Kalte Dusche für SpVgg Vreden

Fußball-Westfalenliga: 3:3 in Herford

Die SpVgg Vreden drehte in Herford zunächst einen 0:2-Rückstand und ging mit 3:2 in Führung. Die Nachspielzeit kostete den Gast dann einen Großteil der Punkte.

VREDEN

, 12.11.2017, 13:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marvin Möllers (r.) und die SpVgg mussten in Herford in der Nachspielzeit den Gegentreffer zum 3:3-Endstand hinnehmen. Foto: Michael Schley (A)

Marvin Möllers (r.) und die SpVgg mussten in Herford in der Nachspielzeit den Gegentreffer zum 3:3-Endstand hinnehmen. Foto: Michael Schley (A)

Es ist immer bitter, in der Nachspielzeit einen Ausgleich zu kassieren. Doch Vredens Co-Trainer Nico Klein-Günnewick musste im Anschluss an die Achterbahnfahrt der SpVgg am Samstag beim SC Herford anerkennen, dass sich die Gastgeber das 3:3-Remis redlich verdient hatten: „Das passt schon.“ Und die Prognose, dass man den Gegner nicht am Tabellenbild beurteilen sollte, bestätigte sich voll und ganz. Herford war wie erwartet spielstark und dem Tabellendritten über weite Strecken ebenbürtig.

Wie schon in der Vorwoche musste Vreden einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen. Der SC presste hoch, die SpVgg bekam keinen Zugriff und vor allem die Außenpositionen nicht zugestellt. Und über die linke Seite bereitete Pascal Röber auch das 1:0 durch Aytürk Gecim vor (21.). Boris Glaveski war fünf Minuten später durchgestoßen und blieb am langen Bein von Sebastian Hahn hängen: ein „Kann-Elfmeter“, den Röber sicher verwandelte (26.). „Da brauchen wir nicht lamentieren, Herford hatte auch so Chancen zu einem zweiten Treffer“, hatte Klein-Günnewick aber auch eine Diskrepanz beim Gastgeber ausgemacht: „So stark Herford offensiv war, so anfällig defensiv.“ Auch bei Standards: Und eben ein Eckball auf den zweiten Pfosten sollte per Hahn-Kopfball den Anschluss bringen (33.).

Vreden jetzt defensiver

Vreden stellte sich fortan defensiver auf, ließ Herford bewusst den Ball, um über das Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen. Mit Erfolg. Die SpVgg war nun drin – und Carlo Korthals sorgte aus der Distanz noch vor der Pause für den Ausgleich (42.).

Der zweite Durchgang entwickelte sich über weite Strecken ausgeglichen. Chancen gab es auf beiden Seiten, für Vreden gerade nach ruhenden Bällen. So richtig brannte es selten in den Boxen. Beide Mannschaften lauerten auf den entscheidenden Fehler des anderen: Und diesen machte der Herforder Torwart. Dieser ließ einen Schuss von Marvin Hakvoort nach vorn abprallen, Jose Murillo staubte ab (76.). Das Blatt war nun komplett gewendet. Eine Entwicklung, die gegen Bielefeld versagt geblieben war. Und wäre Nils Temme bei einem Schuss aus spitzem Winkel und zwei Distanzversuchen, die sich knapp über das Tor senkten, konsequenter gewesen, die Entscheidung wäre gefallen.

Doch so blieb Herford im Spiel. Die starke Moral belohnten zwei Wechselspieler: Khalil Kleit brachte eine Flanke von rechts in den Strafraum, die Vadim Thomas gekonnt einköpfte: 3:3 (90.+1). Ein unterhaltsames Spiel mit besonderer Dramaturgie hatte ein gerechtes Ergebnis gefunden.

  • SpVgg Vreden: Drobe - Hahn, J. Temme (81. Ivanusic), Enning, Wiesweg, Korthals, Klein-Günnewick (66. Hakvoort),Niehuis (61. Steiner), Murillo, Möllers, N. Temme
  • Tore: 1:0 Gecim (21.); 2:0 Röber (26., Foulelfmeter); 2:1 Hahn (33.); 2:2 Korthals (42.); 2:3 Murillo (76.); 3:3 Thomas (90.+1).
  • Zuschauer: 50