Oberliga-Saison abgesagt: SuS-Riege bleibt eineinhalb Jahre ohne Wettkampf

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Die Corona-Krise und die Verletzungsgefahr nach Trainingsrückstand haben zur Absage der Saison in der Turn-Oberliga geführt. Die Turner des SuS Stadtlohn trainieren damit vorerst ohne Ziel.

Stadtlohn

, 18.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Oberligasaison bei den Turnern in Westfalen, die im September hätte starten sollen, ist abgesagt. Für die Mannschaft des SuS Stadtlohn bedeutet dies, dass sie eineinhalb Jahre ohne einen Wettkampf bleibt. Und das in einer Sportart, die eh schon nur in einem begrenzten Zeitfenster in den Wettbewerb tritt. Eine Dimension, die die Einschränkungen in anderen Sportarten deutlich übertrifft. „Das ist natürlich bitter, aber nicht zu ändern. Wir müssen es akzeptieren“, erklärt Clemens Bonin, Kampfrichter und Mitglied des Trainerteams.

Auch dem Kampfrichter Clemens Bonin (SuS Stadtlohn, M.) bleiben Einsätze in der Oberliga vorerst versagt.

Auch dem Kampfrichter Clemens Bonin (SuS Stadtlohn, M.) bleiben Einsätze in der Oberliga vorerst versagt. © Johannes Kratz

Ein Rückblick: Souverän hatte die Riege des SuS Stadtlohn die Oberliga in der Saison 2019 gehalten, am Ende nach spannenden Wettkämpfen gar die Vizemeisterschaft erreicht. Bestätigen wollte die Mannschaft um Trainer Dieter Heming diese Leistung in der Saison 2020. Doch dann kam Corona – und das Turnen wie viele Hallensportarten komplett zum Erliegen. Und je länger die Pause dauerte, desto größer wurden die Zweifel an einer Saison 2020. „Die Mannschaft hat sich in einer Sitzung letztlich dafür ausgesprochen, an der Saison nicht teilzunehmen. Ihr war die Verletzungsgefahr nach so langer Trainingspause einfach zu groß. Das kann man nachvollziehen“, berichtet Bonin. Ebenso gegen eine Teilnahme hatte sich die Mannschaft aus Paderborn ausgesprochen.

Uneinheitliches Bild unter den Mannschaften

Bei den anderen Oberligisten war die Meinung geteilt, wie Liga-Leiter Ralf Bredebusch mitteilt. In Bochum hatte man zunächst einer Saison eine klare Absage erteilt, um am Ende doch Interesse an einer Austragung zu zeigen. In Mettingen war es genau andersherum: Hier hatte man erst Interesse signalisiert, dann aber einen Ligastart ausgeschlossen. Nur der TuS Leopoldshöhe hatte sich wie der Meister TSV Kierspe für eine Oberliga-Saison 2020 positioniert. Für Bredebusch war dieses Gesamtbild zu diffus, ebenso bemängelte er, dass die Rückmeldungen nur sehr spärlich gewesen seien. Dazu kam, dass sich die Vereine zum Teil nicht wirklich entscheiden konnten. Die Absage war nun die Folge.

Deutsches Turnfest kann Alternative werden

Nun stehen die Oberligisten vor der Aufgabe, lange Monate zu überbrücken und die Spannung zum Herbst 2021 wieder aufzubauen. Ralf Bredebusch regt zwar an, dass sich die Riegen zu Freundschaftswettkämpfen verabreden sollen. Das ist aber gewiss nicht mit Ligawettkämpfen zu vergleichen. Das sieht auch Clemens Bonin so: „Als Sportler trainierst du immer auf ein Ziel hin.“ Eine Alternative könnten die Einzelwettkämpfe beim Deutschen Turnfest im Frühjahr 2021 werden: „Womöglich überlegt sich der eine oder andere, dort anzutreten, um mal wieder das Gefühl für einen Wettkampf zu bekommen.“

SuS-Riege steht voll im Trainingsbetrieb

Ansonsten trainiert die Ligamannschaft des SuS Stadtlohn aktuell wieder im Regelbetrieb, die weiteren Aktiven könnten dank der Lockerungen auch für den Hallensport nach und nach folgen. Normalität herrscht ohne Wettkämpfe auch für die Oberligaturner nicht, bis zum Herbst 2021 ist es noch eine lange Zeit. Dann soll es mit den gleichen Mitbewerbern wieder losgehen, Auf- und Absteiger gibt es schließlich nicht. „Wir werden uns etwas einfallen lassen, um die Stimmung hochzuhalten“, blickt Bonin voraus.

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