Stadtlohner Radsportler im Sprint Richtung Saisonhighlight

mlzNachtuhlenrennen

Moritz Stähle und Janek Heming freuen sich auf ihren Heimauftritt am Freitag beim traditionellen Rennen durch Stadtlohn. Direkte Konkurrenten sind sie beim Nachtuhlenrennen aber nicht.

Stadtlohn

, 04.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Der Knoten scheint bei Moritz Stähle rechtzeitig vor dem Heimrennen so richtig geplatzt zu sein. Da kann es der Fahrer vom RSC Stadtlohn auch verschmerzen, dass er die Qualifikation für das Hauptrennen beim Stadtlohner Kriterium verpasst hat, er startet im Rennen der Amateure. In den Genuss der Flutlicht-Atmosphäre kommt hingegen mit Janek Heming ein weiterer Lokalmatador, der sich der Elite im Nachtuhlenrennen am Freitag, 5. Juli, stellen wird.

Bei Moritz Stähle läuft es

Sieg in Hamminkeln, jüngst ein weiterer Erfolg beim Bocholter Traditionsrennen „Rund um den Gaskessel“, dazu einige weitere (Podiums-)Platzierungen – es läuft einfach bei Moritz Stähle. Diese Entwicklung ist allerdings nicht dem Zufall geschuldet – zur notwendigen Portion Talent gesellt sich ein hohes Maß an Ehrgeiz und Trainingsfleiß. Die Saisonvorbereitung wurde in diesem Jahr anders gestaltet, Stähle, Jahrgang 1996, hat nach eigener Aussage „viele Kilometer gesammelt“.

Gleich in zwei Trainingslagern – im Februar auf Gran Canaria und im März auf Mallorca – legte der Stadtlohner die Grundform. „Das zahlt sich nun aus“, freut sich Stähle auch über die Unterstützung des Arbeitgebers, der Firma Heimat aus Stadtlohn. „Sonst wäre ein solcher Aufwand auch gar nicht möglich“, erklärt er. Die Früchte dieser harten Grundlagenarbeit fährt er nun ein. Parallel zum Individualprogramm im Trikot des RSC Stadtlohn nimmt Moritz Stähle für das „Leeze Team by tinteistbesser.de“ an der deutschlandweiten Jedermann-Rennserie „German Cycling Cup“ teil, unter anderem an der Seite des RSC-Routiniers Ralf Wienand.

Titelverteidigung ist das Ziel beim Münsterland Giro

Und auch in dieser Serie lässt er aufhorchen. Aktuell belegt er in der Einzelwertung Platz drei, dabei wird noch ein Einspruch seines Teams verhandelt, eine positive Entscheidung könnte ihn gar noch auf Rang zwei heben – und das fünf Rennen vor Schluss der Serie. Der Schlussakkord fällt im Rahmen des Münsterland-Giros am 3. Oktober in Münster. Quasi vor der Haustüre will das Team aus Havixbeck seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen – es hat aktuell auch Platz eins inne. Trotz der wachsenden Erfolge ist Moritz Stähle auch ein wenig „Opfer“ der Lizenzklassenreform geworden. Auf- und Abstiege sind seit dem 1. Januar 2019 nur noch an drei Stichtagen im Jahr möglich. Und zum letzten im Mai fehlten Stähle – anders als aktuell – die notwendigen Punkte, um zu den Elite-Amateuren aufzusteigen – die notwendige Qualifikation für das Hauptrennen in Stadtlohn. „Da hat mir dann womöglich doch ein wenig die Erfahrung gefehlt“, so Stähle – und das in dem Wissen, dass das Niveau der Amateurrennen dadurch eher noch zugenommen hat.

Auch der Blick auf die Startliste des ersten Kriteriums des Tages am Freitag ab 18 Uhr bei den Amateuren bestätigt diese Einschätzung. Es sind einige Kandidaten dabei, die in den Vorjahren noch im Hauptrennen der KT und Elite-Amateure gestartet waren und die das gleiche Los wie der Stadtlohner gezogen haben. Und der nächste Stichtag, der 20. Juli, naht, viele potenzielle Aufsteiger werden noch punkten wollen.

Unterstützung der Mitglieder des „Leeze-Teams“

Neben Paul Sicking, der das Amateurrennen – ehemals C-Klasse – in Stadtlohn schon mehrmals gewonnen hat, baut Stähle am Freitag auch auf die Unterstützung einiger Teammitglieder des „Leeze-Teams“. „Ich will ein gutes Rennen zeigen, es kann immer viel passieren.“ Im Vorjahr hatte sich Moritz Stähle gerade zu Beginn an der Spitze des Feldes gezeigt und gepunktet.

Wie im Vorjahr im Rennen der KT und Elite-Amateure ab 22 Uhr stellt sich Janek Heming dem Heimpublikum vor – wie auch Dominik Mikoleizig vom RSC Stadtlohn (Münsterland Zeitung berichtete). Und die Vorfreude ist dem Stadtlohner wie Stähle anzumerken: „Das ist für uns ein absolutes Saisonhighlight, die Atmosphäre unter Flutlicht und gerade bei Start und Ziel vor der Stadthalle gibt es heute kaum woanders noch.“

Janek Heming ist aktuell Fahrer des RV Komet-Delia 09 Köln

Janek Heming, Jahrgang 1997, aktuell Fahrer des RV Komet-Delia 09 Köln, erlebt wie Stähle auch die Kehrseite, wenn es heute oft zur Mittagszeit auf die Runden durch Industriegebiete geht. Den Stadtlohner Kurs kennt er wie kaum ein anderer, war er doch schon früher bei seinem Vater im Führungsfahrzeug Beifahrer gewesen. Und gewonnen hat er als Junior in der Heimat auch schon.

„Das Profil ist schon einzigartig. Die leichte Steigung auf der Zielgeraden, eingeleitet durch die neue schnelle Kurve ausgangs des Hövels – das ist schon was für echte Sprinter“, so Heming. Die Bergab-Passage nach dem Ziel sorgt dann auch dafür, dass sich die Felder wieder sortieren können. Die Beine hochnehmen könne man bei der Elite und gerade auf diesem Kurs so gut wie nie. Er selbst wolle das Feld und die Entwicklung erst einmal beobachten.

Stadtlohner Radsportler im Sprint Richtung Saisonhighlight

Janek Heming (2. v.l.) beim Nachtuhlenrennen 2018 © Johannes Kratz

Die Vorbereitung war jüngst komplett auf die Deutsche U23-Meisterschaft im Einzelzeitfahren vor acht Tagen ausgelegt, da ist nun eine rasche Umstellung angesagt. „Bei einem Kriterium sind schon andere Qualitäten gefragt“, müsse er nun erst einmal abwarten, wie es in Sachen „Spritzigkeit“ aussieht im Feld mit vielen Sprint- und Bahnspezialisten – eine „enorme Konkurrenz“. Gemeinsam mit zwei weiteren Teamkollegen aus Köln nimmt er die Herausforderung an, „Grundform und Werte stimmen“ schließlich: „Mal schauen, wo ich stehe.“ Und einen Unterschied zu einer Deutschen Meisterschaft kann er kaum erkennen: „Vor Stadtlohn bin ich immer genauso nervös.“ Da kann Moritz Stähle nur zustimmen…

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