Niklas Niehuis zum Vredener Aufstieg: „Hatte die Oberliga immer vor Augen“

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Er zählt zu den dienstältesten Spielern der SpVgg Vreden, hat in der abgelaufenen Saison keine Minute auf dem Rasen verpasst. Im Interview spricht Niklas Niehuis über den Oberliga-Aufstieg.

Vreden

, 10.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Dienstag ist der erste Oberliga-Aufstieg in der SpVgg-Historie besiegelt. Wenn einer über die abgelaufene Saison und die Entwicklung der letzen Jahre erzählen kann, ist es Niklas Niehuis. Denn der 26-Jährige spielt seit 2012 für die erste Mannschaft und verpasste in der abgebrochenen Saison 2019/20 keine einzige Minute auf dem Platz. Im Interview spricht er über einen doch etwas merkwürdigen Aufstieg.

Ab der neuen Saison sind Sie Oberligaspieler. Wie hört sich das an?
Ganz gut! Damit ist jetzt ein Ziel erreicht, das ich persönlich immer vor Augen hatte. Natürlich ist das jetzt unter anderen Umständen passiert als erhofft, aber grundsätzlich ist die Oberliga schon ein besonderer Anreiz.

Inwiefern konnten Sie sich denn über die Bekanntgabe des Aufstiegs nach drei Monaten ohne Fußball freuen?
Natürlich wäre das auf dem normalen Weg eine ganz andere Geschichte geworden. Vielleicht mit einem Sieg im eigenen Stadion am letzen Spieltag im direkten Duell gegen Clarholz vor vielen Zuschauern. So ist die Freude schon ein wenig geringer, das muss ich zugeben. Aber wir haben uns diesen Erfolg trotzdem verdient und nehmen ihn gern so mit.

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Wird der Aufstieg denn noch gefeiert?
Ich hoffe doch. Für den Trainer und die Spieler, die uns verlassen, wäre das sonst ein Abschied, den keiner gerne so erleben will.

Die Mannschaft hat den Aufstieg in den vergangenen Jahren in mehreren Anläufen verpasst. Was hat sie in dieser Saison besser gemacht?
Schwer zu sagen. Ich würde behaupten, dass wir noch etwas mehr mannschaftliche Geschlossenheit hatten. Auch der Siegeswille war vielleicht noch einen Tick stärker. Außerdem kam uns zugute, dass es diesmal keine Übermannschaft in der Liga gab.

Sie selbst haben in jedem Spiel auf dem Platz gestanden...
Ja, ich habe tatsächlich alle Spiel durchgespielt und hatte eigentlich gehofft, dass ich das noch zum Saisonende durchhalten kann. Das ist natürlich noch ein schöner Randaspekt.

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Wie fällt denn Ihr persönliches Saisonfazit aus?
Von den Leistungen her denke ich schon, dass ich eine ganz gute Stütze für die Mannschaft war. Sonst hätte ich ja auch nicht so viel gespielt. Ich würde mich mittlerweile schon zu den Führungsspielern in der Mannschaft zählen.

Neben Carlo Korthals sind Sie der dienstälteste Spieler, haben acht Jahre lang mit der SpVgg in der Westfalenliga gespielt. Sind Sie bereit für die Oberliga?
Das kann ich nicht so richtig einschätzen, da ich ja noch keine Erfahrung in der Oberliga habe und nicht weiß, wie groß der Sprung tatsächlich sein wird. Wir sind alle gespannt auf die Aufgabe und ich denke, dass es für uns nur um den Klassenerhalt geht.

Es wird einige Veränderungen geben, mit Engin Yavuzaslan kommt ein neuer Trainer, dazu gibt es ein paar Zu- und Abgänge. Wie schätzen Sie das ein?
Ich denke, dass wir einen jungen, motivierten Trainer bekommen. Ich habe ihn bislang aber nur in einem kurzen Telefonat kennengelernt und bin schon gespannt auf die ersten persönlichen Eindrücke. Ich finde es zwar schade, dass wir mit Rob Reekers nach dem Aufstieg nicht noch in der Oberliga antreten können, bin aber trotzdem positiv gestimmt.

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Und was sagen Sie zum Kader?
Da gibt es ja eigentlich keine allzu großen Veränderungen. Ich bin ehrlich gesagt auch froh, dass der Verein jetzt keine verrückten Sachen macht, nur weil wir aufgestiegen sind. Dass die Mannschaft nur punktuell und mit Jungs aus der eigenen Jugend verändert wird, finde ich vernünftig.

Kommende Woche startet dann nach langer Pause das Training. Salopp gefragt: Können Sie überhaupt noch kicken?
Ich muss eingestehen, dass ich in den letzten Monaten kaum vor den Ball getreten habe. Höchstens mal ein bisschen mit Freunden. Ich denke schon, dass wir alle fit sind. Aber normales Fußballtraining wird schon eine andere Sache, allein schon wegen der Tempowechsel. Allein läuft man ja eigentlich immer im selben Tempo.

Und wie sieht es mit der Motivation aus?
Es ist schon schwierig, wenn man als Fußballer kein konkretes Ziel, also zum Beispiel ein Datum, wann die Saison startet, vor Augen hat. Aber mit der Aussicht, bald in der Oberliga zu spielen, ist auf jeden Fall Vorfreude da.

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