Steven Orlowski: Von der Topform in die Zwangspause

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Erst im Februar legte Steven Orlowski aus Stadtlohn eine Fabelzeit beim Halbmarathon in Barcelona hin. Auf dem Höhepunkt seiner Form bremst ihn neben Corona auch eine Verletzung.

Stadtlohn

, 12.04.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Langstreckenläufer ist Steven Orlowski in der aktuellen Krise nicht ganz so arg gebeutelt wie viele andere Sportler. Laufen lässt es sich schließlich noch relativ problemlos. Vielmehr macht dem 23-Jährigen im Moment eine Verletzung am rechten Schienbein zu schaffen, für die noch keine genaue Diagnose vorliegt. „Vielleicht ist es ein Ermüdungsbruch oder ein muskuläres Problem“, sagt Steven Orlowski.

Doch weder von dieser Blessur noch von der Corona-Krise lässt sich der Stadtlohner entmutigen. „Eigentlich ist jetzt gerade ja die beste Zeit, um verletzt zu sein. Man verpasst ja keine Wettkämpfe“, sagt Orlowski lapidar. Grundsätzlich sei die Zwangspause auch eine Gelegenheit, um einmal die Trainingsinhalte zu fokussieren, die sonst eher auf der Strecke bleiben: Gymnastik oder Stabilisationsübungen.

„Mit diesem Lauf bin ich in die nationale Elite vorgestoßen“

Diese Dinge kann Orlowski problemlos in seiner Dortmunder WG absolvieren. Was zurzeit natürlich ausbleibt, ist das Gruppentraining mit seinen Teamkollegen von der LG Dortmund. „Normalerweise wird sechsmal pro Woche Gruppentraining angeboten. Jetzt geht das eben nur noch zu zweit“, erklärt der 23-Jährige. „Aber ich bin sowieso jemand, der gern auch allein läuft. Allein schon deshalb, weil die meisten aus meiner Gruppe Mittelstreckler sind und nicht wie ich Langstreckler.“

Und beim Training für seinen letzten Halbmarathon hat Orlowski offensichtlich vieles richtig gemacht. Im Februar in Barcelona kam er mit einer herausragenden Zeit von 1:04:50 Stunden ins Ziel und unterbot damit sein vorherige Bestzeit um rund vier Minuten. „Mit diesem Lauf habe ich einen richtigen Sprung gemacht und bin in die nationale Elite vorgestoßen. Das war eine der deutschen Top-Ten-Zeiten in diesem Jahr“, sagt Orlowski nicht ohne Stolz.

Ist es da nicht deprimierend, gerade in so einer Hochphase ausgebremst zu werden? Nein, sagt Steven Orlowski. „Weil ich weiß, dass noch mehr drin ist. Ich habe mich fünf Wochen lang speziell auf diesen Lauf vorbereitet, habe alles genau protokolliert und kann es jederzeit so wiederholen.“ Wann er die Gelegenheit dazu bekommt, das steht noch in den Sternen. Sechs Wochen vor der Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs sollen die Athleten informiert werden.

Paris-Reise muss wohl ausfallen

Ein großes Ziel für den Stadtlohner wäre in diesem Jahr der Europacup im Halbmarathon im August in Paris gewesen, für den er sich in Barcelona qualifiziert hat. „Ich gehe aber stark davon aus, dass er abgesagt wird. Und das ist auch richtig so“, sagt der Läufer. „Die Gesundheit aller steht im Moment im Vordergrund.“

Bis es irgendwann wieder halbwegs normal zugeht in der Sportwelt, werde er sich fit halten, auch anhand des Trainingsplans von seinem Coach Pierre Ayadi. Orlowski: „Ansonsten bleibt momentan natürlich auch mal Zeit, um sich anders zu beschäftigen, notfalls an der Playstation.“

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