Matthias Isermann: „Das wäre ein starkes Stück“

Fußball: Interview mit SuS-Sportleiter

Nachdem sich der SuS Legden in den vergangenen Spielzeiten meist in der unteren Tabellenhälfte der Kreisliga A Ahaus wiederfand, mischt er nach seiner Versetzung in die Parallelstaffel zur laufenden Saison als Tabellendritter oben mit. Über die aktuelle Lage und die Pläne für die Zukunft sprachen wir mit dem Sportlichen Leiter des SuS, Matthias Isermann.

LEGDEN

, 01.02.2017, 18:43 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Fußballer des SuS befinden sich derzeit in der Vorbereitung auf die Restsaison. Wie sieht es mit den Trainingsmöglichkeiten im Dahliendorfstadion aus? Bis letzte Woche waren die Rasenplätze wegen der Kälte nicht bespielbar, in dieser Woche hat uns der Regen zu schaffen gemacht. Da müssen sich die Trainer schon einiges einfallen lassen. Wir haben ja noch unseren Ricotenplatz (Allwetterplatz, d. Red.), auf dem man immer ein bisschen was machen kann. Der ist besser als ein Ascheplatz. Neben Training in der Halle haben wir in Ausnahmefällen auch die Möglichkeit, den Kunstrasen von SW Holtwick zu nutzen.

Die erste Mannschaft steht in der Kreisliga A2 auf dem dritten Platz. Wie bewerten Sie die bisherige Saison? Absolut stark - sowohl von den Jungs als auch von unserem Spielertrainer Christian Wissing. Die Mannschaft investiert sehr viel und zeichnet sich durch eine tolle Moral aus. Nachdem Christian in den vergangenen Jahren, wo es ja oft gegen den Abstieg ging, den Fokus erfolgreich auf die Defensive gelegt hat, sieht es in dieser Saison auch offensiv gut aus. Das liegt natürlich auch daran, dass Spieler mit hoher Qualität in diesem Bereich aus der Jugend hochgekommen sind.

Im Vorfeld der Saison war der Groll beim SuS groß, weil die Mannschaft in die Südstaffel versetzt wurde. Ist der Ärger jetzt mit dem Erfolg wieder verflogen? Unser Ärger hat sich vor allem auf die Art und Weise gerichtet, wie uns diese Entscheidung vom Kreisvorstand mitgeteilt worden ist. Nur wenige Wochen vor dem Saisonstart hat man uns vor vollendete Tatsachen gestellt - und das ohne jede Vorwarnung. Da hingen bei uns schon die Kinnladen runter. Dass die erste und zweite Mannschaft Potenzial haben, um eine gute Saison zu spielen, war uns vor der Saison klar. Wie sich die Mannschaften in den Ahauser Staffeln geschlagen hätten, darüber kann man natürlich nur spekulieren. Aber um auf die Frage zurückzukommen: Wir sind immer noch verärgert über das Vorgehen des Fußballkreises.

Nun besteht ja die Möglichkeit, einen Antrag auf Umgruppierung in der kommenden Saison zu stellen. Ist das angedacht? Ja, wir haben geplant, einen Antrag zu stellen. Inwieweit wir damit Erfolg haben, ist schwer zu sagen - ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir große Chancen haben. Denn als ein Verein an der Grenze zwischen Nord- und Südkreis werden wir wohl wieder zum Spielball der Planungen werden. Beim letzten Staffeltag habe ich jedenfalls keine konkrete Antwort auf die Frage bekommen, wo wir in der nächsten Saison spielen werden.

Spielertrainer Christian Wissing wird den Verein nach der Saison verlassen. Wie kam es zu den Entscheidung? Wir haben uns zusammengesetzt und den Konsens gefunden, dass nach vier Jahren Zusammenarbeit ein guter Zeitpunkt für einen Trainerwechsel ist. Christian hat hier eine starke Mannschaft aufgebaut, sein Nachfolger wird mit Sicherheit von seiner Arbeit profitieren.

Mit Izzet Günes übernimmt nun ein 28-jähriger, im Seniorenbereich unerfahrener Mann den Trainerposten. Was erwarten Sie von ihm? Ich gehe davon aus, dass Izzet der Mannschaft langfristig seinen Stempel aufdrücken wird. Da wir eine sehr junge Mannschaft haben, passt er als junger Trainer gut dazu. Allerdings ist viel wichtiger als das Alter die Fähigkeit, sich durchzusetzen und seine Vorstellungen an die Spieler zu vermitteln. In dem Punkt habe ich bei Izzet überhaupt keine Bedenken. Wir kennen ihn ja schon aus seiner Zeit als Jugendtrainer der JSG Legden/Asbeck, wo er ja auch den ein oder anderen Spieler der jetzigen Ersten trainiert hat. Er wird sicherlich einiges anders machen als Christian Wissing. Allein die Tatsache, dass er nicht selbst mit auf dem Platz steht, ist schon ein wesentlicher Unterschied. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil ist, wird sich zeigen.

Die Mannschaft besteht aktuell bis auf Christian Wissing und David Steverding ausschließlich aus Legdener "Eigengewächsen". Zu Bezirksliga-Zeiten war das noch anders. Wie bewerten Sie diese Entwicklung? Natürlich sehr positiv, denn genau das haben wir uns ja vor einigen Jahren auf die Fahnen geschrieben: eine Mannschaft mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs aufzubauen. Das setzt natürlich voraus, dass in der Jugendarbeit viel Qualität, vor allem auch bei den Trainern, vorhanden ist. Es ist nicht unser Ziel, jeden aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft hochzuziehen, egal wie gut er spielt. Wir wollen schon oben in der A-Liga angreifen.

Das ist ja in der bisherigen Saison gelungen. Ihre Prognose - wie schließt die erste Mannschaft die Saison ab? Ich denke schon, dass wir den dritten Platz verteidigen können. Das Potenzial und die Möglichkeiten sind auf jeden Fall vorhanden. Sollte das gelingen, wäre es schon ein starkes Stück.

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