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Schalke-Ultras stürmten das Stadion in Aplerbeck und gerieten mit der Polizei aneinander. Schiedsrichter Marcel Benkhoff aus Ahaus leitete das Spiel und erzählt, wie er die Lage erlebt hat.

Ahaus

, 27.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Erst am Samstagnachmittag hatte Marcel Benkhoff vom Verband die frohe Kunde erhalten, dass er zur kommenden Saison aufsteigt und künftig Spiele bis zur Regionalliga leiten darf. Tags darauf beim Oberligaspiel des ASC Dortmund gegen den FC Schalke 04 II erlebte der Ahauser dann zum Saisonabschluss noch mal eine außergewöhnliche, teils bedrohliche Kulisse.

Über 70 Schalker Ultras hatten sich im Aplerbecker Waldstadion eingefunden und lieferten sich nach Spielende eine handfeste Auseinandersetzung mit den Polizisten der angerückten Hundertschaft. „Da flogen Mülltonnen und es wurde wohl auch Pfefferspray eingesetzt“, schildert Benkhoff. Er habe sich mit seinen Assistenten, Holger Derbort aus Wüllen und Celal Gürbüz aus Gronau, schnell in die Schiedsrichterkabine zurückgezogen, „deshalb haben wir von dem Geschehen draußen nicht mehr allzu viel mitbekommen“. Nach etwa zehn Minuten habe sich die Lage dann beruhigt.

Ahauser Schiedsrichter Marcel Benkhoff nach Tumulten: „Schalke-Ultras wirkten bedrohlich“

Marcel Benkhoff mit Spielern des ASC und des FC Schalke II. © Schaper

Polizei und Verantwortliche des ASC Dortmund hätten Benkhoff und seine Kollegen etwa eine Viertelstunde vor Spielbeginn darauf hingewiesen, dass eine Gruppe Schalker-Ultras sich auf den Weg zum Waldstadion gemacht hätte. „Über deren Absichten konnte man uns allerdings nichts sagen“, so Benkhoff. Die Gruppe, die laut des Sportlichen Leiters des ASC ohne Eintritt zu zahlen das Stadion gestürmt habe, sei durchaus bedrohlich aufgetreten, so der Ahauser Schiedsrichter.

„Es stellte sich aber recht schnell heraus, dass sie kein Interesse daran hatten, den Spielern, Zuschauern oder uns Schiedsrichtern zu schaden.“ Er habe sich auf dem Platz noch kurz mit dem Schalker Kapitän ausgetauscht, der ebenfalls überrascht von der Anwesenheit der Gruppe gewesen sei.

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Während des Spiels, das für beide Teams kaum noch eine Bedeutung hatte und 1:1 endete, hätten die Schalker Fans „keinen Mucks“ von sich gegeben, so Marcel Benkhoff: „Ich hatte aber immer im Hinterkopf, dass die wahrscheinlich nicht einfach zum Fußball gucken gekommen sind. Und pünktlich mit dem Schlusspfiff wollten sie dann auch zügig das Stadion verlassen, wohl mit dem Ziel, sich draußen eine Prügelei zu liefern.“ Die Polizisten hielt die Schalker noch etwa eine Stunde lang im Stadion fest.

Nächsten Jahr vielleicht in Essen, Aachen oder Oberhausen

Für den 27-jährigen Ahauser der aufregende Abschluss einer ereignisreichen Saison. In der kommenden Spielzeit könnte er nun in größeren Stadien wie in Essen, Aachen oder Oberhausen pfeifen. Benkhoff: „Da wird man aber als Schiedsrichter ganz anders von möglicherweise gewaltbereiten Fans abgeschottet als auf einem Sportplatz wie in Aplerbeck, wo sie direkt hinter der Bande stehen.“

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Aufstieg in die Regionalliga

  • Spiele bis zur Regionalliga darf der Ahauser Marcel Benkhoff in der kommenden Saison leiten. Der Verbands-Schiedsrichter-Ausschuss hat ihn wegen guter Leistungen in der Oberliga als „Aufsteiger“ ausgewählt.
  • Bei acht seiner elf Oberliga-Einsätze wurde Benkhoff beobachtet und bewertet. „Durch meine guten Beobachtungsnoten hatte sich schon angedeutet, dass ich möglicherweise aufsteige. Aber das hängt immer von vielen Faktoren ab, sodass ich doch erleichtert war, als am Samstag der Anruf kam“, so Benkhoff.
  • Der 27-jährige Ahauser pfeift schon seit 2007 für Eintracht Ahaus, arbeitete sich über Junioren, Frauen- und Kreisligen der Männer hoch in die Spielklassen des Verbands. Nach vier Spielzeiten in der Bezirks-, einer in der Landes- und je dreien in der Westfalen- und Oberliga ist er nun in der Regionalliga angekommen. „Man entwickelt sich immer ein Stück weiter und ist froh, wenn das dann auch belohnt wird“, so Benkhoff.
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