Sportgericht entscheidet: SuS II gegen Ottenstein muss wiederholt werden

mlzFußball-Kreisliga A1

Wegen eines Regelverstoßes des Schiedsrichters hatte der SuS Stadtlohn II gegen die Spielwertung des Spiels gegen Ottenstein protestiert (2:2). Und bekam Recht. Das Duell wird neu angesetzt.

Stadtlohn

, 14.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst knapp gut Tage sind vergangen seit dem Kreisliga-Spiel zwischen dem SuS Stadtlohn II und dem FC Ottenstein (2:2). Wegen des Verdachts eines Regelverstoßes des Schiedsrichters hatten die Stadtlohner frist- und formgerecht Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt – und diesem gab das Kreissportgericht im Einzelrichterverfahren nun statt. Demnach ist das am 4. Oktober ausgetragene Meisterschaftsspiel der Kreisliga A1 vom Staffelleiter neu anzusetzen.

Was war passiert? Ein Ottensteiner Spieler hatte im besagten Spiel kurz vor der Pause die Gelbe Karte gesehen, in der 74. Spielminute wurde er vom Schiedsrichter erneut verwarnt. Er durfte allerdings auf dem Feld verbleiben, da sich der Unparteiische beim ersten Vergehen irrtümlich den Spieler mit der Nummer 6 notiert hatte. Dieser war letztlich allerdings gar nicht auf dem Spielberichtsbogen aufgeführt. Erst auf Hinweise der Stadtlohner Verantwortlichen wurde dem Schiedsrichter der Irrtum bewusst, er vermerkte diesen später umgehend im Spielbericht (wir berichteten).

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Auf dieser Basis legte der SuS gemäß §58 Abs. 2 c der Rechts- und Verfahrensordnung des WDFV Einspruch gegen die Spielwertung ein. Die Stadtlohner fühlten sich eines Vorteils „beraubt“, der Regelverstoß des Schiedsrichters habe maßgeblich Einfluss auf die Spielwertung unentschieden mit 2:2 genommen.

Regelverstoß mit „spielentscheidendem Charakter“

Zu dieser Ansicht kam auch das Kreissportgericht, wie dessen Vorsitzender Berni Langener mitteilt. „Am Sachverhalt bestehen keine Zweifel, auch der FC Ottenstein hat den Regelverstoß in seiner Stellungnahme eingeräumt“, so Langener. Mit Blick auf die knapp 20 Minuten Restspielzeit in einem Spiel, dass „Spitz auf Knopf“ gestanden habe, habe der Schiedsrichter durch seinen Regelverstoß mit hoher Wahrscheinlichkeit den Spielausgang beeinflusst.

„Jeder weiß, dass Hinausstellungen im Fußball oft zu ‚neuen Spielen‘ führen, zum Beispiel mit taktischen Wechseln oder neuen Spielsystemen “, erklärt Langener. Diese Chance sei Stadtlohn genommen worden, eine Hinausstellung hätte womöglich spielentscheidenden Charakter gehabt.

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Dass der betroffene Spieler auf den Lapsus nicht direkt aufmerksam gemacht habe und dass dem Schiedsrichter dieser unterlaufen sei, sei „absolut menschlich“: „Ich hatte in diesem Verfahren nur saubere Gespräche, dafür gebührt allen Beteiligten mein Respekt. Nur so konnte ich dieses so zügig abschließen. Natürlich ist diese Entscheidung bitter für den FC Ottenstein, der sich das 2:2 erkämpft hatte, aber es gab im Grunde keine Interpretationsspielräume.“

Ottensteiner akzeptieren die Entscheidung

Der FC Ottenstein hätte nun noch die Chance der Berufung. Dass er von dieser wohl nicht Gebrauch machen werde, habe der Verein schon angekündigt, so Langener. Rechtskräftig ist das Urteil aber noch nicht. „Wir wussten ja, was kommt, das formelle Verfahren hätte ich dazu nicht mehr gebraucht. Die Faktenlage ist eindeutig, wir akzeptieren die Entscheidung und blicken nach vorne“, berichtet Ottensteins Coach Thomas Gerwing. Nach Ablauf der Berufungsfrist könnte der Staffelleiter die Partie neu ansetzen.

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Der betroffene Spieler Ottensteins wurde laut Urteil parallel wegen Gelb/Rot automatisch für das nächstfolgende Meisterschaftsspiel des FC Ottenstein gesperrt. Diese Sperre wurde bereits mit dem Vermerk des auf eine Sperre hinweisenden „Schlosses“ hinter dem Spielernamen im Spielbericht des Nachholspiels gegen Schöppingen am 7. Oktober „vollstreckt“, so Gerwing.

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