Schiri-Chef Goncalves alarmiert: „Es muss etwas passieren“

Fußball: Staffeltag

Beim Staffeltag gab es einige gute Nachrichten für die Vereinsvertreter. Dennoch hatte der Kreisvorstand auch mahnende Wort parat. Auch weil es zuletzt deutlich weniger Schiedsrichter gab.

Legden

, 16.07.2019, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schiri-Chef Goncalves alarmiert: „Es muss etwas passieren“

Die Zahl der Schiedsrichter im Fußballkreis hat in der vergangenen Saison stark abgenommen. © Raphael Kampshoff

Offen und konstruktiv diskutiert wurde auf dem Staffeltag der Kreisligen am Montag im Hotel Hermannshöhe in Legden. Erst gegen Ende der rund 90-minütigen Spielzeit wurde die Stimmung ein wenig intensiver. Denn die Zahlen, die der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses (KSA) präsentierte, stimmten die Vereinsvertreter schon nachdenklich.

„Uns sind im Laufe eines Jahres 50 Schiedsrichter verloren gegangen.“
Paulo Goncalves

„Uns sind im Laufe eines Jahres 50 Schiedsrichter verloren gegangen.“ Paulo Goncalves legte nach der Vorstellung der aktuellen Regeländerungen die Fakten auf den Tisch. Unter diesen Abgängen seien auch viele junge Schiedsrichter, die vor allem eines nicht mehr wollten: „sich beschimpfen lassen.“ Er knüpfte damit an die Worte des Kreissportgerichts- Vorsitzenden Berni Langener an, der von „zunehmend raueren Umgangstönen gerade von außen durch Zuschauer und Eltern“ berichtete.

Problem Pyrotechnik

„Es muss etwas passieren“, so lautete der eindringliche Appell von Goncalves an die Vereine, etwas zu tun gegen diese Entwicklung und „offensiv zu werben“. Zum am 21. August beginnenden Anwärterlehrgang in Seppenrade hätte sich erst ein einziger Kandidat angemeldet. „Wenn Sie Unterstützung brauchen, sprechen Sie uns im KSA an“, bot der Schiedsrichter-Chef weiter Hilfestellung an. Das Szenario, künftig womöglich schon keine C-Liga-Spiele mehr offiziell besetzen zu können, gelte es unbedingt zu vermeiden.

Schiri-Chef Goncalves alarmiert: „Es muss etwas passieren“

© Michael Schley

Von einer weiteren „zunehmenden Unsitte“ berichtete Langener weiter: Pyrotechnik. „Hierbei handelt es sich im Grunde um einen Straftatbestand, da werden wir weiter rigoros vorgehen“, so Langener, der gar einen Fall hatte anführen können, bei dem ein Leuchtkörper in den Innenraum geworfen worden war: „Da wurden Menschen gefährdet, das ist kriminell und unverantwortlich.“ Dass der Einfluss durch die Vereine nur begrenzt sei, erkannte er an. Der Kreisvorsitzende Willy Westphal erinnerte allerdings daran, dass es sich bei den Verursachern überwiegend um Jugendliche handele, „die in unseren Vereinen Fußball spielen“. „Und da können wir ganz bestimmt Einfluss nehmen, da sind wir in der Pflicht.“

Westphal konnte aber auch positive Aspekte anführen. So stellte er den Ausschuss für Vereins- und Kreisentwicklung den Anwesenden vor – mit der Vorsitzenden Christel Behmenburg und auch zwei Vereinsvertretern, unter anderen Günter Boll von der DJK Eintracht Stadtlohn. Hilfe solle den Vereinen angeboten werden „von der Basis für die Basis“, um diese zukunftsfähig zu machen.

Ebenso konnte Westphal von der guten Resonanz auf die Arbeitstagungen berichten. „Ich denke, dass wir da konstruktiv miteinander umgehen und diskutieren“, nannte Westphal das Beispiel der „gut angenommenen“ Anpassung des Rahmenterminplans mit zwei vorgezogenen Spielen der Rückserie in den Kreisligen.

