Teamgeist treibt Turner des SuS Stadtlohn zu Höchstleistungen – früher wie heute

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Zum zweiten Mal ist die Stadtlohner Männerturnriege Oberliga-Vizemeister geworden, 1997 war sie gar Meister. Zum Vereinsjubiläum des SuS wird die Geschichte erfolgreich fortgeschrieben.

28.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein sportliches Ausrufungszeichen haben die Leistungsturner des SuS Stadtlohn gesetzt. Mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft in der Oberliga hat die Riege einen der größten Erfolge der „Neuzeit“ gefeiert – und auch in der kommenden Oberligasaison will das Team wieder angreifen.

Turnen hat sich weiterentwickelt

Beim Blick auf das aktuell Erreichte werden zum 100-Jährigen des SuS Stadtlohn bei einigen Beteiligten Erinnerungen wach. Cheftrainer Dieter Heming war 1997 beim einzigen Oberliga-Meistertitel schon Coach, einer seiner Schützlinge war Clemens Bonin, heute ebenfalls im Trainerteam und Wettkampfrichter. „Man muss anerkennen, dass sich das Turnen seitdem enorm weiterentwickelt hat. Auch, weil die Trainingsmöglichkeiten ganz andere sind – sowohl in Sachen Material als auch in der Trainingstechnik“, blickt Dieter Heming zurück. Sportliche Vergleiche wären entsprechend schwer und nicht fair.

"Unser siebtes Gerät ist die Theke"

Was sich nicht geändert habe, sei der Teamgeist und Zusammenhalt. „In der Riege gewinnen und verlieren alle zusammen. Und es sind alle ambitioniert, aber mit Spaß bei der Sache. Unser siebtes Gerät ist die Theke“, schmunzelt Bonin. Wichtig sei es immer gewesen, dass die Teammitglieder auch charakterlich zueinander passten und auf einem ähnlichen Niveau turnen. „Echte Ausreißer gab und gibt es bei uns nicht“, ergänzt Bonin.

Teamgeist treibt Turner des SuS Stadtlohn zu Höchstleistungen – früher wie heute

Im Jubiläumsjahr des SuS Stadtlohn werden Erinnerungen an die Oberligameisterschaft 1997 wach. © privat

Nach dem Oberligatitel vor 22 Jahren folgte ein Umbruch, verdiente Mitglieder hörten auf, der Nachwuchs rückte auf. Es folgten nach 1988 und 1992 noch zwei Oberligaaufstiege (2008, 2016), aber auch freiwillige Rückzüge – wie zuletzt 2013. Die Verantwortlichen handelten folglich immer mit dem nötigen Weitblick. „Sowohl 1997 als auch 2011, als wir als Vizemeister noch einmal an einem Aufstiegswettkampf teilgenommen haben, mussten wir erkennen, dass oberhalb der Oberliga noch ein anderer Wind weht“, erklärt Bonin.

Quäntchen Glück erarbeitet

Einen Umbruch wird es nun nicht geben. „Die Riege bleibt zusammen, wenn sich nicht noch Gravierendes tut. Beruf und Ausbildung gehen immer vor“, berichtet Heming. Und so sei das Fundament für die kommende Runde stabil – und den Erfolg müsse man sich neu verdienen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in dieser Saison auch das nötige – und auch verdiente – Quäntchen Glück auf unsere Seite gezogen haben“, verweist Bonin auf die beiden letzten Wettkämpfe gegen Mettingen und Leopoldshöhe. Beide wurden erst am letzten Gerät, dem Reck als Stadtlohner „Königsgerät“, nach Rückstand gewonnen. „Das zeigt aber auch, dass die Mannschaft gelernt hat. Sie kämpft bis zum letzten Gerät“, so Bonin.

Riege bleibt zusammen

„Wir werden natürlich weiter versuchen, die Mannschaft zu verbessern und den Nachwuchs weiter einzubauen“, ergänzt Heming. Die Meisterschaft sei in dieser Oberligasaison „nicht realistisch“ gewesen: „Dafür war Kierspe einfach zu stark. Womöglich hätten wir ein wenig besser abgeschnitten, wenn wir das Duell später in der Saison gehabt hätten. Die Mannschaft hat ihre maximale Leistung abgerufen“, sagt Heming.

Es zählt immer die Teamleistung

Die Vizemeisterschaft in der Oberliga besiegelte die SuS-Riege in den letzten beiden engen Wettkämpfen, die mit den Saisonsiegen fünf und sechs endeten. Jeweils am letzten Gerät sorgte Lukas Schmerling für die Entscheidung. Herr Schmerling, Nervenstärke scheint Sie auszuzeichnen. Das muss wohl so sein. Das Trainerteam hat Vertrauen in mich gesetzt – und ich konnte dieses zurückzahlen. Unter dem Strich zählt immer die Teamleistung. Jeder hat seinen Anteil. Was zeichnet die Riege besonders aus? Ganz klar der Zusammenhalt. Keiner muss Angst haben, Fehler zu machen. Wenn sich einer verturnt, dann holen halt die anderen die Kohlen aus dem Feuer. Wir pushen uns bis zum Schluss. Im wahrsten Sinne des Wortes… Wie heißt es so schön: Der Wettkampf wird mit dem letzten Turner gewonnen. Und am Reck ist der SuS nun mal besonders stark. Geht’s jetzt in die verdiente Pause? Keinesfalls. Jetzt werden Einzelübungen trainiert, die dann später zusammengesetzt werden. Wir wollen uns alle weiter verbessern – egal ob er immer vor Ort sein kann oder ob er wie ich studiert.
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