Projekt droht zu scheitern

Fußball: Euregio U 21-Nachwuchsrunde

Seit 16 Jahren nehmen Vereine aus dem Fußballkreis Ahaus/Coesfeld an der „Euregio U 21-Nachwuchsrunde“ teil. Dem grenzübergreifenden Projekt, an dem niederländische und deutsche Fußballvereine beteiligt sind, droht jetzt das Aus. Der Oedinger Burkhard Kiss aus dem Vorstand der Nachwuchsrunde ist empört über die Haltung der Funktionäre im DFB und den Regionalverbänden.

KREIS

, 05.11.2014, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Justus Jaegers (r.) vom SuS Stadtlohn bestritt einige Spiele für die U 21-Auswahl des Vereins.

Justus Jaegers (r.) vom SuS Stadtlohn bestritt einige Spiele für die U 21-Auswahl des Vereins.

Die Funktionäre störten sich dabei an verschiedenen Punkten im Regelwerk. In der Euregio-Nachwuchsrunde wird auf Gelbe und Rote Karten verzichtet, Vergehen werden stattdessen mit Zeitstrafen geahndet. Auch das Ausfüllen von Spielberichten (und die Vorlage der Spielerpässe) wie im geregelten Spielbetrieb findet nicht statt. Das alles war den Funktionären – zum Thema schaltete sich sogar der DFB in Frankfurt ein –  ein Dorn im Auge. Ebenso die Tatsache, dass Spieler ohne Senioren-Erklärung mitmachen dürfen. Der FVN untersagte dem VfL Rhede also die Teilnahme an der Nachwuchsrunde unter Androhung sportrechtlicher Konsequenzen. Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), der für die hiesigen Klubs zuständig ist, will in dieser Sache ähnlich verfahren, wie Manfred Schieders vom Verbands-Fußballausschuss sagt. Der Vorstand der Euregio-Nachwuchsrunde sei bereit gewesen, den Forderungen des Verbands in vielen Punkten nachzukommen, wie Kiss erklärt: „Spielberichte in beiden Sprachen anzufertigen, wäre kein Problem für uns. Auch auf Gelbe und Rote Karten hätten wir uns einlassen können. Aber nur Spieler mit einer Seniorenerklärung einzusetzen, das ist gerade für kleine Vereine überhaupt nicht denkbar, weil sie schlichtweg nicht genügend Spieler zwischen 18 und 21 Jahren haben. Die Talente in kleinen Vereinen haben selten eine Chance, sich auf hohem Niveau zu messen.“

Der Vorstand der Liga entschloss sich dazu, den Spielbetrieb – zumindest auf deutschem Boden – ruhen zu lassen. „Wir wollten den Vereinen und Spielern Ärger mit den Verbänden ersparen. Wir haben allerdings gehofft, dass sich die Probleme lösen lassen. So aber wird ein Projekt, das sogar von der Europäischen Akademie des Sports gefördert wird, von Leuten ausgelöscht, die selbst niemals vor den Ball getreten haben und den Sinn der ganzen Sache überhaupt nicht verstehen“, schimpft Kiss. Vonseiten des niederländischen Verbands habe es hingegen keinerlei Bedenken gegeben. Insgesamt hatten zu dieser Saison sechs Klubs aus dem Verbreitungsgebiet der Münsterland Zeitung Teams gemeldet: FC Oeding, SpVgg Vreden, SuS Stadtlohn, Eintracht Ahaus, FC Oldenburg und SuS Legden. In allen Lagern herrscht Bedauern über die aktuelle Entwicklung.  

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