Schiri-Chef Goncalves alarmiert: „Es muss etwas passieren“

Die Vereinsvertreter beim Staffeltag in Legden © Michael Schley

Einige gerade für die Vereine spannende Ansätze nannte Horst Dastig, der Vorsitzende des Kreisfußballausschusses, im Ausblick auf die kommende Saison 2019/20. So können künftig von der B- bis zur D-Liga gleich vier Spieler beliebig ein- und wieder ausgewechselt werden, in Freundschaftsspielen gar eine vorher abgestimmte Zahl beliebig mehr. Eine Sperre nach der fünften Gelben Karte gilt künftig nicht mehr für Entscheidungsspiele (analog zu Pokalspielen). Und: Spiele können künftig in Abstimmung auch nach hinten verlegt werden – bis maximal donnerstags nach dem Spieltermin am Sonntag – allerdings nur bis zum 1. Mai.

Aktion „Junge Helden“

Westphal hatte ein weiteres „Bonbon“ parat: Die Gebühr für die Anmeldung der Trikotwerbung entfällt künftig, nicht allerdings die Pflicht zur Anmeldung. Bis zum 30. September. Zum Abschluss ermunterte er noch einmal die Vereine, Kandidaten für die Aktion „Junge Helden“ zu melden. Denn in einem Punkt waren sich alle Berichterstatter einig: Die Wertschätzung für das Ehrenamt ist wichtiger denn je. Mit dem Hinweis auf viele Vereinsjubiläenin diesem und im kommenden Jahr entließ der Kreisvorsitzende die Vereinsvertreter in die neue Saison.

Schiri-Chef Goncalves alarmiert: „Es muss etwas passieren“

Geehrte Meister: Fernando Hoegen (2. Vorsitzender), Yannick Terhaar (Leiter Finanzen, beide VfB Alstätte), Sven Terglane (FC Epe II, Sportlicher Leiter Senioren), Daniel Scheidle (FC Vreden II, Seniorenobmann), und Joachim Geerdes (Eintracht Ahaus III, Geschäftsführer). © Michael Schley

  • In seinem Bericht zur Saison 2018/19 informierte Nord-Staffelleiter Manfred Nieland über rückläufige Zahlen bei den Feldverweisen. In der Vorsaison gab es noch 217 Karten, nun noch 211 (95 Rote/116 Gelb-Rote). Erheblich gesunken ist die Zahl der Verwarnungen (von 3549 auf 3107), die Zahl der Sperren nach der fünften Gelben Karte hat hingegen gar zugenommen.
  • Durch die Anpassung der Rechts- und Verfahrensordnung hat es deutlich weniger mündliche Verhandlungen vor dem Sportgericht gegeben, die Zahl der Verfahren lag dagegen fast konstant bei 33.
  • Die Summe der Ordnungsgelder im Nordkreis ging stark zurück von 5392,50 auf 4286 Euro – sicher auch, weil die Vereine im Kreis in Sachen elektronische Passmappe vorbildlich mitwirkten, so Nieland.
  • Folgende Meister wurden geehrt: VfB Alstätte (Kreisliga A1, SuS Olfen (Kreisliga A2) – FC Epe II (Kreisliga B1), SV Gescher II (Kreisliga B2) – FC Vreden II (Kreisliga C1), SV Eggerode (Kreisliga C2) – FC Turo d’Izlo (Kreisliga D1), Eintracht Ahaus III (Kreisliga D2), DJK Rödder II (Kreisliga D3).
  • Erstmals wurde die Fairplay-Wertung auf alle vier Kreisliga-Ebenen aufgesplittet – und in allen Klassen hatte der Südkreis die Nase vorn. „Da hängen wir im Norden hinterher – gerade in der Kreisliga A“, so Nieland. Dass man erfolgreich und auch fair spielen kann, habe der Gesamtsieger DJK Rödder II bewiesen.
  • „Norweger Modell“ in den C- und D-Ligen: Gestattet ist künftig der Wechsel von 11 auf 9 Spieler und 9 auf 11 Spieler. Ein solcher Wechsel ist ausschließlich zu Saisonbeginn oder bis zum 31. Januar einer laufenden Saison einmalig möglich.
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