Rob Reekers vor Abschied aus Vreden: „Pokalsieg wäre überragend“

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Der Trainer der SpVgg verabschiedet sich Ende Juni in Richtung Gütersloh. Im Interview erklärt Rob Reekers, was er dort erwartet und wie er sich den Abschied aus Vreden vorstellt.

Ahaus

, 17.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als Aufstiegstrainer gehen – das erhofft sich wohl jeder Coach, wenn er einen Verein verlässt. Das wird Rob Reekers bei der SpVgg Vreden höchstwahrscheinlich gelingen, wenn er sich Ende Juni in Richtung FC Gütersloh verabschiedet, wo er als Sportlicher Leiter anfängt. Allerdings hofft der Niederländer, dass ihm trotz Coronakrise ein sportlicher Abgang möglich sein wird. Wir haben mit dem 54-Jährigen gesprochen.

Am Freitag hat Ihr früherer Klub FC Gütersloh Sie als neuen Sportlichen Leiter vorgestellt. Für einige überraschend...
Ja, das Ganze ist auch erst in den letzten zwei, drei Wochen richtig konkret geworden. Als klar wurde, dass ich nicht in Vreden weitermache, hat mich mein guter Freund Thomas Hagedorn vom FC Gütersloh angesprochen. Wir waren sowieso immer in Kontakt und er hat mich schon seit Jahren gelöchert, dass ich in irgendeiner Funktion nach Gütersloh zurückkommen soll.

Sie sollen in Gütersloh Sportlicher Leiter werden und in der Unternehmensgruppe von Thomas Hagedorn im Bereich Sportmarketing arbeiten. Was für Aufgaben werden Sie genau übernehmen?
Richtig, das wird ein Fulltime-Job für mich. Allein als Sportlicher Leiter eines Oberligisten wäre das ja kaum möglich. Die Firma von Thomas Hagedorn (Abbruch, Sanierung etc., d. Red) engagiert sich stark bei Schalke 04, hat auch Logen in Leverkusen und Köln, sodass schon ein großer Bezug zum Fußball da ist. Der Betrieb ruht dort wegen Corona zurzeit auch ein wenig, aber es wird wieder losgehen. Mein Fokus soll aber vor allem auf der Tätigkeit für den FC Gütersloh liegen. Ich soll dabei helfen, den Verein in allen Bereichen mit anzuschieben. Nicht nur die erste Mannschaft, sondern auch die zweite und dritte sowie die Jugend. Auch um Sponsoring werde ich mich kümmern und ein Bindeglied zwischen Vorstand und Sportlern sein.

Bisher haben Sie ja als Trainer gearbeitet. Da kommen einige neue Aufgaben auf Sie zu, oder?
Das stimmt. Allerdings habe ich in meinen mittlerweile 25 Jahren im Trainergeschäft in vielen Bereichen Erfahrungen gesammelt. Und gerade bei meinen Stationen hier in Stadtlohn und Vreden habe ich ja auch viele Aufgaben übernommen, für die sonst eher nicht der Trainer verantwortlich ist. Aber es stimmt, ich werde mich in viele Bereiche einarbeiten müssen, werde neue Dinge lernen. Das ist eine spannende Aufgabe, auf die ich mich schon sehr freue.

Der FC Gütersloh hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit wirtschaftlichen Problemen für Schlagzeilen gesorgt. Wie geht es dem Klub denn heute?
Wirtschaftlich ist der Verein stabil, es ist alles in Ordnung. Ich denke, so gut wie jetzt ging es ihm schon lange nicht mehr. Es wird mittlerweile langfristiger geplant und nicht nur für die nächste Saison, wie es vielleicht früher einmal war. Zuletzt gab es keinen Sportlichen Leiter, sodass jemand gefehlt hat, der bestimmte Aufgaben übernimmt. Zum Beispiel hat der Trainer Julian Hesse, ein sehr guter junger Trainer, oft Vertragsgespräche mit Spielern geführt, was ja eigentlich nicht seine Aufgabe ist.

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Was sind denn für Sie kurzfristig die wichtigsten Aufgaben?
Also für die Saison haben bislang 15 Spieler aus dem aktuellen Kader ihre feste Zusage gegeben. Mit sechs Spielern müssen wir noch Gespräche führen und zudem ein paar Neuzugänge finden. Da haben wir schon ein paar Leute auf dem Zettel. Ein wichtiger Punkt ist auch der Jugendbereich, der in den vergangenen Jahren vielleicht etwas vernachlässigt wurde. In dieser Saison gab es zum Beispiel gar keine A-Jugend. Es muss das Ziel sein, den Verein wieder interessant für Nachwuchsspieler zu machen.

Können Sie denn von Wüllen aus pendeln, oder werden Sie in Gütersloh wohnen?
Ich werde mir da eine Zweitwohnung suchen. Gerade im Winter wird es wichtig sein, auch eine Übernachtungsmöglichkeit zu haben.

In der nächsten Saison kommt es dann höchstwahrscheinlich auch zum Duell gegen die SpVgg Vreden. Da stehen Sie noch bis zum 30. Juni unter Vertrag...
Ja, das ist so. Und ich hoffe, dass wir nach dieser Saison und der tollen Zeit, die ich hier hatte, noch mal auf den Platz zurück dürfen. Es sollen ja im Juni vielleicht noch die Spiele im Kreispokal gespielt werden. Das wäre natürlich eine super Sache für uns. Es würde mich wirklich total freuen, wenn es so kommt. Aber selbst wenn nicht, werden wir irgendwie einen gemeinsamen Saisonabschluss feiern, sobald das wieder erlaubt uns möglich ist. Denn so können wir ja nicht auseinandergehen!

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Immerhin verlassen Sie Vreden höchstwahrscheinlich als Aufstiegstrainer.
Ja, Corona macht‘s möglich. Aber im Ernst: Ich bin mir sicher, dass wir bis zum Ende oben mitgespielt hätten und den Aufstieg eventuell auch sportlich geschafft hätten. Es wäre natürlich eine enge Kiste geworden. Aber auch so muss ich sagen, dass wir nichts geschenkt bekommen, denn wir waren ja auch Herbstmeister. Also gibt uns die Tabelle Recht. Aber klar: Lieber hätten wir es sportlich geschafft, das sind die schönsten Erlebnisse für einen Fußballer. Deshalb wäre ein Abschied mit dem Pokalsieg natürlich überragend.

Wie ist denn der aktuelle Trainingsstand bei ihrer Mannschaft? Wäre sie bereit, in dieser Saison noch mal zu spielen?
Die Jungs sind topfit. Sie arbeiten seit Wochen sehr diszipliniert und sind insgesamt schon über 4000 Kilometer gelaufen. Ich kann das ja alles in einer App überprüfen und ziehe da wirklich meinen Hut. Ich kann also sagen, dass wir bereit für ein oder maximal noch zwei Pokalspiele wären. Natürlich müssten wir vorher aber noch ein bisschen das Fußballerische trainieren.

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