Theo Vennemann: die Konstante beim SuS

FUSSBALL: SuS Stadtlohn

Keiner der aktuellen Stadtlohner Fußballer war schon geboren, als Theo Vennemann erstmals als SuS-Betreuer anheuerte. Jetzt schließt sich ein Kreis.

Stadtlohn

, 19.07.2018, 17:21 Uhr / Lesedauer: 3 min
Viel mehr als nur ein „Wasserträger“ – Betreuer Theo Vennemann ist die gute Seele bei den Fußballern des SuS Stadtlohn. Und das vor über 35 Jahren wie heute, jeweils in der Landesliga.

Viel mehr als nur ein „Wasserträger“ – Betreuer Theo Vennemann ist die gute Seele bei den Fußballern des SuS Stadtlohn. Und das vor über 35 Jahren wie heute, jeweils in der Landesliga. © Keirat

Er ist die rechte Hand der Trainer außerhalb des Spielfelds und fiebert am Rand mindestens genauso mit wie sie – und das schon seit vielen Jahren. Theo Vennemann zählt bei den Fußballern des SuS Stadtlohn zum festen Inventar, ist die gute Seele der Mannschaft. Erstmals übernahm er in der Saison 1982/83 die Funktion des Betreuers. Nach einer „Babypause“ in den 1990ern kehrte er 2007 zurück und hält dem Klub auch nach zwei Abstiegen noch die Treue.

Ein Kreis schließt sich für Theo Vennemann, wenn die SuSler im August in die neue Landesliga-Saison starten. Denn in dieser Spielklasse trat Stadtlohn zuletzt 1984 an – und das mit Betreuer Vennemann. Zum Kader zählte später in der Verbandsliga auch ein Talent aus Lünten: Manfred Ostendorf, seit Juli wieder Trainer. Ein weiterer Kreis… Dabei hatte Vennemann nach der Unruhe im Klub vergangenen Winter überlegt, ob er überhaupt weitermachen sollte. „Manni Ostendorf hat sich dann aber sehr bemüht und mich mehrfach angerufen, da konnte ich nicht nein sagen“, erklärt Vennemann. Dass er dem SuS immer noch zur Seite steht, begeistert auch Rudi Schipper, der schon als Spieler und später viele Jahre als Vereinsverantwortlicher mit Vennemann zusammen arbeitete. „Leute wie Theo kann man gar nicht genug wertschätzen. Er hat über so viele Jahre immer ein offenes Ohr für Spieler, Trainer und Funktionäre gehabt und war dabei immer zu 100 Prozent vertrauenswürdig. Chapeau für so ein außergewöhnliches Engagement.“

Nie selbst aktiver Fußballer

In Stadtlohn geboren kam Vennemann – selbst nie aktiver Fußballer – Anfang der 80er-Jahre eher zufällig an den Job des Betreuers. „Ich habe mir immer die Heimspiele angeguckt und hier und da mitgeholfen. Irgendwann haben sie mich dann gefragt, ob ich nicht fest als Betreuer anfangen will.“ So ging er 1982 unter dem damaligen Spielertrainer Walter Rudolphi aus Ahaus in seine erste Saison als Betreuer. Zwei Jahre später feierte der SuS den Aufstieg. In der Folgezeit sah Vennemann so manchen Trainer und etliche Spieler kommen und wieder gehen. Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind ihm Kicker wie Rudolphi, Ludger Hillmann oder in jüngerer Vergangenheit Matthias Uphues, Micky Gravermann, Christoph Fork und Markus Krüchting. Unter den Trainern pflegt er besonders zu Rob Reekers ein freundschaftliches Verhältnis, besuchte diesen auch bei seinen Bundesliga-Stationen in Augsburg und Berlin.

Während sich für Spieler und Trainer seit den 80er-Jahren sehr viel verändert hat, sind die Aufgaben des Betreuers nahezu identisch geblieben: Es geht darum, Trainer und Team im Hintergrund den Rücken freizuhalten. „Ich nehme Kontakt zum nächsten Gegner auf, packe die Sachen für die Mannschaft, schließe bei Heimspielen die Kabinen auf und bestelle den Bus für die Auswärtsfahrten“, nennt Vennemann nur einige seiner Aufgaben. Heute sei das alles mit Whatsapp und Co. einfacher zu koordinieren als früher. Da gab es nach dem Donnerstagstraining immer eine Besprechung für den Sonntag in der Gaststätte Röttger. So was wird ja heute gar nicht mehr gemacht.“

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In Westfalen hat Vennemann in den vergangenen Jahrzehnten Dutzende von Fußballplätzen- und Stadien gesehen. Einige Auswärtsfahrten sind bei ihm besonders haften geblieben. Die Rückfahrt vom Spiel in Weser Leteln im Kreis Minden etwa, als im tiefsten Winter die Heizung im Bus ausfiel. Oder die Rückfahrt aus Paderborn, wo Trainer Reekers nach einer blamablen Vorstellung anordnete, dass die Getränke im Gepäckraum bleiben mussten. Umso feucht-fröhlicher sei die Rückreise aus Paderborn gewesen, als der SuS dort 2014 die Westfalenliga-Meisterschaft klarmachte.

Viele Beobachtungen gemacht

Insgesamt hat Theo Vennemann, der seit knapp 30 Jahren in Coesfeld lebt, in Stadtlohn einige Veränderungen mitgemacht. Allein der Umzug vom Berkelstadion an den Losberg, wo auf Initiative von Walter Rudolphi der erste Rasen-Trainingsplatz errichtet wurde. Das Zuschauer-Aufkommen sei damals deutlich höher gewesen als heute, das Vereinsleben intensiver. Und auch personell tat sich im Lauf der Jahre viel. „Ich fand und finde es immer interessant zu sehen, wie unterschiedlich Trainer arbeiten und wie die Spieler darauf reagieren“, so Vennemann. Mit Martin Stroetzel erlebte er beispielsweise einen Kumpeltypen aus dem Ruhrpott, mit Daniel Sekic einen Mann mit sehr professionellen Ansprüchen und mit Alfred Nijhuis den tiefenentspannten Niederländer.

Unter diesem gelang der letzte Aufstieg 2014. Und da sieht Vennemann dann doch wieder Parallelen zu den 1980ern. „In beiden Fällen hatten wir fußballerisch sicherlich nicht das beste Team, haben aber mit starkem Teamgeist überzeugt.“ Dem runderneuerten Stadtlohner Team hält Vennemann weiterhin die Stange, auch wenn der SuS sportlich wieder kleinere Brötchen backen muss. Der Landesliga kann der Betreuer auch etwas Positives abgewinnen: „Jetzt werden die Fahrten wieder kürzer und die Sonntage nicht mehr ganz so lang.“

Geboren wurde Theo Vennemann 1957 in Stadtlohn. Seit etwa 30 Jahren lebt er mit seiner Ehefrau in Coesfeld, ist Vater dreier Kinder und Großvater zweier Enkel. Als Filialleiter arbeitet er beim Aldi am Breul in Stadtlohn. Neben dem SuS Stadtlohn drückt er Bundesligist Schalke 04 die Daumen.
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