Nach Hiobsbotschaft: Dennis Wüpping findet fußballerisches Glück bei der SpVgg Vreden

mlzFußball-Westfalenliga

Durch den Rückzug seiner Mannschaft musste der Fußballer Dennis Wüpping im Juni seine sportliche Zukunft plötzlich neu planen. Es folgte der Ruf aus der Heimat - eine glückliche Fügung.

Vreden

, 13.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Spannende und intensive fünf Monate liegen hinter Dennis Wüpping, Mittelfeldspieler bei der SpVgg Vreden. Im Juni hatte sich der 24-Jährige eigentlich darauf eingestellt, in Kürze seine zweite Sommervorbereitung beim Landesligisten SC Münster 08 aufzunehmen. Dann stellte der Vorstand die Mannschaft vor vollendete Tatsachen: Aufgrund finanzieller Engpässe werde der Verein die Landesligamannschaft vom Spielbetrieb noch vor dem ersten Spieltag zurückziehen. Wie vielen Mitspielern auch war Dennis Wüpping, der bei den Senioren ein Jahr beim SuS Stadtlohn, drei Jahre bei Eintracht Ahaus und dann eben ein Jahr beim SC Münster aktiv war, von einem auf den anderen Moment die sportliche Basis genommen. Durch den Kontakt in die Heimat zur SpVgg Vreden konnte er diesen Rückschlag hinter sich lassen und mit dem Westfalenligateam zurück in die Erfolgsspur finden. Wie der Vredener diese Zeit empfunden hat, das berichtete er uns nun.

Herr Wüpping, eine derartige Kehrtwende wie in Münster erlebt ein Sportler sicher ungern wie selten.

Das stimmt. Natürlich hatten wir in der Mannschaft schon in der laufenden Saison gemerkt, dass es in finanzieller Hinsicht beim SC klemmt. Wir haben aber keinen großen Aufstand gemacht – auch weil wir eine tolle Truppe waren und sportlichen Erfolg hatten. Zur neuen Saison hat uns der Vorstand dann versichert, dass die Saison 19/20 finanziell gesichert sei. Wir im Team waren uns da einig, dass wir gemeinsam anpacken und den Aufstieg anpeilen wollen. Zwei Wochen vor Beginn der Vorbereitung kam dann die Hiobsbotschaft. Rückblickend waren wir vielleicht auch ein wenig zu naiv.

Das Thema SC Münster war damit sofort erledigt?

Der Verein hat uns allen die Freigabe erteilt. Ich bin Schüler und habe auch einen sportlichen Anspruch. Bei 08 wäre nur die Kreisliga geblieben. Die Zeit drängte natürlich, binnen zwei Wochen musste sich etwas Neues finden lassen. Gespräche habe ich mit Münsteraner Vereinen geführt, dann kam der Kontakt in die Heimat und zur SpVgg, für die ich bis zum Wechsel nach Stadtlohn in der Jugend schon aktiv war, zustande. Das hat auf Anhieb super funktioniert, im Nachhinein betrachtet ein absoluter Glücksfall. Für mich, aber auch für den Verein, der ja viel dafür tut, die Vredener Jungs zu binden.

Bei aller Kurzfristigkeit – der Zeitpunkt des Wechsels war doch noch früh genug.

Richtig, verpasst habe ich von der Vorbereitung nichts und den Verein kenne ich ja. Ich bin auch klasse aufgenommen worden.

Sportlich begann es dann aber mit einem kräftigen Schuss vor den Bug…

Die heftige Auftaktniederlage gegen Hiltrup war schon niederschmetternd. Aber wie so oft im Sport kam diese vielleicht zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben daraus gelernt – und seitdem läuft es ja.

Ist der Aufwand jetzt nicht ungleich höher?

Da ich in Münster wegen der Schule zum Sport- und Gymnastiklehrer wohne, kann ich Fahrgemeinschaften mit anderen Spielern, die in Münster leben, nutzen. Aber mittlerweile könnte ich mir gar vorstellen, womöglich zurück nach Vreden zu ziehen. Der Aufwand wäre umsetzbar und der gleiche.

Also sehen Sie Ihre Zukunft weiter in Vreden…

Zunächst gehe ich noch eineinhalb Jahre in Münster zur Schule. Was dann kommt, das hat man ja nicht immer in der Hand. Ein primäres Ziel ist dieses aber sicher.

Das wird auch die SpVgg freuen…

Mit dem Verein verbinde ich natürlich die sportlichen Ziele. Erst einmal wollte ich in die erste Elf kommen, ich mache schließlich einen Sprung von der Landes- in die Westfalenliga. Das ist mir gut gelungen, denke ich. Mit Marvin Hakvoort und Stephan Hartmann teile ich mir quasi die Sechs, wir funken auch so auf einer Wellenlänge, sitzen zum Beispiel auch in der Kabine nebeneinander. Mein nächstes Ziel wird es sein, im nächsten Jahr wieder in der ersten Elf zu stehen.

Also bei der SpVgg?

Klar, ich habe ja auch sofort für zwei Jahre zugesagt. Sportlich und auch sonst bin ich super zufrieden, ich habe wie in Münster wieder eine tolle Mannschaft um mich herum versammelt. Was am Ende der Saison dabei herauskommt, das warten wir mal ab. Wir haben zuletzt gut daran getan, von Woche zu Woche zu arbeiten. Und genauso muss ich meine Leistungen bestätigen.

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