Schon neun Tore: Nico Ostenkötter bleibt trotz Höhenflug auf dem Teppich

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Der Name Nicolas Ostenkötter war vor der Saison nicht vielen Oberliga-Kennern geläufig. Das hat sich geändert. Der Vredener führt die Torjägerliste an und sorgt mit der SpVgg für Furore.

Vreden

, 15.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zwölf verschiedene Torschützen fanden sich vergangene Saison in der Westfalenliga im Kader der SpVgg. Marvin Hakvoort zählte dazu, Bernd Verwohlt oder auch Dennis Wüpping. Alles Defensivspieler. Der Name Nico Ostenkötter taucht nicht in der Liste auf.

Ein ganz anderes Bild zeigt sich jetzt in der Oberliga: Von 19 erzielten Vredener Treffern gehen allein 9 auf das Konto des 21-Jährigen. „Nico ist derzeit auf einem anderen Level, er strotzt nur so vor Selbstvertrauen“, sagt Trainer Engin Yavuzaslan. Was sein Schützling dazu sagt? Wir haben mit ihm gesprochen. Soviel vorweg: Trotz des Höhenfluges ist Ostenkötter auf dem Teppich geblieben.

Acht Spieltage, sieben Mal auf dem Platz und dabei neun Tore erzielt – wie fühlt sich die bisherige Saison an?
Schon sehr gut bis jetzt. Als Mannschaft sind wir brutal gut gestartet. Dass wir nach acht Spielen bei 14 Punkten stehen, damit hätte vor der Saison keiner gerechnet. Der Blick auf die Tabelle ist im Moment nicht verkehrt. Aber wir wissen alle, dass auch noch andere Tage kommen werden.

Wie ist es für Sie persönlich?
Ich nehme das als schöne Momentaufnahme. Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass ich so viele Tore schieße, hätte ich es nicht geglaubt. Ich genieße das auch. Aber das wird sicher nicht immer so bleiben.

In der vergangenen Westfalenliga-Saison gelang Ihnen überhaupt kein Treffer. Wie ist es zu erklären, dass es jetzt fast in jedem Spiel klappt?
Ein Punkt ist sicher, dass der neue Trainer eine andere Spielweise von uns verlangt, die uns und mir persönlich auch zugute kommt. Ich denke aber auch, dass eine breite Brust und das nötige Selbstvertrauen eine ganze Menge ausmachen.

Es ging ja schon in den ersten Pflichtspielen los, als Sie im Pokalhalbfinale einmal und im Endspiel gegen Stadtlohn doppelt getroffen haben. Wurde der Torinstinkt jetzt erst geweckt, oder gab es den in der Jugendzeit auch schon?
Mal so, mal so. Es gibt eben im Fußball immer Phasen, in denen es rund läuft, und welche, da geht gar nichts. Im Moment ist es auch so, dass ich von meinen Mitspielern, zum Beispiel Carlo Korthals oder auch Maxi Hinkelmann, überragend mit Pässen in die Schnittstellen versorgt werde. Davon bin ich großer Fan und sie passen gut zu meiner Spielweise.

Sie haben bisher auch alle Elfmeter für die SpVgg geschossen. Hat das der Trainer entschieden, oder einigen sich die Spieler auf dem Platz?
Nein, da hat der Trainer keine Vorgabe gemacht. Wer sich gerade gut fühlt, der schnappt sich den Ball. Bisher hat es für mich gut geklappt. Mal sehen, was passiert, wenn ich mal einen verschieße...

Sie haben den neuen Trainer gerade schon angesprochen. Welchen Anteil hat der an Ihrer Entwicklung?
Er ist sehr ehrgeizig, zielstrebig und arbeitet viel. Das bekommen wir als Spieler auch mit und es kommt uns zugute. Und wie schon gesagt ist auch die neue Spielweise ein Vorteil. Es tut natürlich auch gut, das volle Vertrauen vom ganzen Trainerteam zu spüren.

Was hat sich sonst noch verändert rund um die Mannschaft?
Das Umfeld ist im Moment absolut positiv. Man merkt, dass von Spiel zu Spiel mehr Zuschauer kommen. Das ist gerade in so einer Gemeinschaft wie Vreden sehr wichtig. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung.

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Platz eins in der Torjägerliste, Platz fünf mit der Mannschaft – wo kann es in dieser Saison noch hingehen für die Spielvereinigung?
Wer weiß das schon? Uns allen ist klar, dass wir auch mal wieder Spiele verlieren werden. Aber wir versuchen, den Spaß aufrechtzuerhalten und jeden Tag weiter hart an uns zu arbeiten, damit es eine erfolgreiche Saison wird.

Wie reagieren denn Freunde oder andere Vredener im Alltag auf den derzeitigen Höhenflug?
Klar, dass man mehr auf Fußball angesprochen wird, wenn der Erfolg da ist. Da kommt schon ab und zu ein Spruch. Aber noch mal: Im Moment ist das alles schön, trotzdem werden wir uns darauf nicht ausruhen.

A propos ausruhen. Mit 40 Ligaspielen plus Westfalen- und Kreispokal ist der Terminkalender prall gefüllt. Wie verbringen Sie das nächste Wochenende, wo Ihr Team ja ausnahmsweise spielfrei ist?
Ich denke, dass ich trotzdem irgendwo am Fußballplatz stehen werde und mir ein Spiel anschaue. Der Sonntag ist bei mir für den Fußball verplant. Das war schon immer so.

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