SpVgg Vreden verlängert mit Torwarttrainer: „Jungs gehen durchs Feuer für ihn“

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Einen weiteren Baustein für sein Trainerteam in der kommenden Saison hat die SpVgg Vreden gesetzt. Und die Kollegen schwärmen von der Arbeit des Mannes, der sich im Grunde selbst ausgebildet hat.

Vreden

, 04.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Er arbeitet fast ausschließlich im Hintergrund. Doch anscheinend macht er seinen Job gut. Die Rede ist von Steffen Warneke, mit dem Oberligist SpVgg Vreden die Zusammenarbeit jetzt bis 2022 verlängert hat.

Dass er einmal Torwarttrainer in der Oberliga sein würde, das hätte Steffen Warneke noch vor ein paar Jahren „niemals gedacht“, wie er selbst sagt. Als Spieler hat er stets für Westfalia Osterwick gespielt und seine aktive Laufbahn mit dem Bezirksliga-Aufstieg 2015 (im Entscheidungsspiel gegen den SC Südlohn) beendet. Mit nur 25 Jahren.

Torwarttrainer Warneke hatte selbst nie Torwarttraining

„Ich wollte aber gerne irgendwie dabei bleiben“, erklärt der heute 30-Jährige. Und so bildete er sich mehr oder weniger selbst zum Torwarttrainer aus. „In der Kreisliga ist es ja nicht unbedingt üblich, einen Torwarttrainer zu haben. Ich bin selbst leider nie in den Genuss gekommen, torwartspezifisches Training zu bekommen. Wenn, dann hat sich mal ein Feldspieler bereiterklärt, ein bisschen Torwarttraining mit mir zu machen.“

Andersherum fing Warneke selbst schon als A-Junior an, die jüngeren Osterwicker Keeper zu trainieren. Die Bezeichnung Torwarttrainer erhielt er nach dem Ende seiner aktiven Zeit im Bezirksligateam der Westfalia, wo er bereits drei Jahre mit dem heutigen SpVgg-Trainer Engin Yavuzaslan zusammenarbeitete. „Wir haben ziemlich schnell gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind. Immerhin sind wir beide Kinder des Ruhrpotts“, so Warneke, der in Marl zur Welt gekommen ist.

Diese Zusammenarbeit hat auch Engin Yavuzaslan offensichtlich zu schätzen gewusst und Warneke 2018, als für ihn in Osterwick Schluss war, zu seiner nächsten Trainerstation DJK Coesfeld gelotst. „Ich habe selten einen so positiven Menschen mit einer solchen Mentalität kennengelernt“, sagte Yavuzaslan 2018 der Allgemeinen Zeitung.

Die Wege der beiden trennten sich aber vorerst, als die erfolgreiche DJK-Mannschaft im Sommer 2019 in ihre Einzelteile zerfiel. Mit Mario Worms und Torwart Marvin Langer schlossen sich zwei Spieler der SpVgg Vreden an. „Über die beiden kam letztlich auch für mich der Kontakt zum Verein zustande“, erinnert sich Warneke. Die Gespräche mit dem damaligen Trainer Rob Reekers sowie der Klubführung verliefen positiv, sodass der Osterwicker beim damaligen Westfalenligisten einstieg.

„Habe Engins Namen mal am Rande fallen lassen“

Als dann im Frühjahr 2020 klar war, dass Reekers in Vreden nicht weitermacht, begann die Trainersuche. Der Torwarttrainer ist dabei sicher nicht die treibende Kraft, doch half Warneke durchaus ein wenig mit. „Ich habe Engins Namen mal am Rande fallen lassen, weil ich der Meinung war, dass er mit seiner Art, vor allem seinem Umgang mit jungen Spielern, sehr gut zur Struktur in Vreden passen würde.“

Der Ansicht waren auch die Verantwortlichen, somit sind die alten Weggefährten seit Sommer wieder vereint. Und nachdem beide bereits ihre Verträge verlängert haben, sollte das bis 2022 auch so bleiben. Darüber freut sich auch Klubchef Christoph Kondring: „Was Steffen mit unseren Torhütern macht, das ist schon richtig gut.“ Yavuzaslan setzt noch einen drauf: „Ich kenne Steffen seit sechs Jahren und es ist wirklich sensationell, wie sich Jahr für Jahr entwickelt hat. Er holt alles aus den Jungs raus – und die gehen durchs Feuer für ihn.“

Das Training, das Warneke mit den drei Oberliga-Schlussmännern Ricardo Ottink, Marvin Langer und Tom Breuers sowie regelmäßig auch Daniel Siehoff (U23) und Lucas Tenhumberg (A-Junioren) bestreitet, versucht der 30-Jährige so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Yavuzaslan lasse ihm dabei freie Hand. Die Ideen dafür hole er sich „aus diversen Foren im Internet, oder auch über Trainingssessions zum Beispiel von der Nationalmannschaft“. Das sei wichtig, zumal sich das Torwartspiel ständig weiterentwickle.

Außerdem habe jeder der Oberliga-Keeper andere Bedürfnisse. „Ricardo Ottink zum Beispiel ist ein hervorragender Fußballer, mit ihm arbeite ich dann eher an anderen Dingen. Bei Marvin Langer ging es zuletzt darum, ihn nach langer Verletzung erst mal wieder reinzubringen.“ Das Verhältnis zwischen normalem Team- und spezifischem Torwarttraining sei ausgeglichen 50 zu 50.

Alles in allem sei Warneke absolut froh darüber, wie sich die Dinge für ihn entwickelt haben. „Die Arbeit hier macht mir einfach Spaß und ich freue mich, dass ich auch nach dieser Saison weiter an diesem Projekt mitarbeiten darf.“

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