Der SC Münster 08 tritt in der kommenden Saison nicht mehr in der Fußball-Landesliga an und steht bereits als erster Absteiger fest. Besonders ärgerlich für den SuS Stadtlohn.

von Sascha Keirat, Marcel Schürmann

Ahaus, Stadtlohn

, 21.06.2019, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Paukenschlag in der Landesliga-Staffel 4: Der SC Münster 08 wird in der kommenden Saison nicht mehr in dieser Liga auflaufen. Das bestätigte Thomas Berndsen, Abteilungsleiter Fußball beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), am Freitag auf Nachfrage.

„Der SC Münster 08 wird in der Spielzeit 2019/20 nicht am Spielbetrieb in der Landesliga teilnehmen und steht damit als erster Absteiger fest“, so Berndsen. Erst Ende vergangener Woche hat sich der Verein von seinem Trainer Mirsad Celebic getrennt. Offenbar liegen finanzielle Probleme vor, wie die Westfälischen Nachrichten berichten. Jetzt folgt also der Rückzug der gesamten Mannschaft vom Spielbetrieb. Die Nachricht des Rückzugs der Münsteraner kam auch für die bisherigen Ligakonkurrenten Eintracht Ahaus und SuS Stadtlohn überraschend.

Stadtlohn hätte in der Liga bleiben können

Besonders ärgerlich ist sie für die Stadtlohner, immerhin sind sie als Tabellen-14. und damit „bester“ Absteiger abgetreten. „Wäre Münster bis zum letzten Spieltag zurückgetreten, wäre Stadtlohn nicht abgestiegen“, erklärt Staffelleiter Gerhard Rühlow. Hoffnungen brauche sich der SuS jetzt aber nicht mehr zu machen, in der Spielzeit 2019/20 doch noch in der Landesliga auflaufen zu dürfen.

Denn: „Ich muss mich an die Bestimmungen richten und die Satzung des FLVW einhalten. Und da ist klipp und klar geregelt, dass kein Absteiger für eine Mannschaft einspringen darf, die sich nach Saisonende zurückzieht“, so Rühlow, der aber auch sagt: „Theoretisch wäre es ja möglich, den gescheiterten Relegationsfinalisten SCV Neuenbeken mit in die Landesliga zu nehmen. Aber damit würde der Verband einen Präzedenzfall schaffen und das ist immer gefährlich, denn dann könnten das zukünftig bei ähnlichen Fällen ja alle fordern. Da müssen wir uns an die Statuten halten.“

Markus Plate: „Für uns extrem ärgerlich“

Markus Plate, Sportlicher Leiter beim SuS Stadtlohn, zeigte sich enttäuscht über die Nachricht, die er am Freitag erhielt. „Ich kenne die Hintergründe noch nicht genau, aber für uns ist natürlich extrem ärgerlich, dass Münster diese Entscheidung nicht ein paar Wochen vorher mitgeteilt hat.“

SC Münster 08 vermeldet Rückzug aus der Landesliga - so reagieren Eintracht und SuS

Der Ahauser Co-Trainer Chris Ransmann (r.) kann mit dem Münsteraner Rückzug leben. © Sascha Keirat

Deutlich gefasster haben die neuen Trainer bei Eintracht Ahaus die Neuigkeit aus Münster aufgenommen. „Ein Konkurrent weniger“, sagt Co-Trainer Chris Ransmann lapidar. In der abgelaufenen Saison mischte Münster schließlich genauso wie Ahaus im Aufstiegsrennen mit. Cheftrainer Frank Wegener sieht hier durchaus einen Trend: „Wir hatten hier in der Region zuletzt ja auch Beispiele von finanzieller Misswirtschaft und Münster wird sicher nicht der letzte Verein sein. Bei uns gab es in den letzten Jahren zwar auch Einschnitte, aber die wurden offen kommuniziert statt den Spielern Luftschlösser zu bauen.“

In einer Staffel nur noch 15 Teams

Die Folge des Münsteraner Rückzugs: In der kommenden Saison werden nur noch 63 statt der sonst 64 Mannschaften am Spielbetrieb in den vier Landesliga-Staffeln teilnehmen. So wird es nach der Staffeleinteilung wohl eine Staffel geben, in der nur noch 15 Mannschaften auflaufen. In der könnte dann auch der SC Münster 08 noch gesetzt sein - würde aber, und das steht fest, sportlich nicht in Erscheinung treten und von Beginn bis Ende der Saison auf dem letzten Tabellenplatz geführt werden.

In der kommenden Saison wird die erste Mannschaft des SC Münster 08 gänzlich von der Bildfläche verschwunden sein. „Die Spieler dürfen natürlich weiter in der Reserve auflaufen, die in der Kreisliga B spielt“, erklärt Staffelleiter Rühlow. Erst in der darauffolgenden Spielzeit 2020/21 wäre eine Teilnahme der Münsteraner am Spielbetrieb auf Bezirksebene wieder möglich.

Auf Kreisebene wäre der Umgang mit einer solchen Konstellation laut Rühlow übrigens eine andere. „Da könnte man in einer solchen Situation natürlich eine abgestiegene Mannschaft fragen, ob sie gerne in der Liga bleiben möchte, wenn denn keiner etwas dagegen hat.“

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Fußball-Kreisliga A1

Nach über 30 Jahren im Trainergeschäft: „Doc“ Becking geht im Mai in den Fußball-Ruhestand