Vorerst kein neuer Kunstrasenplatz in Ahaus – Pläne liegen auf Eis

mlzFußball

Der Wunsch der Ahauser Fußballer nach neuen Kunstrasenplätzen bleibt bis auf Weiteres unerfüllt. Vertreter der Klubs und der Stadt einigten sich jetzt darauf, die Pläne auf Eis zu legen.

Ahaus

, 11.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Debatte zieht sich bereits über Jahre. Zuletzt schien die Frage nicht mehr zu lauten, ob in Ahaus neue Kunstrasenplätze entstehen, sondern nur noch, wann und wo die ersten gebaut werden sollen. Wessum und Alstätte waren die priorisierten Standorte, 900.000 Euro sind im aktuellen Haushalt der Stadt bereits dafür eingeplant. Doch das Thema hat nun eine neue Wendung erhalten.

Vor allem aufgrund der im Sommer aufgekommenen Debatte um ein mögliches Verbot von Mikroplastik in der EU sehen die Verantwortlichen die vernünftigste Lösung darin, erst einmal keine weitere Kunstrasenspielfläche neben der bei Eintracht Ahaus zu errichten. Stattdessen sollen die bestehenden Rasenplätze in ihrer Nutzbarkeit, speziell in den Wintermonaten, mit den vorhandenen finanziellen Mitteln optimiert werden.

Jetzt lesen

Die Stadt Ahaus hatte Vereinsvertreter in der vergangenen Woche zum Gespräch ins Rathaus gebeten. Dabei stellte Dr. Günter Breuer, Vertreter eines externes Fachbüros, die gewonnenen Erkenntnisse darüber vor, welche Möglichkeiten zum Bau eines Kunstrasens an welchem Standort bestehen. Dabei taten sich, auch unabhängig vom Thema Mikroplastik, einige Unwägbarkeiten auf. Die Sportanlagen des TuS Wüllen, des TSV Ahaus und von Union Wessum beispielsweise liegen im Wasserschutzgebiet Ortwick. Würde hier ein Kunstrasenplatz errichtet, müsste das Regenwasser von diesem separat abgeführt werden, um das Granulat aufzufangen – Aufwand und Kosten würden ein solches Projekt erschweren.

In Wessum kommt der Faktor Lärmschutz hinzu, da die Anlage an der Südstraße mitten im Wohngebiet liegt. Gleiches gilt laut Gutachten auch für die Sportplätze des FC Ottenstein, die zumindest teilweise an Wohngrundstücke grenzen. Am besten geeignete Standorte wären laut dem Fachbüro die Plätze des 1. FC Oldenburg und der Sportfreunde Graes.

Vorerst kein neuer Kunstrasenplatz in Ahaus – Pläne liegen auf Eis

Auf der Anlage von Union Wessum ist laut Gutachten auch der Lärmschutz ein Problem. © Sascha Keirat

Ausschlaggebender Punkt, dass vorerst kein neuer Kunstrasen in Ahaus entsteht, war aber das Thema Mikroplastik, welches sich in der Regel im Kunstrasen-Granulat befindet. Das Risiko, einen neuen Platz in ein paar Jahren möglicherweise umbauen oder stilllegen zu müssen, erschien den Verantwortlichen zu groß.

Und in diesem Punkt seien sich auch alle Beteiligten einig gewesen, berichtet etwa Stefan Eing, der als Vorsitzender des VfB Alstätte an der Gesprächsrunde teilnahm. „Der Umweltaspekt ist ein wichtiger. Aus meiner Sicht ist es richtig, jetzt erst mal Abstand vom Bau eines Kunststoffplatzes zu nehmen. Es weiß schließlich niemand so genau, wo die Reise hingeht.“ Andere Füllmaterialien wie Kork oder Quarzsand seien derzeit keine Alternativen.

Vereine erstellen „Wunschlisten“

Stadt und Vereine sind nun so verblieben, dass die Klubs sich intern beraten und bis zum 30. September eine Liste mit denkbaren Maßnahmen erstellen, um ihre vorhandenen Rasenplätze wintertauglicher zu machen. Beispielsweise durch neue Flutlichter mit LED oder Be- und Entwässerungsanlagen. Hermann-Josef Brüning, Vorsitzender von Union Wessum, sagt: „Das ist erst mal eine Lösung, von der alle Vereine sofort etwas haben könnten. Würden wir unseren Antrag auf Kunstrasenplätze aufrechterhalten, würde sich das Ganze wahrscheinlich noch über Jahre hinauszögern.“

Beim TuS Wüllen sei unter den neuen Voraussetzungen zum Beispiel im Gespräch, einen zusätzlichen Platz zu errichten, um die bestehenden Rasenflächen in den kalten Monaten zu entlasten, wie der Vorsitzende Hubert Kersting berichtet. In Wessum, so erklärt Hermann-Josef Brüning, wünsche man sich Flutlicht für den Hauptplatz, eine professionelle Bewässerungsanlage und eine neue Drainage für Platz zwei.

Inwiefern diese und andere Maßnahmen auf den Sportplätzen tatsächlich umgesetzt werden, darüber muss letztlich im Ahauser Rathaus entschieden werden.

Lesen Sie jetzt