SpVgg Vreden hofft auf Abbruch – und eigenen Aufstieg

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Seit dieser Woche hören die Verantwortlichen des Verbands ligenweise die Meinung der Vereine zur Beendigung der Saison. Die Westfalenligisten, darunter die SpVgg Vreden, sind sich im Grunde einig.

Vreden

, 24.04.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vertreter der 32 Westfalenligisten in den beiden westfälischen Staffeln fanden sich am Dienstagabend zu einer Videokonferenz zusammen. Die SpVgg Vreden war als Tabellenführer der Staffel 1 nicht bei dieser Runde vertreten. „Wir konnten wegen technischer Probleme nicht dabei sein“, erklärt der SpVgg-Vorsitzende Christoph Kondring. Er habe aber einen Tag später mit Staffelleiter Hans-Dieter Schnippe dazu telefoniert.

Die Vredener sind, wie nahezu alle anderen Westfalenligisten – der TuS Hiltrup hatte sich für eine Weiterführung der Saison ausgesprochen –, für einen Abbruch der Spielzeit 2019/20. Um die Frage, wie genau die Vereinsvertreter sich so einen Abbruch vorstellen, ging es in der Telefonkonferenz allerdings nicht, sondern nur um die Frage: Fortsetzen oder abbrechen?

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„Eine Fortsetzung ist in meinen Augen überhaupt nicht machbar“, sagt Christoph Kondring. Schließlich ist nach aktuellem Stand erst ab September wieder an Fußballspielen zu denken. So hatten auch nur knapp zwölf Prozent der über 1100 westfälischen Vereine bei der Umfrage vom Verband für eine Fortsetzung gestimmt.

Als wahrscheinlichstes Szenario erscheint derzeit ein Saisonabbruch mit Wertung, also mit aufstiegsberechtigten Meistern, aber ohne Absteiger. Im Namen der SpVgg vertritt Christoph Kondring dabei eine klare Meinung: „Unsere favorisierte Lösung ist ganz klar die Wertung der Saison nach der Hinrunde. Dadurch hätte man eine gerade Tabelle, in der alle gleich viele Spiele absolviert und gegen jeden Gegner einmal gespielt haben. In unseren Augen ist das der fairste Weg.“

Christoph Kondring, Vorsitzender der SpVgg Vredn, ist für die Wertung der Saison anhand der Hinrundentabelle.

Christoph Kondring, Vorsitzender der SpVgg Vredn, ist für die Wertung der Saison anhand der Hinrundentabelle. © Archiv

Diesen Standpunkt vertritt zum Beispiel auch Borussia Emsdetten, einer der Vredener Kontrahenten im Titelrennen. Borussia-Geschäftsführer Stefan Westers spricht sich auch gegen andere Lösungen, etwa eine Quotienten-Regel und Wildcards aus, wie er dem Fußball-Portal „Heimspiel-Online“ sagte: „Wenn wir damit anfangen, spielt in der nächsten Saison die halbe Liga in der Oberliga. Das halte ich für nicht praktikabel.“

Das Thema Quotienten-Regel kam deshalb auf, weil die Teams in der Westfalenliga unterschiedlich viele Spiele ausgetragen haben. Bei dieser Regelung, wie sie etwa der Handballverband angewandt hat, würden die bislang geholten Punkte durch die Anzahl der ausgetragenen Spiele geteilt und mit 100 multipliziert. Nach dieser Rechnung würde nicht mehr die SpVgg Vreden, sondern Victoria Clarholz (aktuell Dritter mit einem Punkt und einem Spiel weniger als Vreden) die Meisterschaft holen. Emsdetten wäre Zweiter, die SpVgg Dritter.

Clarholz ist für Quotienten-Regelung

Diese Regelung würden sie in Clarholz begrüßen. Frank Topmöller, Abteilungsleiter bei der Victoria, gibt sich allerdings zurückhaltend. „Wir haben die Entscheidung ja nicht selbst in der Hand. Es ist eine schwierige Zeit für den Verband. Wir würden die aktuelle Tabelle werten, befürworten dann aber auch eine Quotienten-Regelung“, sagt Topmöller.

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So hat jeder Verein seine eigene Sicht der Dinge, was die Entscheidung für den Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen nicht einfacher macht. Christoph Kondring kann die Schwierigkeiten nachvollziehen. „Ich finde, dass die Leute beim Verband einen guten Job machen und vernünftige Gedanken entwickelt haben. Wir müssen jede Entscheidung akzeptieren. Natürlich wären wir lieber auf sportlichem Wege am Ende der regulären Saison aufgestiegen. Doch auch so würden wir den Aufstieg wahrnehmen.“

Die Entscheidung darüber wird aber wohl frühestens im Mai fallen.

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