Durchwachsen war die Frauenfußball-WM für das deutsche Team nach dem eingeleiteten Umbruch. Welche Effekte erwartet die Basis? Eine Umfrage.

Kreis

, 05.07.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Sonntag findet das Endspiel der Frauenfußball-WM in Frankreich statt: Insbesondere die USA haben mit ihrer Art neue Maßstäbe gesetzt, Gegner Holland hat in den vergangenen Jahren die deutsche Nationalmannschaft klammheimlich überholt. Für Deutschland war die Weltmeisterschaft im Viertelfinale früher als erhofft beendet. Welche Effekte erhoffen sich die Verantwortlichen im Altkreis für ihren Sport?

Dass die USA bis zum Finale die Glanzpunkte gesetzt haben, ist für Meike Roters, Trainerin des FC Oeding, keine Überraschung: „Ich war immer schon Fan des amerikanischen Fußballs, dort genießt der Fußball von Mädchen und Frauen einen ganz anderen Stellenwert. Es wird zudem viel Wert auf Athletik gelegt.“

Anschluss verpasst

In Deutschland habe man zuletzt den Anschluss verpasst – selbst verschuldet, wie sie meint: „Nach den Erfolgen hat man einfach zu groß gedacht. Anstatt immer das Thema Emanzipation zu bemühen, sollten wir uns wieder mehr auf das Wesentliche, den Sport, konzentrieren.

Da muss sich der DFB auch wieder mehr der Basis öffnen, neue Wege gehen. Warum nicht wie England mal einen männlichen Ex-Nationalspieler als Trainer einsetzen?“ Vor allem müssten die Spielerinnen wieder zu mehr Verantwortung ausgebildet werden, nur so entwickelten sich Vorbilder.

Fokus auf das Wesentliche

Ganz ähnlich sieht die Situation Meike Kappelhoff (Union Wessum), die den Blick gleichsam als Trainerin und Spielerin auf die WM hat: „Hängengeblieben sind vor allem die Werbespots. Ernsthaft: Die TV-Präsenz ist sicher eine gute Wertschätzung, man sollte aber nicht immer wieder den gleichen Fehler machen: Männer- und Frauenfußball vergleichen.“

Wichtiger sei es, die Stärken des Frauenfußballs wieder mehr in den Vordergrund zu stellen, die Attraktivität für den Nachwuchs herauszuarbeiten. Dass die WM eine neue Euphorie entfache, hatte Kappelhoff wie Roters vorab schon nicht erwartet. Anstatt sich auf Lorbeeren auszuruhen, sollte man sich ständig hinterfragen und den Spiegel vorhalten. „Der Umbruch ist richtig. Das kann und muss auch mal wehtun“, sagt Roters.

USA klar im Vorteil

Dass man beim DFB die Entwicklung ein wenig verschlafen hat, das denkt auch Christina Krause, Trainerin und sportliche Leiterin beim SuS Legden: „In Sachen Athletik hatten die USA schon immer Vorteile. Sie haben aber auch in den anderen Bereichen aufgeholt – wie andere Nationen auch.

Gerade in Sachen Kraft und Fitness habe ich schon zu meinen Jugendzeiten Defizite angesprochen.“ Diese WM sei für die junge Mannschaft insgesamt noch zu früh gekommen, ein solcher Prozess „braucht Zeit und Geduld“.

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