Projekt der starken Partner

Pilot-Projekt endet

VREDEN Beim Eintreffen am Vredener Hamalandstadion sei ihm erst so richtig bewusst geworden, was in den zweieinhalb Jahren bewerkstelligt worden ist: "Es hat sich doch viel verändert", bemerkte Prof. Dr. Hans-Peter Brandl-Bredenbeck (Deutsche Sport-Hochschule Köln) nicht ohne Stolz in seiner Stimme.

von Von Bernhard Mathmann

, 27.10.2009, 15:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im April 2007 war zwischen der SpVgg Vreden und der Deutschen Sport-Hochschule ein Pilot-Projekt initiiert worden, das auf vier Säulen - die sportbezogene Jugendarbeit, die über- und außersportlichen Möglichkeiten in der Jugendförderung, die Öffentlichkeitsarbeit und das Sponsoring - basierte. Ende des Monats wird dieses Projekt beendet. Nicht jedoch die Zusammenarbeit zwischen Sport-Wissenschaftlern und Amateurverein.

"Im Rahmen dieses Projekts sind viele Ideen und Konzepte, die an Schreibtischen entstanden und gemeinsam vor Ort entwickelt wurden, umgesetzt worden. Und zwar mit sichtbarem Erfolg", betonte SpVgg-Vorsitzender Christoph Kondring am Montag in einer gemeinsamen Reflexions-Veranstaltung mit den Beteiligten. Der Verein habe sich rasant weiter entwickelt, so dass die erarbeiteten Vereinsangebote mittlerweile in eine feste Vereinsstruktur hätten überführt werden können, bemerkte er.

Brandl-Bredenfeld führte in seiner Rückschau auch an, dass der vom Fußballverband verliehene Zukunftspreis eine besondere Anerkennung der Projekt-Ideen und -Umsetzungen gewesen sei. "Das war sicher ein wichtiger Meilenstein in der Zusammenarbeit", betonte er.

Dr. Tim Pawlowski führte aus, dass sein Tätigkeitsgebiet im Projekt, Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring, treffender durch gemeinsame Vereins- und Sponsorenphilosophie "Starke Partner für die Jugend" nicht nach außen getragen werden könnte.

"Starke Partner muss man finden und dann binden", verdeutlichte er seinen Ansatz - die SpVgg Vreden habe bei der Entwicklung des Projekts eben diese starken Partner gefunden. "Und sie bleiben bei der Stange, weil sie sich mit dem Verein und dessen Ideen identifizieren", erklärte Pawlowski.

Das gelte sowohl für die aktive Förderung der Kinder und Jugendlichen als auch bei der Umsetzung von Maßnahmen im Umfeld des Stadions. "Die Zeiten, in denen Amateurvereine Sponsoring als reine Geldquelle sahen, dürfte bei der SpVgg Vreden beendet worden sein. Und auch bei den Sponsoren", betonte der Sportwissenschaftler.

Noch offen ließen alle Beteiligten die konkreten Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit. Dass sie aber fortgeführt werden soll, darüber bestand einhellige Übereinstimmung.

bernhard.mathmann@muensterlandzeitung.de

„Bei Tageslicht betrachtet: Es hat sich enorm viel getan“ – zweieinhalb Jahre lang hat Prof. Dr. Hans-Peter Brandl-Bredenbeck, Deutsche Sport-Hochschule Köln, mit seinen Mitarbeitern ein Pilot-Projekt mit der SpVgg Vreden betreut. Im Gespräch mit Bernhard Mathmann zog er Bilanz.

Ein Pilot-Projekt gilt natürlich nun einmal nicht ewig als Pilot-Projekt. Das es nun endet ist ganz normal. Das will aber nicht heißen, dass auch die Zusammenarbeit zu Ende ist. Im Gegenteil: Beide Seiten werden in ganz engem Kontakt bleiben. Und erste Überlegungen von weiterer Kooperation sind schon geführt worden.

Konkrete Ergebnisse liegen jetzt noch nicht vor. Aber es gibt Handlungsfelder, in denen wir uns weiterhin unterstützen wollen. Erste positive Signale gibt es dazu auch von der Sponsorenseite.

Etwa das der außersportlichen Aktivitäten des Vereins. Stichwort: Hausaufgabenbetreuung. Noch sind dabei die räumlichen Voraussetzungen nicht geschaffen: Die Umbaumaßnahmen des ehemaligen Umkleidegebäudes aber könnten bald in Angriff genommen werden. Übrigens ist ein erster Schritt in diese Richtung im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres getan worden.

Wir nehmen bei solchen Projekten immer wesentliche Erkenntnisse mit. Etwa Antworten auf die Frage: Wie weit lehren wir von der Praxis weg? Oder: Wie können wir die Ansätze unserer Arbeit auf andere Vereine übertragen? Unsere Zusammenarbeit mit der SpVgg Vreden, die ja in diesem Projekt initiativ geworden war, findet bereits Resonanz in einigen Lehrveranstaltungen.

Es ist sicher keine Flut von Anfragen feststellbar. Aber das war so auch nicht zu erwarten: Denn immer noch konzentrieren sich die Amateurvereine auf ihr Hauptgeschäft, als ehrenamtlich agierender Anbieter von Sportmöglichkeiten. Dass neben diesem Kerngeschäft auch weitere Ideen und Konzepte nicht nur entwickelt werden, sondern auch organisiert und durchgeführt werden, beweist die SpVgg Vreden – auch mit ihrer Ehrenamtlichkeit.

Davon können die Vredener sicher ausgehen: Wir haben in den zweieinhalb Jahren gute Arbeit geleistet und gute Zusammenarbeit praktiziert. Da steckt auch erhebliches persönliches Engagement drin. So etwas behält man sicher im Auge.

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