Jens Niehues hört in Nottuln auf – und strebt Wechsel „in die zweite Reihe" an

mlzBlick zum Nachbarn

Trainer Jens Niehues wird zum Saisonende dem Westfalenligisten GW Nottuln den Rücken kehren. Trotz sportlicher Erfolge. Der Stadtlohner sieht die Zeit gekommen, neue Prioritäten zu setzen.

21.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach zwei Jahren als Trainer bei GW Nottuln ist am Saisonende Schluss: Gemeinsam mit Co-Trainer Dirk Nottebaum hat der Stadtlohner Jens Niehues den Entschluss gefasst, dass er sich nach dieser Spielzeit neu orientieren wird. Diesen Entschluss habe er auch frühzeitig gefasst, um dem Verein Planungssicherheit zu schenken. Mit der sportlichen Situation beim Westfalenligisten habe die Entscheidung nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. „Es ist einfach der Zeitpunkt gekommen, an dem ich nicht mehr die komplette Verantwortung übernehmen möchte“, so der Stadtlohner.

Entscheidung reifte in der Corona-Pause

Die Corona-Zeit habe er in dieser Hinsicht genutzt, um „alles einmal zu reflektieren“, die Entscheidung sei gereift. „Ich bin mit 30 bei Eintracht Ahaus quasi hineingeschmissen worden und mache das auch nach wie vor sehr gerne. Auch nach sieben Jahren. Doch für mich habe ich gemerkt, dass ich doch der Ausbildungstrainer bin, der Fußball vermitteln möchte. Wie eine Art Lehrer“, erklärt Niehues.

Auf diesem Niveau sei die Aufgabe heute quasi ein Full-Time-Job: „Ein Beispiel: Wir haben aktuell keinen Sportlichen Leiter, also wären wir beide ab sofort auch bei der Kaderplanung voll mit im Boot. Grundsätzlich auch kein Problem. Aber: In der Summe sind es einfach zu viele Baustellen, die man als Trainer heute parallel bearbeiten muss. Unter dem Strich kommt dann das, was ich eigentlich machen will, zu kurz: die Arbeit mit der Mannschaft auf dem Platz.“

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Da er die Aufgaben stets „sehr akribisch“ angehe, zehre das auf Dauer. „Ich habe über Jahre viel für andere getan – und ich betone noch einmal: dies sehr gerne. Nun möchte ich aber auch einmal an mich denken und etwas für mich tun und mehr Zeit für die Familie haben“, strebt der Stadtlohner nun den Gang „in die zweite Reihe“ bewusst an. Auf die kommenden Monate mit der Mannschaft in Nottuln freue er sich nun besonders.

„Ich kann mir gut vorstellen, andere zu unterstützen"

Dass der Aufwand der vergangenen Jahre in der Form überhaupt zu bewältigen war, das habe er nicht zuletzt eben der Familie zu verdanken. „Und dass man mir den Job mit 30 schon zugetraut hatte, das empfinde ich als besondere Wertschätzung.“ Nun sei aber der Zeitpunkt für eine Veränderung gekommen.

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Und diese könne unterschiedlich ausgeprägt sein: „Ich kann mir gut vorstellen, andere zu unterstützen. Das kann in einer Mannschaft sein, ob in der Jugend oder bei den Senioren. Ich kann mir auch Vereinsarbeit vorstellen.“ Sollte sich ein Oberligist melden, dann könne er sich durchaus auch eine Aufgabe als Co-Trainer vorstellen. „Womöglich hospitiere ich auch oder ich nutze die Sonntage einfach, um mir Spiele anzuschauen. Denn der Fußball ist und bleibt mein Ding“, so Niehues. Nur dann vorerst „ohne die Verpflichtung, ständig immer da sein zu müssen“.

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