„Echt gruselig“: Reiterfamilie Volmer aus Legden war bis zum Abbruch beim Signal Iduna Cup

mlzSport und Corona

In ganz Europa war die Reiterfamilie Volmer schon auf Turnieren unterwegs. Die Erlebnisse beim Signal Iduna Cup, der wegen des Coronavirus abgebrochen wurde, waren aber auch für sie sehr speziell.

Legden

, 16.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zum Sonntagmorgen waren Reiter in den Dortmunder Westfalenhallen unterwegs. Der Signal Iduna Cup fand wie geplant statt, ehe das Turnier durch eine Anordnung der Stadtverwaltung vorzeitig abgebrochen wurde. Mit dabei war auch Lars Volmer vom RV Legden mit seiner Mutter und Trainerin Melanie Deggerich-Volmer. Beide nehmen bleibende Eindrücke mit von diesem „Geisterturnier“.

Die Legdener waren mit den Pferden Diamond for Pleasure, Cornetta und Forestville bereits am Donnerstag für den Vet-Check, die medizinische Untersuchung der Pferde, in Dortmund eingetroffen. Das Turnier begann am Abend planmäßig und die Veranstalter hatten auch einen Tag später trotz der verschärften Lage - am Freitag wurden nahezu alle Sportveranstaltungen der Region abgesagt - nicht die Absicht, das Turnier zu beenden. „Es gab am Freitagmittag eine Besprechung und wir dachten schon: Oh je, das war‘s jetzt“, erinnert sich Melanie Deggerich-Volmer.

Teilnehmer mussten Dokumente unterschreiben

Doch so kam es nicht. Und auch die Volmers hatten keine Bedenken, vor Ort zu bleiben und an den Prüfungen teilzunehmen. „Alle Teilnehmer mussten vorher aber jede Menge Dokumente ausfüllen und unterschreiben. Zum Beispiel, dass sie auf 50 Prozent ihrer Geldpreise verzichten, weil der Veranstalter auch so schon große Verluste hatte“, erzählt die Legdenerin. Auch musste schriftlich versichert werden, die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Als das erledigt war, lief das Turnier weiter.

Die Prüfungen allerdings wurden größtenteils vor leeren Rängen geritten. „Bis auf die Reiter und die Gäste an den VIP-Tischen war eigentlich niemand da. Die Atmosphäre war echt ein bisschen gruselig. In dieser großen Halle ohne Zuschauer, das kam einem eher vor wie ein Trainingsparcours“, erzählt Melanie Deggerich-Volmer.

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Die Legdenerin habe insgesamt den Eindruck gehabt, dass sich alle Reiter in Bezug auf Hygiene und Vorsichtsmaßnahmen sehr verantwortungsvoll verhalten hätten. Die Stimmung sei aufgrund der besonderen Umstände eher familiär als angespannt gewesen.

Sie und ihr Sohn Lars hatten sich bereits auf den Großen Preis, der für Sonntagnachmittag terminiert war, gefreut. Doch der wurde nicht mehr ausgetragen. Nach den Dressurprüfungen am Sonntagmorgen wurde der Turnierabbruch auf Weisung der Stadt Dortmund verkündet. „Lars war eigentlich sehr motiviert, aber der Abbruch war nicht zu ändern. Alle sollten sich sofort auf den Heimweg machen“, erzählt Melanie Deggerich-Volmer.

Lars Volmer erlebte in Dortmund aufgrund des Coronavirus ein ganz besonderes Turnier.

Lars Volmer erlebte in Dortmund aufgrund des Coronavirus ein ganz besonderes Turnier. © privat

Das sei auf der einen Seite verständlich. „Andererseits waren die ganzen Reiter eh schon seit drei Tagen zusammen. Da hätten die paar Stunden mehr wohl auch keinen Unterschied mehr gemacht.“

Nun ist auch auf dem Hof der Volmers erst einmal Ruhe angesagt. Alle eingeplanten Turniere sind abgesagt worden. „Unsere Pferde, die bei vielen Hallenturnieren am Start waren, bekommen jetzt eine Pause. Wir widmen uns jetzt erst mal der Ausbildung der jungen.“

Sieg beim Großen Preis in Freckenhorst

Mit dem Sieg in der hochkarätigsten Prüfung des Turniers, dem Großen Preis, einem S-Springen auf Zwei-Sterne-Niveau, kehrte der Legdener Lars Volmer vom Hallenreitturnier auf dem Gelände des Hofs Schulze Niehues in Freckenhorst zurück. Dem Mannschafts-Bronzemedaillengewinner der Europameisterschaften der Jungen Reiter Springen von 2017 gelang in der Siegerrunde mit Diamond For Pleasure in 40,59 Sekunden die schnellste Nullrunde. Volmer belegte mit seinem Zweitpferd Forestville DB ebenso Platz drei. Auf Hattrick N gewann er zudem eine Zeit-Springprüfung der Klasse M**. Damit erhielt Lars Volmer auch die Startgenehmigung für den Signal Iduna Cup.
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