Hogelucht-Schücker nicht mehr in Ahaus: „Dran gewöhnt habe ich mich noch nicht“

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Klaus Hogelucht-Schücker ist nach 20 Jahren beim VfL Ahaus zum SuS Stadtlohn in die Landesliga gewechselt. Im Interview spricht er über die Gründe.

Ahaus

, 14.08.2019 / Lesedauer: 3 min

In seinem Alter noch mal den Verein zu wechseln und in der Landesliga aufzuschlagen, damit hatte Klaus Hogelucht-Schücker vor wenigen Monaten noch gar nicht gerechnet. Doch nach der plötzlichen Abmeldung der ersten Mannschaft des VfL Ahaus ist auch der bisherige Kapitän von Bord gegangen und hat sich dem SuS Stadtlohn angeschlossen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Nach 20 Jahren beim VfL sind Sie nach Stadtlohn gewechselt. Haben Sie sich schon an das neue Trikot gewöhnt?
Das habe ich noch gar nicht, bisher gab es nur Trainingsanzüge zum Anprobieren. Aber so richtig daran gewöhnt, nicht mehr beim VfL zu sein, habe ich mich noch nicht.

Der VfL hat Anfang Mai zunächst den freiwilligen Abstieg aus der Bezirksliga verkündet und zwei Wochen später die Abmeldung der ersten Mannschaft. Wie haben Sie diese Entwicklung erlebt?
Das war eine Kettenreaktion. Bei vielen Spielern der ersten Mannschaft war der Wunsch da, sich zu verändern. Trotzdem hatten wir uns zusammengesetzt und einen Plan gemacht, wie wir die nächste Saison angehen wollen. Da die Bezirksliga in der kommenden Saison nicht ganz so stark ist wie in der letzten, hätten wir mit Ersatz aus unserer zweiten Mannschaft Chancen gehabt, die Klasse zu halten. Aber dann hat einer nach dem anderen seinen Abgang verkündet.

Also war die Entwicklung so nicht absehbar?
In diesem Tempo sicher nicht. Wie gesagt, es waren Signale da, dass es einige Abgänge geben wird. Dass es dann so kam, hat mich und auch Abteilungsleiter Claus Abbing total überrascht. Dann mussten unter Zeitdruck Entscheidungen getroffen werden. Wenn mehr Zeit da gewesen wäre, hätte man die Abmeldung vielleicht verhindern können. Ich habe es in meiner langen Zeit im Tischtennis jedenfalls noch nicht erlebt, dass sich eine Mannschaft auf dem Niveau abgemeldet hat.

Warum kam es für Sie nicht infrage, mit der ersten Mannschaft in der Kreisliga zu spielen?
Darüber habe ich natürlich nachgedacht und es war auch absolut keine leichte Entscheidung. Aber ich habe in der letzten Saison gut gespielt, nach meiner Reha besonders gut. Also habe ich mich entschieden, noch mal was Neues auszuprobieren. Gedanklich ist das natürlich nicht einfach, ich hatte ja nicht damit gerechnet, mit meinen 57 Jahren noch mal den Verein zu wechseln. Jetzt freue ich mich aber auf die Aufgabe in Stadtlohn.

Was waren Ihre persönlichen Highlights beim VfL?
Auf jeden Fall die eine Saison, in der wir Landesliga gespielt haben. Ansonsten ist es schon bemerkenswert, dass wir 20 Jahre am Stück auf Bezirksebene gespielt haben und immer eine konkurrenzfähige Mannschaft hatten. Und dabei hatten wir immer eine super Atmosphäre in der Mannschaft, auch mit auswärtigen Spielern wie Dieter Winking, Joachim Frintrup oder Ralph Schippers.

Wie haben Sie die ersten Trainingseinheiten mit den neuen Teamkollegen in Stadtlohn erlebt?
Grundsätzlich kannten wir uns alle natürlich schon vorher, was sicher hilfreich ist. Von den Trainingspartnern ist das Niveau jetzt schon ein höheres.

Der SuS ist gerade in die Landesliga aufgestiegen. Welche Chancen hat das Team in der neuen Spielklasse?
Ich weiß nicht, was unser Mannschaftsführer Reinhard Valtwies dazu sagt, aber meiner Meinung nach könnten wir mit dem Klassenerhalt schon zufrieden sein. Immerhin steigen zwei Mannschaften direkt ab und zwei müssen in die Relegation. Das wird schon nicht einfach, wenn man sich unsere Gegner anguckt. Aber die Mannschaft ist sicherlich Landesliga-tauglich, gerade im oberen Paarkreuz haben wir starke Leute.

Sie schlagen an Position drei auf. Was erwarten Sie für sich persönlich von der Saison?
Ja, das liegt daran, dass ich letzte Saison so viele Punkte geholt habe. In der Landesliga in der Mitte zu spielen, ist schon hoch für mich, das wird eine Herausforderung. Aber ich denke, dass ich mich nicht verstecken muss.

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