der 80-Jährige ausgerechnet. „Im Schnitt laufe ich heute 2500 Kilometer pro Jahr, früher waren es 3200 Kilometer.“ Heinz Woltering will weiterlaufen, solange es geht.

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