Top-Feld beim Eintracht-Pokal: Doch es gibt zwei große Fragezeichen

mlzVorbereitungsturnier

Ein starkes Teilnehmerfeld mit unter anderem zwei Oberligisten kann Eintracht Ahaus zum Eintracht-Pokal 2020 präsentieren. Doch die Planung steht in der Corona-Krise noch unter Vorbehalt.

Ahaus

, 16.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit einem außergewöhnlich starken Teilnehmerfeld kann Eintracht Ahaus für die diesjährige Auflage des Eintracht-Pokals aufwarten. Stattfinden soll das Turnier vom 16. bis 25. Juli in der Augenklinik Ahaus Arena in der eigentlichen Sommervorbereitung der Vereine. Die Durchführung ist allerdings mit zwei großen Fragezeichen versehen.

Zum einen muss abgewartet werden, wie die Behörden das von der Bundesregierung am Mittwoch ausgesprochene Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August definieren. Zum anderen bleiben Signale abzuwarten, wie der Fußball- und Leichtathletik-Verband (FLVW) mit der laufenden und unterbrochenen Saison 2019/20 weiter verfahren will.


Beides – allein oder zusammen – könnte der Eintracht einen Strich durch die Rechnung machen. Deshalb spricht der Eintracht-Vorsitzende Stefan Kappenstiel – Stand Donnerstag – auch von einer „Planung unter Vorbehalt“.

Kontakt zur Stadt wird aufgenommen

„Wir werden die Lage nun weiter beobachten und uns im Vorstand beraten. Das geht aktuell alles bekanntlich nur telefonisch. In einem weiteren Schritt werden wir dann natürlich auf die Stadt Ahaus als Eigentümer der Anlage zugehen, um uns über das weitere Vorgehen abzustimmen“, erklärt Kappenstiel.

Abgesehen von dieser Ungewissheit freue man sich, ein „tolles Teilnehmerfeld“ gewonnen zu haben: „Da hat vor allem unser Trainer Frank Wegener viel Energie reingesteckt und sein Netzwerk genutzt. Auch deshalb wäre es bitter, wenn die Veranstaltung abgesagt werden müsste. Auch aus logistischer Sicht laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Da wird emsig gearbeitet.“

Im Vorjahr wurde Cihan Bolat (r.) vom Titelverteidiger SpVgg Vreden Torschützenkönig. Eintracht-Vorsitzender Stefan Kappenstiel hofft, ihn ab dem 16. Juli als Co-Trainer der eigenen Landesligamannschaft begrüßen zu dürfen.

Im Vorjahr wurde Cihan Bolat (r.) vom Titelverteidiger SpVgg Vreden Torschützenkönig. Eintracht-Vorsitzender Stefan Kappenstiel hofft, ihn ab dem 16. Juli als Co-Trainer der eigenen Landesligamannschaft begrüßen zu dürfen. © Johannes Kratz

Aus persönlicher Erfahrung als Spieler könne er berichten, dass es „nichts Schöneres gibt, als in der Vorbereitung im Stadtpark zu kicken“: „Für den Verein ist der Eintracht-Pokal mit seiner besonderen Atmosphäre ein Aushängeschild, es wäre schade, wenn er nach 30 Jahren zum ersten Mal ausfallen müsste. Wenn es so kommt, dann müssen wir das einfach akzeptieren. Aktuell stehen wichtigere Dinge im Vordergrund.“

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Auch Frank Wegener als Coach der Ahauser Landesligamannschaft betont zunächst die eigene Planungssicherheit. Alles Weitere „liegt nicht allein in unseren Hände und wäre auch höherer Gewalt geschuldet“. Sollte das „Go“ für den Eintracht-Pokal 2020 von allen Seiten kommen, dann dürfen sich die Zuschauer auf ein starkes Teilnehmerfeld freuen.

Stand jetzt reisen zwei Oberligisten, zwei Westfalenligisten, ein Landesligist, ein Bezirksligist sowie zwei A-Ligisten an. Wobei einige Mannschaften berechtigte Aufstiegschancen besitzen – egal wie die Entscheidung zur Fortsetzung der Saison ausfallen wird.

1. FC Bocholt ist wieder dabei

Insbesondere freut sich Wegener, dass der 1. FC Bocholt, vor einigen Jahren Seriensieger in Ahaus, wieder dabei ist: „Ich habe die Vereinbarung zwar mit Trainer Manuel Jara getroffen, der bekanntlich zurückgetreten ist. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass der Nachfolger den Vorbereitungsplan übernehmen wird.“

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Mit Eintracht Rheine gesellt sich zum Nordrhein-Oberligisten ein Oberligist aus Westfalen, der im Stadtpark eine Premiere feiern wird und der gar den Antrag auf Zulassung zur Regionalliga gestellt hat. „Trainer Tobias Wehmschulte kennt ja den Eintracht-Pokal von den Teilnahmen mit dem SuS Neuenkirchen. Das hat ihm scheinbar gefallen“, so Wegener. In Reihen des FC spielt mit dem früheren Stadtlohner SuSler Luca Ehler auch ein Ahauser.

Auch der langjährige Ahauser Trainer Jens Niehues (r.) kehrt laut Planung mit GW Nottuln an die ehemalige Wirkungsstätte zurück.

Auch der langjährige Ahauser Trainer Jens Niehues (r.) kehrt laut Planung mit GW Nottuln an die ehemalige Wirkungsstätte zurück. © Johannes Kratz

Wie im Vorjahr werden auch die Westfalenligisten SpVgg Vreden als Titelverteidiger und GW Nottuln dabei sein. „Vreden nimmt die Chance ja über Jahre schon sehr gerne wahr, zu Nottuln haben wir natürlich über unseren früheren Trainer Jens Niehues gute Verbindungen“, berichtet Wegener. Zur SpVgg wechselt der Eintracht-Torjäger Maximilian Hinkelmann, den umgekehrten Weg geht SpVgg-Knipser Cihan Bolat, der Co-Trainer in Ahaus wird.

Nachbarn versprechen viele Zuschauer

Zum Inventar zählt auch der Bezirksligist SuS Stadtlohn, immer noch Rekordsieger beim Eintracht-Pokal. Zur kommenden Saison wechseln bekanntlich mit Niclas Dormayer und Jens Büsker zwei weitere Stadtlohner zur Eintracht. Dabei ist auch der A-Liga-Tabellenführer SV Heek mit dem langjährigen Ahauser Torjäger und Co-Trainer Rainer Hackenfort. „Sportlich zwei sehr interessante Mannschaften, die auch traditionell viele Zuschauer mitbringen“, so Wegener.

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Neben der Eintracht als Gastgeber komplettiert A-Ligist FSV Ochtrup, der in der kommenden Saison vom aktuellen Ahauser Co-Trainer Christopher Ransmann trainiert wird, das Feld. „Ochtrup wird eine Mannschaft mit Bezirksliga-Niveau stellen. Das sind wir Chris auch schuldig“, zeigt sich Wegener auch von der Wettbewerbsfähigkeit der beiden Kreisligisten überzeugt.

Signale von Behörden und Verband abwarten

Nun müsse man einfach abwarten, welche Signale Behörden und Verband senden. „Wir hoffen alle auf ein Stück weit Normalität. Was die nahe Zukunft bringt, haben wir – wie gesagt – aber nicht in unseren Händen. Was wir aber haben, ist Verantwortung“, erklärt der Coach.

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