Sprüche-Feuerwerk in der Kreisliga: „Menschlich ist der Gegner eine einzige Gurkentruppe!“

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In der Kolumne „Bratwurst, Bier, behaarte Bäuche“ berichtet unser Reporter Johannes Schmittmann regelmäßig aus den Tiefen der Kreisliga D. Er ist Co-Trainer bei Union Wessum III.

Ahaus

, 04.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kaum auf dem Trainerstuhl Platz genommen, sind auch schon vier Spieltage vorbei. Wie es gelaufen ist? Zunächst die nackten Zahlen: 7 Punkte, 15:10 Tore, Tabellenplatz 4. Ein solider Saisonstart. Dass es nicht für mehr reicht, liegt vor allem an unserem verpatzten Saisonauftakt beim FC Oldenburg III. Dabei hatte alles so gut angefangen. Durch das Ferienlager personell gebeutelt, dominierten wir das Auftaktspiel dennoch über 60 Minuten und führten hochverdient mit 3:0.

Durch eigene Schlafmützigkeit, mangelnde Chancenverwertung und Verletzungspech erweckten wir den toten Gegner wieder zu den Lebenden. Zum Dank für das Lazarus-Projekt schenkten uns die Oldenburger noch drei Kirschen ein. Da schmeckte selbst den Wessumern der Post-Match-Gerstensaft nicht mehr – definitiv die größte Überraschung des Tages.

Ein Haufen verkappter Philosophen in der Kreisliga D

Apropos Überraschung: Wer hätte gedacht, dass in der Kreisliga D ein ganzer Haufen verkappter Philosophen herumspaziert. Sätze wie „Der Körper ist schlauer als das Gehirn“ sorgen innerhalb der Mannschaft regelmäßig für metaphysische Diskurse. (Si tacuisses, philosophus mansisses).

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Auch sonst ist die „Squadra Verde“ immer für ein Zitat gut. Hier nur zwei Beispiele aus den ersten Wochen: „Die Aufstellung ist Musik in meinen Augen“ und „Menschlich ist der Gegner eine einzige Gurkentruppe“. Auch mit den Unparteiischen kam es zu interessanten Wortwechseln. Auf Nachfrage des Schiedsrichters, wer denn zuletzt am Ball war, antwortete unser Flügelflitzer wahrheitsgetreu: „Er hat mich wenigstens genauso angeschossen wie ich ihn.“

Schiri: „Verpfiffen habt ihr euch heute selbst“

Zwar gab es anschließend den Eckball, allerdings kurz vor Schluss nicht den glasklaren Elfmeter beim Stand von 2:3. Alle Proteste wies der Referee nach dem Spiel von sich: „Verpfiffen habt ihr euch heute selbst.“

Am Sonntag steht nun das Topspiel beim hochdekorierten und stets bescheidenden TSV Ahaus an.

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Deren Trainer fordert auf der vereinseigenen Homepage: „Ich verlange von der Mannschaft (...) im Heimspiel die Zehn-Tore-Marke zu knacken.“ Ich halte es da mit der Werder-Legende Sebastian Prödl: „TSV Ahaus ist wie ein Zahnarztbesuch. Muss jeder mal hin. Kann ziemlich wehtun. Kann aber auch glimpflich ausgehen.“ Wie ich meine Mannschaft kenne, sorgt sie für die nötige Betäubung schon am Vorabend.

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