Nach über 30 Jahren im Trainergeschäft: „Doc“ Becking geht im Mai in den Fußball-Ruhestand

mlzFußball-Kreisliga A1

Rund 56 Jahre, davon über 30 als Trainer, ist Franz-Josef Becking im Fußballgeschäft unterwegs. Nach der Saison beendet er diese Karriere. Der SuS Stadtlohn muss für die Reserve neu planen.

Stadtlohn

, 17.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach 56 Jahren im „Geschäft“ als aktiver Fußballer und Trainer ist für Franz-Josef „Doc“ Becking am Ende der laufenden Saison Schluss: „Definitiv“, erklärt der aktuelle Coach des A-Ligisten SuS Stadtlohn II. Der Verein muss sich dabei nicht nur auf die Suche nach einem neuen Hauptverantwortlichen für die zweite Mannschaft machen, auch Co-Trainer Marc Hötzel und der sportliche Leiter Jürgen van Almsick werden zur Saison 2020/21 nicht mehr zur Verfügung stehen. Das teilte van Almsick nun mit: „Es läuft aktuell beachtlich gut, alle leisten super Arbeit. Wir können nun in diesem positiven Umfeld die Weichen stellen und dem Verein früh die nötige Planungssicherheit liefern.“

„Möchte keine Sekunde missen“

Sicher mit einem weinenden Auge hat Franz-Josef Becking diese Entscheidung getroffen: „Ich habe in den Jahren viele tolle Dinge erlebt, möchte keine Sekunde missen. Ich möchte aber auch nicht vom Platz getragen werden müssen. Mit 63 Jahren möchte ich nun mal anderen Dingen mehr Zeit widmen, dem Fußball werde ich natürlich verbunden bleiben.“

Der Stadtlohner verhehlt dabei nicht, dass sich „die Mentalität der jungen Fußballer“ verändert habe: „Die völlige Identifikation, wie wir sie früher erlebt und gelebt haben, ist so nicht mehr da.“ Und er hat viel erlebt: Seine Jugendzeit begann er mit sieben Jahren bis zur C-Jugend bei der DJK Eintracht Stadtlohn. Die Fortsetzung folgte beim SuS, mit dessen A-Jugend er als Höhepunkt 1974 in die Westfalenliga aufstieg. Bis zum 32. Lebensjahr spielte er bei den Senioren für den SuS in der Landes- und Verbandsliga sowie in der Oberliga für den VfL Rhede und den ASC Schöppingen.

Fünf Aufstiege mit drei Vereinen

Seine erste Trainerstation war Adler Weseke, gleich mit dem ersten Aufstieg in die Bezirksliga verbunden. Das sollte ihm später noch mit dem FC Vreden sowie dreimal mit dem SuS Stadtlohn II (1997, 2000, 2015) gelingen. Weitere Stationen waren der TuS Wüllen und der FC Oeding.

Nun beendet er diese Karriere bei der SuS-Reserve, die er in drei Abschnitten dann insgesamt 16 Jahre trainiert haben wird. An „riesen Zeiten“ kann sich Becking erinnern: „Das letzte Highlight war natürlich 2015 das Herzschlagfinale um den Aufstieg mit dem SuS im Entscheidungsspiel gegen Lüdinghausen.“ Nun möchte er mit dem aktuellen Tabellendritten, der am Sonntag den Tabellenführer SV Heek fordert, einen erfolgreichen Abschluss erleben.

Hötzel offen für neue Herausforderung

„Mehr Zeit für die Familie“ wünscht sich Jürgen van Almsick, der zum zweiten Mal Vater wird, selbst. Marc Hötzel (Foto), der im zweiten Jahr mit Becking das Trainerteam beim SuS II bildet, sei dabei „offen für neue Herausforderungen“ im Trainergeschäft.

SuS hat Planungen aufgenommen

Die Planungen für die kommende Saison aufgenommen hat der sportliche Leiter des SuS, Markus Plate: „Wir hätten mit dem Team gerne weitergemacht, die Entwicklung ist überaus positiv. Die Früchte einer sehr guten Arbeit, die Verdienste gerade von Doc sind natürlich enorm. Die Entscheidungen sind aber nachvollziehbar. Wir haben in der Nachfolge sowohl interne als auch externe Varianten im Blick. Dass die Karten so früh auf dem Tisch liegen, erleichtert uns die Arbeit natürlich.“

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