Springreiter atmen auf: Turnier in Goch hat Corona-Pause beendet

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Genau wie die Profifußballer durften auch viele Berufs- und Kaderreiter aus Westfalen sich wieder im Wettkampf messen. Beim Turnier in Goch waren Legdener, Stadtlohner und Südlohner vertreten.

Legden, Stadtlohn, Südlohn

, 18.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Während Hobbysportler sich wohl noch eine Weile gedulden müssen, bis der Turnierbetrieb wieder anläuft, war für viele Berufs- und Kaderreiter am vergangenen Wochenende Aufatmen angesagt: In Goch am Niederrhein durften sie nach knapp zweimonatiger Pause wieder an den Start gehen. Natürlich unter strengen Auflagen. Doch die seien kein Problem gewesen, wie Beteiligte aus dem Westmünsterland erzählen.

Alina Sparwel (RV Südlohn-Oeding), Carlotta Terhörst und Lars Volmer (beide RV Legden) sowie Johannes Ehning (RV Borken mit Betrieb in Stadtlohn) gingen in verschiedenen Prüfungen von Donnerstag bis Samstag an den Start. Organisator Holger Hetzel hatte das Programm bewusst schmal gehalten, sodass die Reiter die Regeln besser einhalten konnten. Am Donnerstag wurden fünf, am Freitag und Samstag je drei Prüfungen ausgetragen.

Holger Hetzel: „Wir wollten ein Zeichen setzen“

„Wir haben das für den Sport, die Reiter und die Pferde gemacht“, sagte Hetzel dem Portal Spring-Reiter.de. „Verdienen können wir an einem solchen Turnier natürlich nichts. Aber darum geht es auch gar nicht. Für Pferde und Reiter ist es wichtig, Wettkampfroutine zu erhalten. Würde der Turnier-Stop noch länger weitergehen, so würden gerade die jungen Pferde ein ganzes Jahr in ihrer Ausbildung verlieren. Wir wollten aber auch ein Zeichen für alle anderen Reitvereine und Turnierveranstalter setzen, dass mit Fantasie und Engagement auch in diesen schwierigen Zeiten, Turniersport möglich ist.“

Um den allgemeinen Regeln während der Coronakrise gerecht zu werden, sollten die Teilnehmer bestimmte Vorgaben einhalten, wie Alina Sparwels Vater Dirk berichtet: „Im Vergleich zu normalen Turnieren war das alles sehr entzerrt. Zum Beispiel stand jedem Reiter zur Vorbereitung ein Sprung zur Verfügung, an dem er sich allein vorbereiten konnte, bevor es in den Parcours ging. So kam überhaupt kein Stress auf, das war für alle sehr entspannt.“

Zuschauer waren natürlich nicht vor Ort und das weitläufige Gelände bot genügend Platz, etwa auf dem Parkplatz oder an den spärlich gesäten Versorgungsständen Abstand von anderen zu halten. Auch seien die Teilnehmer angehalten gewesen, so schnell wie möglich nach ihrem letzten Start die Heimreise anzutreten. Auf Siegerehrungen verzichtete der Ausrichter zwar, Preisgelder wurden aber gezahlt.

Davon ging einiges an Alina Sparwel. Die Südlohnerin gewann schließlich das schwerste Springen der Klasse S* am Samstag. Auf Ma Petite legte sie mit 60.34 Sekunden die schnellste Zeit hin und ließ neben dem zweitplatzierten Belgier Laurens Houben (67.75) auch 56 weitere gestartete Paare hinter sich. Auch im vorherigen M**-Springen mit 71 Startern hatte sich das Südlohner Duo bereits den ersten Platz gesichert.

Lars Volmer sammelt Wettkampfpraxis

Wichtige Wettkampfpraxis sammelte auch Lars Volmer, der mit den drei jungen Pferden Vivaldi, Zaluca und Bandolino an den Start gegangen war. Der Legdener hatte bereits beim Signal Iduna-Cup im März in Dortmund ein Turnier in „Geisteratmosphäre“ erlebt. „Das war aber diesmal schon was Anderes“, berichtete Mutter und Trainerin Melanie Deggerich-Volmer. „Es war wirklich angenehmer als erwartet, super organisiert und als Test für weitere Turniere gut gelungen.“

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Das sieht auch Johannes Ehning so, der die Atmosphäre schlimmer erwartet hätte, als sie tatsächlich war. „Natürlich ist ein Turnier mit Zuschauern immer schöner. Aber unter den Reitern war die Stimmung gut. Alle waren froh, dass es weitergeht.“ Ehning freute sich über einen zweiten Platz mit Cantosano (L-Springen), einen dritten mit Avenir (A*Springen) sowie Platzierungen mit Conny und Sundance.

Drei Starts, drei Platzierungen für Carlotta Terhörst

Bei drei Starts sprangen für Nachwuchstalent Carlotta Terhörst drei Platzierungen mit Chacalaca und Velvetino heraus. Ihre Mutter Franziska Tiersch berichtet von einem Turnier in entspannter Atmosphäre. „Man fühlte sich dort gut aufgehoben und der Veranstalter hat an alles gedacht, damit man die Hygienevorschriften einhalten konnte. Insgesamt ein super Turnier.“

Bereits am kommenden Wochenende geht es bei Holger Hetzel mit dem nächsten Turnier weiter. Auch in Riesenbeck im Tecklenburger Land steht diese Woche ein Late-Entry-Turnier auf dem Programm. Langsam kehrt also auch in den Reitsport wieder ein kleines Stück Normalität ein.

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