Nach Corona-Absage: FC Oeding wider Willen in der nächsten Pokalrunde

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Obwohl das Team von Fortuna Seppenrade bereits in Oeding angekommen war, fand das Pokalspiel beim FC nicht statt. Nun ist Oeding eine Runde weiter, der Trainer aber keineswegs froh darüber.

Oeding

, 27.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es hätte ein interessantes Spiel zweier guter A-Ligisten werden können. Doch die Zweitrundenpartie im Kreispokal zwischen dem FC Oeding (A1) und Fortuna Seppenrade (A2) fand am vergangenen Donnerstag nicht statt.

Obwohl beide Teams das Spiel nachholen wollten, wurde es nun gewertet. Mit dem 2:0 am Grünen Tisch steht der FC im Achtelfinale. Darüber freut sich der Oedinger Spielertrainer Jeroen van der Veen aber überhaupt nicht: „Es ist einfach schade, dass so entschieden wurde“, sagt er.

Coronafall beim vorherigen Gegner

Was genau passiert ist, erklärt der Seppenrader Co-Trainer Thomas Oesteroth im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. „Wir waren gerade nach Oeding reingefahren, da hat unsere Corona-Beauftragte angerufen und uns mitgeteilt, dass es bei der DJK Dülmen, gegen die wir vier Tage zuvor gespielt hatten, einen Coronafall gegeben hat.“ Der betroffene Spieler hatte offenbar gerade erst sein positives Testergebnis erhalten.

Nun stellten sich die Fortunen die Frage, ob sie trotzdem in Oeding antreten sollten oder besser nicht. „Unsere Corona-Beauftragte hat uns dazu geraten, nicht mit der kompletten Mannschaft auf die Anlage zu gehen, sondern nur die beiden Trainer, um das Spiel abzusagen. Wir waren uns nicht sicher, ob wir nun ein Erstkontakt waren oder nicht. Den Pokalspielleiter konnten wir telefonisch zunächst nicht erreichen, um das mit ihm abzuklären“, so Oesteroth. Um auf Nummer sicher zu gehen, traten die Seppenrader also die Heimreise an.

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Sportrechtlich gesehen offenbar die falsche Entscheidung, wie sich später herausstellte. Oesteroth: „Laut Gesundheitsamt galten wir in dem Fall als Zweitkontakt, weil es sich bei dem Infizierten um keinen Spieler aus unserer Mannschaft, sondern aus einer gegnerischen handelte. Somit hätten wir spielen müssen.“ Pokalspielleiter Willy Westphal habe sich den Statuten nach gezwungen gesehen, die Partie wegen Nicht-Antritts der Seppenrader mit 2:0 für den FC Oeding zu werten. Zudem müssen die Fortunen 100 Euro Ordnungsgeld zahlen.

Aus Sicht der Fortunen eine ungerechte Entscheidung: „Wir sehen das einfach nicht ein“, sagt Thomas Oesteroth. „Aus unserer Sicht haben wir nichts Falsches gemacht, sondern wollten uns nur so gut es geht an die Maßnahmen halten. Da wir erst so kurzfristig von dem Coronafall erfahren haben, hatten wir ja nicht die Zeit, um uns gründlich zu informieren, was in so einem Fall zu tun ist.“ Zu spät waren sich die Fortunen aber einig darin, Einspruch gegen die Wertung einlegen zu wollen. Das hätte innerhalb von 48 Stunden passieren müssen.

Jeroen van der Veen: „So will man nicht weiterkommen“

Doch auch die Oedinger empfinden die Entscheidung als nicht in Ordnung, das sagt zumindest Jeroen van der Veen: „Als Sportler, aber auch als Mensch, finde ich das einfach nicht fair. So will man nicht weiterkommen, weil Sepenrade ja wirklich nichts dafür kann. Wir haben uns eigentlich schon geeinigt, das Spiel am Donnerstag nachzuholen, aber das geht ja anscheinend nicht. Herr Westphal hat mir geschrieben, dass das Sportrecht das nicht zulässt.“

Der Oedinger Coach stellt die Frage, ob in diesen Zeiten, wo die Sportler jede Woche flexibel agieren müssen, nicht auch die Entscheidungsträger entsprechend handeln sollten.

Willy Westphal verteidigt die Spielwertung allerdings: „Es geht einfach nicht, dass Mannschaften selbstständig ihre Spiele absetzen, ohne das vorher mit der spielleitenden Stelle abzustimmen. Hätte der Verein uns rechtzeitig informiert, zum Beispiel per E-Mail, hätten wir zumindest auf die 100 Euro Ordnungsgeld verzichtet. An einer Wertung hätte aber auch dann kein Weg vorbeigeführt, weil der Fall nicht die Kriterien des Verbands erfüllt hätte, ein Spiel abzusetzen.“

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