„Schwer, sich zu motivieren“ – so reagieren Sportler auf den Lockdown

mlzSport und Corona

Zum zweiten Mal in diesem Jahr kommt der Amateursport komplett zum Erliegen. Wir haben uns in Vereinen in Ahaus, Stadtlohn und Vreden umgehört, wie die Sportler mit dem Lockdown umgehen.

Kreis

, 30.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine andere Ausgangslage als im März. Damals bremste das neuartige Coronavirus große Teile des gesellschaftlichen Lebens recht abrupt aus. Auch den Sport, der in allen Bereichen fast zwei Monate zum Erliegen kam. Vor dem zweiten Lockdown haben die Sportler schon Erfahrungen im Gepäck, sodass sie der Situation recht gleichmütig begegnen. Wir haben uns zur aktuellen Stimmungslage und vor allem zur Planung für eine mögliche Saisonfortsetzung nach dem 30. November umgehört.

SpVgg Vreden (Fußball, Oberliga): Die Vredener haben den Trainingsbetrieb bereits runtergefahren, wie Trainer Engin Yavuzaslan berichtet. „Für mich beginnt jetzt die Phase, in der ich zusehen, dass ich die Jungs am Laufen halte“, so der Coach. „Die Situation ist nicht zufriedenstellend, aber sollen wir jetzt rumnörgeln?“

Yavuzaslan gehe es darum, dass seine Mannschaft für den Fall eines Re-Starts im Dezember fit ist, „und zwar nicht nur körperlich, sondern vor allem auch mental.“ Ein paar Ideen habe er bereits entwickelt, um die mindestens vier Wochen Spiel- und Teamtrainingspause sinnvoll zu nutzen.

VfL Ahaus (Volleyball, Oberliga Frauen): Der Westdeutsche Verband hatte schon vor dem angekündigten Lockdown den Spielbetrieb bis 22. November eingestellt, den Vereinen aber freigestellt, trotzdem ihre Spiele auszutragen. Damit hat es sich am Donnerstag auch erledigt. „In die Hallen hätten wir ja ohnehin nicht gedurft“, so VfL-Trainer Sebastian Förster. Doch Trainingspläne fürs Workout zu Hause habe der seinen Spielerinnen bereits ausgehändigt. „Ich gehe auch davon aus, dass jeder einen Ball zu Hause hat und damit zumindest ein paar Übungen macht, um das Ballgefühl nicht zu verlieren.“

Ob der Spielbetrieb tatsächlich Anfang Dezember wieder aufgenommen wird, das sei schwierig zu sagen, so Förster. „Ich würde es grundsätzlich für eine gute Idee halten, die Rückrunde komplett zu streichen und im neuen Jahr in aller Ruhe die restlichen Spiele der Hinrunde auszutragen.“

Wie die meisten anderen Trainer muss auch Sebastian Förster von den Volleyballerinnen des VfL Ahaus im Lockdown wieder auf Heimtraining setzen.

Wie die meisten anderen Trainer muss auch Sebastian Förster von den Volleyballerinnen des VfL Ahaus im Lockdown wieder auf Heimtraining setzen. © Sascha Keirat

SuS Stadtlohn (Tischtennis, Landesliga): Anders als andere Sportarten haben die Tischtennisspieler bereits die Gewissheit, dass es bis Jahresende keine Punktspiele mehr geben wird. Und dass im neuen Jahr nur noch die Hinrunde zu Ende gespielt werden soll.

„Als das bekannt wurde, haben wir das Training im Prinzip sofort drangegeben“, erklärt Abteilungsleiter Reinhard Valtwies, auch Spieler der ersten Mannschaft. Das Jugendtraining habe bereits die ganze Woche geruht. Wie lange die Abteilung pausieren müsse, sei noch nicht absehbar, so Valtwies: „Wir hoffen natürlich, dass es vielleicht schon im Dezember weitergehen kann. Aber wenn man bedenkt, dass der Winter vor der Tür steht, was sicher nicht förderlich für die Infektionszahlen ist, könnte das schwierig werden. Vielleicht werden die Ketten ja tatsächlich in er nächsten Wochen unterbrochen.“

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TV Vreden (Handball, Landesliga): Die vorerst letzte Trainingseinheit hat Trainer Frank Steinkamp mit seiner Mannschaft am Mittwoch bestritten. „Eigentlich wollten wir am Freitag noch mal in die Halle. Aber als dann ein positiver Corona-Test in unserer zweiten Mannschaft bekannt wurde, haben wir den Betrieb doch sofort eingestellt.“ Grundsätzlich glaube Steinkamp nicht an eine Rückkehr zum Spielbetrieb in diesem Jahr. „Selbst wenn es im Dezember wieder losgehen sollte, bräuchten die Mannschaften ja eine kurze Vorbereitung von zwei bis drei Wochen, bis sie wieder fit genug für den Wettkampf sind.“

Einen neuen Trainingsplan habe er seinen Schützlingen vorerst nicht mitgegeben. „Mit der Motivation ist das im Moment natürlich schwierig, wenn man gar nicht weiß, auf was man hintrainiert. Natürlich erwarte ich aber schon, dass die Spieler abends mal eine Runde laufen gehen und die Übungen machen, die sie schon im März gemacht haben.“

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