Südlohner Hugo Elsner fuhr eigenen Rad-Marathon durchs Münsterland

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Eigentlich wollte er die 300 Kilometer an der Mecklenburger Seenplatte unter die Räder nehmen. Da Corona das Rennen stoppte, setze sich Hugo Elsner einfach im Münsterland auf den Sattel.

Südlohn

, 14.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Irgendwie hat es bislang nicht sein sollen. Bereits zum zweiten Mal hatte sich Hugo Elsner für die „Mecklenburger Seen Runde“ angemeldet. Die Teilnahme bleibt dem 64-jährigen Südlohner aber erneut versagt. 2019 kollidierte der Termin mit dem 30. Geburtstag seines Sohnes und in diesem Jahr kam Corona dazwischen.

Den Radmarathon über eine Strecke von 300 Kilometern hatte er sich vorgenommen. Gestartet wäre er eigentlich am Wochenende nach Christi Himmelfahrt (22./23. Mai). Als der Ausfall der Veranstaltung Gewissheit wurde, beschloss der Südlohner, diese Distanz einfach im heimischen Münsterland abzureißen.

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Dafür suchte er sich den 8. Mai aus. „An dem Tag waren die Bedingungen sehr gut, vor allem, weil es ziemlich windstill war“, erklärt Hugo Elsner. So schwang er sich um 6 Uhr morgens auf den Sattel. Über Stadtlohn, Legden und Asbeck ging es Richtung Schöppinger Berg. Eine derartige Steigung sollte im weiteren Verlauf nicht mehr folgen.

Über Altenberge führte die zuvor von ihm selbst erstellte Tour den Südlohner nach Münster. Von dort aus erkundete er den Kreis Warendorf: Telgte, Warendorf, Everswinkel, Sendenhorst, Drensteinfurt. „Das waren alles Orte, die ich noch nicht kannte“, so Hugo Elsner. Immer wieder legte er kleine Pausen zum Trinken oder für eine Zwischenmahlzeit ein.

303,43 Kilometer standen nach rund zehn Stunden Fahrt auf dem Tacho

303,43 Kilometer standen nach rund zehn Stunden Fahrt auf dem Tacho © privat

Und unterwegs musste der 64-Jährige auch feststellen, dass eine Strecke im Navigationssystem und die Realität manchmal zwei verschiedene Paar Schuhe sind. „Einige Straßen waren überhaupt nicht mit dem Rennrad befahrbar.“

So hatte er nach einigen Umwegen schon in Haltern im See genügend Kilometer auf dem Tacho, um sich den geplanten Bogen über Dorsten und Schermbeck zu ersparen. Nach über zwölf Stunden kam er am Abend wieder in Südlohn an. Ein Schnitt von 27,61 km/h stand zu Buche.

Seit dem 50. Geburtstag auf dem Rennrad

Eine solche Distanz ist für den Hobbyfahrer, der auch Mitglied im RSC Stadtlohn ist, nicht alltäglich. „Ich fahre erst seit meinem 50. Geburtstag Rennrad. Aber es macht mir sehr viel Spaß. Zu 80 Prozent fahre ich allein, dann aber auch regelmäßig über 100 Kilometer. Sonst hätte ich diese Tor auch gar nicht schaffen können.“

Hugo Elsners nächstes Ziel ist es, den Großglockner mit seinem Rennrad zu erklimmen. Am Liebsten in diesem Sommer. Wenn Corona es denn zulässt. Und die Anmeldung für die Mecklenburger Seen Runde 2021 steht auch bereits. Vielleicht klappt es ja im dritten Versuch.

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