Kleinere Ligen bereiten Sorge

Handball: Neue Struktur ab kommender Saison

Die Bezirksligen werden im Handballverband Westfalen in ihrer bisherigen Form zum Ende der Spielzeit 2015/16 abgeschafft. Das hat Gerd Engbrink, Vorsitzender des Handballkreises Euregio-Münsterland, jetzt mitgeteilt.

KREIS

, 10.02.2016, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Handballkreise Euregio-Münsterland und Münster, derzeit noch gemeinsam in den Bezirksligen vertreten, gehen ab der kommenden Saison ihre eigenen Wege.

Die Handballkreise Euregio-Münsterland und Münster, derzeit noch gemeinsam in den Bezirksligen vertreten, gehen ab der kommenden Saison ihre eigenen Wege.

„Die Handballbezirke Nord und Süd werden beim Verband Westfalen aufgelöst und die Spielklasse Bezirksliga an die einzelnen Handballkreise übertragen“, sagt Engbrink. „In der Saison 2016/17 wird es bei uns eine Liga mit dem Namen Bezirksliga Euregio- Münsterland geben.“ In der neu geschaffenen Liga spielen bei den Männer zwölf und bei den Frauen zehn Mannschaften um Punkte.“

Kreisligisten rücken nach

Qualifiziert für diese neue Spielklasse auf Kreisebene sind alle Vereine aus dem Handballkreis, die in dieser Saison schon in der Bezirksliga 3 aktiv sind.

Das sind in der laufenden Spielzeit bei den Männern die Handballer von TV Vreden, DJK Coesfeld, SuS Neuenkirchen, TV Emsdetten 3, TV Borghorst, Vorwärts Gronau, Ibbenbürener SpVg II und SC Nordwalde. Bei den Frauen spielen momentan DHG Ammeloe/Ellewick, SuS Stadtlohn, SuS Neuenkirchen, GW Nottuln, Falke Saerbeck und TB Burgsteinfurt in der Bezirksliga 3. Hinzu kommen die Absteiger aus der Landesliga und die beiden erstplatzieren Mannschaften aus der Kreisliga. Sollte die Spielstärke der Klasse nicht erreicht sein, rücken weiter aufstiegsberechtigte Teams aus der Kreisliga nach.

Keine Fusion mit Münster

Für den Tabellenletzten der Bezirksliga nach Abschluss der laufenden Serie gibt es eine gesonderte Regelung: Diese Mannschaft bestreitet zwei Relegationsspiele gegen den letzten Nachrücker.

Angedacht war zwischenzeitlich auch eine Fusion der Handballkreise Euregio-Münsterland und Münster. Dann hätten alle Teams aus der Bezirksliga 3 weiter in der neuen Liga antreten können. Dazu ist es jedoch nicht gekommen. „Ich habe eine Fusion befürwortet“, so Engbrink weiter. „Münster hat sich leider nicht bewegt. Dort ist gerade ein neuer Vorstand gewählt worden, vielleicht klappt es ja zum Spieljahr 2017/18.“

Sebastian Schmaloer, Trainer der DHG Ammeloe/Ellewick, kann sich mit der neuen Ligenstruktur nicht so recht anfreunden. „Die Spielklasse ist mir viel zu klein. Da gibt es nur 18 Spieltage. Die Saison beginnt erst Ende September und ist Ende März schon vorbei“, so der Coach. „Zudem wird der Sprung in die Landesliga für den Meister noch größer.“

„Niveau wird sinken“

Letzteres unterstreicht auch Frank Steinkamp, Coach der Vredener Herren in der Bezirksliga. „Schon jetzt spielen die beiden Letztplatzierten auf einem schwächeren Level als der Rest der Liga. Ich fürchte, dass das Niveau insgesamt sinken wird und dadurch besteht die Gefahr, dass man sich der Spielstärke der Liga anpasst.“ „Die Zahl der Handballmannschaften nimmt ab, der Verband muss darauf reagieren“, sagt dagegen Lars Strohkamp, Trainer der Stadtlohner Handballfrauen. „Die Qualität in der neuen Liga wird meiner Meinung nur ein wenig schwächer werden. Auch an der Spitze der Kreisliga wird guter Handball gespielt.“

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