Neue Regeln treten in Kraft

Handball: Trainer sind geteilter Meinung

Fünf neue Handballregeln gibt es zur neuen Saison im Handballsport. Die Neuerung ist mit Beginn diesen Monats in Kraft getreten. Nach den neuen Regeln wird bei den Olympischen Spielen in Rio schon gespielt. Auch bei den Amateuren sollen die Schiedsrichter ab September nach den geänderten Richtlinien pfeifen.

VREDEN/STADTLOHN

, 20.07.2016, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Buning (l.) und der TV Vreden müssen ab Beginn des neuen Spieljahrs 2016/17 in der Bezirksliga nach den neuen Handballregeln um Meisterschaftspunkte spielen.

Christian Buning (l.) und der TV Vreden müssen ab Beginn des neuen Spieljahrs 2016/17 in der Bezirksliga nach den neuen Handballregeln um Meisterschaftspunkte spielen.

Die neuen Regeln im Überblick:

› Der Torwart kann weiter als siebter Feldspieler eingesetzt werden. Er muss nicht mehr zwingend mit einem Leibchen gekennzeichnet sein.

› Wenn ein verletzter Spieler medizinisch auf dem Spielfeld behandelt werden muss, muss er zunächst für drei Angriffe seiner Mannschaft das Spielfeld verlassen.

› Wenn Zeitspiel durch die Schiedsrichter gegen die angreifende Mannschaft angezeigt wird, so dürfen nur noch maximal sechs Pässe gespielt werden, um auf das Tor zu werfen.

› Der Wortlaut „letzte Spielminute“ wird durch die „letzten 30 Sekunden des Spiels“ ersetzt. Begeht ein Abwehrspieler in den letzten 30 Sekunden eine grobe Regelwidrigkeit oder unterbindet regelwidrig eine Wurfausführung, erhält er eine Rote Karte ohne Bericht.

› Ab dem 1. Juli 2016 tragen die Schiedsrichter neben der Gelben und Roten Karte auch eine Blaue Karte mit sich. Damit können sie bei einer Disqualifikation eines Spielers direkt für Klarheit sorgen.

Frank Steinkamp, Trainer des TV Vreden, sieht die Neuregelung positiv. „So viel hat sich nicht geändert, die Vorgaben wie Zeitspiel und letzte 30 Sekunden sind präziser definiert als vorher.“ Er zweifelt aber daran, dass das Regelwerk in den unteren Ligen auch angewendet werden kann. „Da kommen zusätzliche Aufgaben auf die Schiedsrichter zu. Ich bin mir nicht sicher, ob die das umsetzen können. Die hatten bislang schon keinen leichten Job.“

Mehr Stress für die Schiris

Hermann Josef Frintrop, seit mehr als 15 Jahren Handballschiedsrichter beim TV Vreden, sieht die Situation ähnlich. „Die neuen Regeln machen in der Bundesliga und bei internationalen Spielen Sinn. Die Begegnungen werden aber auch von Halbprofis geleitet. Bei uns Amateuren wird es für die Schiris nicht einfacher. Es wird neuen Stress und Unruhe geben.“

„Nicht jede Regeländerung ist auch eine Verbesserung“, sagt der neue DHG-Trainer Willi Kleinmeulmann. „Die bisherigen Regeln haben doch ausgereicht, die Schiris bekommen nur mehr Arbeit.“

Auch der Stadtlohner Frauentrainer Lars Strohkamp hält von den Änderungen nichts. „Das ist für mich großer Tinnef. Hoffentlich kommen die Regeln bei uns Amateuren vorerst nicht zur Anwendung.“

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