In diesen Ligen würde eine Saisonwertung richtig knifflig

mlzFußball

Ein denkbares Szenario ist der Saisonabbruch mit Wertung. Entweder anhand der Hinrundentabelle oder des aktuellen Stands. Das würde in einigen Ligen zu sehr spannenden Konstellationen führen.

Kreis

, 27.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie umgehen mit der unterbrochenen Fußballsaison? Darüber haben sich die Vorstandsmitglieder des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVVW) seit Wochen die Köpfe zerbrochen. Und zuletzt auch die Meinung der Vereine sowie der 29 Kreisvorsitzenden eingeholt. Dabei wurden bereits zwei Szenarien für das Saisonende beinahe schon aussortiert: die Fortsetzung der Saison sowie deren komplette Annullierung.

Die Zeichen stehen also – sofern rechtlich machbar – auf einen Abbruch der Saison, wobei diese trotzdem gewertet wird. Und zwar in der Form, dass es Aufsteiger, aber keine Absteiger gibt. Dabei hat der FLVW vorrangig zwei Varianten ins Auge gefasst: Die Wertung anhand der Hinrundentabelle und die Wertung anhand des Stands vor der Corona-bedingten Spielpause.

Jetzt lesen

Letztere Variante bringt aber die Tücke mit sich, dass die Teams an der Tabellenspitze in vielen Ligen nicht gleich viele Spiele ausgetragen haben. Hier kam zuletzt das Thema Quotienten-Regel auf. Dabei würde die aktuelle Punktzahl durch die Anzahl der ausgetragenen Spiele geteilt und mit 100 multipliziert.

In diesen Ligen mit Beteiligung aus dem Altkreis Ahaus könnte eine Wertung daher knifflig werden:

Westfalenliga 1: Die Lage in dieser Liga ist besonders spannend. Mittendrin Tabellenführer SpVgg Vreden. Nach der Hinrunde stand die SpVgg ganz oben und tut das und auch jetzt, während der Spielpause. Das Problem dabei: Die Vredener haben bereits ein Spiel mehr absolviert als etwa die Verfolger aus Clarholz oder auch Emsdetten, die jeweils nur einen Punkt hinter den Blau-Gelben liegen. Würde die Quotienten-Regel angewandt, wäre Clarholz vor Emsdetten Erster, die SpVgg nur noch Dritter. Zur Tabelle

Frauen-Bezirksliga: Hier ist die Lage gleich für zwei Teams aus der Region interessant: Tabellenführer SpVgg Vreden und Verfolger SuS Legden. Während die Legdenerinnen nach dem Ende der Hinrunde ganz oben standen, liegen aktuell die Vredenerinnen vorn. Und das würde sich bei einem Spiel und fünf Punkten Vorsprung auch im Falle einer Quotienten-Regelung nicht ändern. Zur Tabelle

Jessica Krutul (l.) und der SuS Legden hätten in der Frauen-Bezirksliga ebenso die Chance auf den Titel wie die SpVgg Vreden und Pauline Wassing.

Jessica Krutul (l.) und der SuS Legden hätten in der Frauen-Bezirksliga ebenso die Chance auf den Titel wie die SpVgg Vreden und Pauline Wassing. © Johannes Kratz

Kreisliga D1: Eine richtig komplizierte Konstellation ergibt sich in dieser Staffel. Hier lagen nämlich nach Beendigung der Hinserie die SpVgg Vreden IV und der TSV Ahaus II punktgleich an der Ligaspitze. In der Kreisliga zählt das Torverhältnis jedoch nicht. Wie hier entschieden würde, wenn es zu einer Saisonwertung mit der Hinrundentabelle käme, wäre noch zu klären.

Nach aktuellem Stand der Rangliste liegt der TSV bei einem ausgetragenen Spiel mehr vier Zähler vor den Vredenern, würde also auch bei der Quotienten-Regelung vorn bleiben. In dem Fall würden gleich zwei TSV-Teams aufsteigen, denn die Erstvertretung führt die Tabelle der Kreisliga D2 an. Zur Tabelle

Jetzt lesen

Frauen-Kreisliga B1: Einen Sonderfall stellt diese Liga dar. Weil nur neun Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, treten alle Teams nicht wie üblich zwei, sondern dreimal gegeneinander an. Bei insgesamt 27 Spieltagen gibt es also gar keine echte Hin- und Rückrunde und somit ist auch eine entsprechende Wertung nicht möglich.

Interessant ist auch der aktuelle Tabellenstand: Der TuS Wüllen liegt mit einem Punkt vor der SG Heek/Oldenburg, die aber eine Partie weniger ausgetragen hat. Im Falle einer Quotienten-Regelung würde die SG ganz oben stehen... Zur Tabelle

Lesen Sie jetzt